Kann man Trauzeuge werden, wenn man nicht gefirmt wird?

9 Antworten

So ein Quatsch. Das Amt eines Trauzeugen hat überhaupt nichts mit Religionszugehörigkeit zu tun. Du unterschreibst als Zeuge für die Ehepartner im Standesamt.

Sag bloss, du würdest dich firmen lassen, nur um später mal Trauzeuge oder Pate bei einer kirchlichen Hochzeit oder Taufe sein zu können! - Tut mit leid, da wirst du wohl kein Glück haben. Aber als Trauzeuge bei einer standesamtlichen Heirat kannst du dich anbieten, das geht. - Pate kannst du auch nur bei weltlichen Organisationen werden - zur finanziellen Unterstüzung für einen Seehund im Zoo, oder für ein armes Kind irgendwo in der Welt.

Ich bin nicht gefirmt, nicht konfirmiert, nicht getauft und zu allem Überfluss auch noch Atheist. ;-) Trotzdem war ich schon Trauzeuge und die Standesbeamtin hat sich für meinen Glauben oder meinen Unglauben nicht die Bohne interessiert.
Es ist ja auch unwichtig!

Übrigens, da eine Patenschaft keinerlei rechtliche Verpflichtungen mit sich bringt, ist es immer eine Frage der Gestaltung durch den Paten, was aus der Patenschaft wird. Wenn Eltern möchten, dass du die Rolle eines Paten, einer Patin für ein Kind übernimmst, dann spielen deine Religion und empfangene oder nichtempfangene Sakramente keine Rolle.

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@PeVau

Die Patenschaft bringt sehr wohl rechtliche Verpflichtungen mit sich, keine staatsrechtlichen, aber kirchenrechtliche.

Das Patenamt ist ein Amt der Kirche, und damit ist es nicht allein die Entscheidung der Eltern, wer Pate wird. Als Amt in der Kirche dürfte dann wohl auch die Religion eine nicht unbedeutende Rolle spielen, ebenso die Sakramente.

Wenn das Patenamt nur als traditionelle, aber völlig sinnentleerte Angelegenheit sehen will, sollte die Finger davon lassen.

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@omikron

Du hast es nicht verstanden!

Die Rolle, die ein Pate für das Kind spielt, bedarf der Ausgestaltung durch den Paten oder die Patin und bedarf keiner rechtlichen und schon gar keiner kirchenrechtlichen Regelung. Sie bedarf noch nicht einmal des christlichen Wunderglaubens.

Dass eine Patenschaft außerhalb kirchenrechtlicher Regelungen wahrgenommen wird, beraubt diese Patenschaft doch nicht ihres Sinnes. Auf eine derart absurde Idee kann man doch nur kommen, wenn man begrenzt genug ist, Patenschaft ausschließlich im wundergläubigen Kontext zu sehen.

Einen jungen Menschen auf dem Weg ins Leben zu begleiten, kann man sehr wohl außerhalb der Kirche. Und wenn man dem jungen Menschen dabei hilft, sein Hirn nicht von Weihrauch benebeln zu lassen, umso besser.

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@PeVau

Es geht mir darum, dass das Patenamt ein Amt der Kirche ist. Einen jungen Menschen "irgendwie" auf dem Weg ins Leben zu begleiten ist nicht die Aufgabe eines Taufpaten. Er verpflichtet sich vielmehr, seinem Patenkind den christlichen Glauben vorzuleben und ihn in ihn einzuführen.

Das alles hat weder mit Wunderglauben noch mit Benebelung zu tun, jedenfalls kommt man nicht leicht auf einen solchen Gedanken, wenn der Pate seine Aufgabe ordentlich erledigt hat!

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@omikron

Ich habe die Fragestellerin so verstanden, dass es ihr eher um die Aufgaben einer Patin geht, als um das Kirchenamt selbst. Da sie auch nicht an Gott glaubt, wird es ihr darum gehen, das Kind zu begleiten und auch in weltanschaulichen (nicht christlichen) Belangen Rat zu geben und u. U. Vorbild zu sein.

Es handelt sich also um eine weltliche Neuinterpretation des Kirchenamtes Patenschaft, in dem die Kirche und Religion keinen oder nur wenig Platz haben. Deshalb ist es noch lange nicht sinnentleert.

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