Kann man streng gesehen die Wissenschaft als Glauben sehen, der den Bezug zum Leben/Urknall hat?

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5 Antworten

Nein. Wissenschaft hat Regeln und Methoden, mit denen sie Wissen schafft. Hierbei gilt immer, dass alles falsifizierbar bleibt. Soll heißen, es gibt keine endgültigen Wahrheiten, sondern im besten Fall bestätigte Theorien.

Derer gibt es allerdings einige. Und wenn mal ein Fehler auftritt, steht es jedem frei, mit guten Argumenten, Überlegungen und Belegen hier korrigierend einzugreifen.

Glaubenssysteme sind völlig anders aufgebaut. Dort gibt es ein Dogma. Soll heißen, eine Behauptung von irgend etwas, ohne das es die Möglichkeit gibt, dies zu überprüfen. Im Gegenteil, solche Falsifizierung wird von Glaubenssystemen regelmäßig abgelehnt.

Da gibt es "heilige Bücher", teilweise jahrtausende alt, in denen Wahrheit vermutet wird. Diese Vermutung wird zur Wahrheit erhoben, die man nicht anzweifeln darf. Man muss es halt glauben.

Bezug zum Leben/Urknall hat?

Wissenschaft unterscheidet sich in noch einem weiteren Aspekt fundamental vom Glauben. Sie kennt keine einfachen Antworten.

Wo dem Gläubigen i.d.R. oft ein "Gott war´s" reicht, bietet die Wissenschaft komplexe Theorien, empirische Belege, Beobachtungen und Erklärungen.

Das fängt damit an, dass man nicht alles in einen Topf wirft. Das "Leben" an sich hat erstmal nichts mit dem Urknall zu tun.

Ob es einen Urknall gegeben hat, wissen wir nicht. Es ist wohl sehr wahrscheinlich, weil es das, was wir in der Welt da draußen beobachten können, zu erklären vermag. Aber sicher können wir uns nicht sein.

Wir wissen aber sehr gut über die Abläufe Bescheid, die ab ca. 10hoch-35 Sekunden nach dem Ereignis, dass ein Urknall gewesen sein könnte, passiert sind. Die Entstehung von Galaxien und Sternen, Planeten und Elementen sind sehr gut erforscht und immer wieder an Beobachtungen in der Natur bestätigt.

Das Gleiche gilt für das Leben an sich.

Wir wissen nicht exakt, wie die ersten Zellen entstanden sind. Diese Prozesse werden im Rahmen der chemischen Evolution untersucht.

Davon völlig losgelöst wissen wir aber über die Entwicklung des Lebens, nach dem es ein Mal "gezündet" hatte, eine ganze Menge. Die biologische Evolutionstheorie hat hierzu in den letzten 200 Jahren Unmengen an Belegen erbracht, ein schlüssiges Konzept herausgearbeitet und wird ebenso ständig durch den Blick in die Natur bestätigt.

All diese Fakten sind Wissen, das man nicht glauben muss.

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Gegenfrage: Was lehrt uns "Christi Himmelfahrt" über die Weltraumfahrt und die Raketenantriebstechnik?

Die Wissenschaft schafft Wissen, die sammelt systematisch unwiderlegbare Gewissheiten. Glauben ist davon völlig abgelöst und dient der seelischen Erbauung.

Der Urknall ist gewissermaßen der räumliche und zeitliche Koordinatenursprung des Universums. Dazu gibt es seitens der Wissenschaften Gewissheiten und Ungewissheiten. Gläubige Menschen mögen zu dem Thema daneben allerlei spirituelle Fantasien entwickeln.

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Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Glaube liegt darin, dass die Wissenschaft keine Dogmen enthält. Nichts in der Wissenschaft ist unumstößlich, wenn eine Theorie genügend widerlegt ist, so ist sie nicht mehr gültig und wird ersetzt. Bei Religionen gibt es unumstößliche, absolute Werte und Grundsätze.

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Kommentar von RudolfFischer
06.12.2015, 09:41

Keine "Dogmen" in der Wissenschaft?

O doch, z.B.

"Das, was meine Sinnesorgane und/oder Instrumente mir an Informationen vermitteln, ist real."

"Wenn etwas so funktioniert, wie unsere Theorie es vorausgesagt hat, ist sie bewiesen."

usw.

Selbst die Mathematik kennt Dogmen, nur heißen sie da Axiome. 

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das ist richtig, denn die wissenschaft weiß nicht, daß die sinnliche welt von einer seelischen welt durchdrungen ist, die ganz eigene gesetze in die physis hineinbringt.


deshalb hat die wettervorhersage auch lediglich eine trefferwahrscheinlichkeit von nur 70%

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von nichts kommt nichts es muss was passieren damit etwas ausgelöst wird soviel zum thema urknall, wie wahrscheinlich ist es dass etwas passiert ohne eine Provokation durch etwas anderes? wenn der urknall einfach so passiert ist ohne jeglichen Grund, dann geht das weit über die menschliche Logik hinaus, es ergibt keinen sinn obs einen Gott gibt ist dann eine andere sache- aber es gibt grundsätzlich einen Unterschied zwischen Glauben und Religion - man kann ohne religion an etwas glauben, wenn man glaubt es ist alles Zufall dann glaubt man das genauso wie man glaubt es gibt einen Gott der das alles erschaffen hat und man ihm täglich dankt - An einen Zufall glauben ist also auch ein Glaube aber weniger etwas religiöses

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Kommentar von realsausi2
06.12.2015, 18:43

wie wahrscheinlich ist es dass etwas passiert ohne eine Provokation durch etwas anderes?

Hat irgend jemand behauptet, der Urknall hätte keine kausale Ursache? Meines Wissens nicht.

von nichts kommt nichts

Richtig. Das ist der größte Schwachpunkt der Schöpfungsmyten. Da entsteht immer alles völlig zufällig aus dem Nichts. Völlig unwahrscheinlich.

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