Kann man Sommerräude bei Pferden behandeln?

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2 Antworten

Ja, natürlich - kann man auch ausheilen bzw. so behandeln, das es nicht mehr auftritt.

Allerdings hättest du gleich nach dem Sommer mit der Therapie anfangen sollen, also lange bevor der Frühling kommt. Weil die erste Therapie dauert gut 6 bis 8 Monate.

Es gibt kein Einzelmittel, das wenn man es gibt, alles wieder in Ordnung bringt, man muß das Pferd ganzheitlich auf eine bessere Basis stellen.

Pferde die diese Krankheit entwickeln sind in der Regel sehr stark Stoffwechselgeschädigt. Diesen Stoffwechsel wieder in Ordnung zu bringen und dann auch gesund zu erhalten, braucht Zeit, Durchhaltevermögen und Geduld. Von Heute auf Morgen geht gar nichts.

Das ist meine übliche Antwort:

Hallo, ich lese hier sehr oft, das jemand Probleme mit dem Ekzem beim
Pferd hat. Pferde die ein Ekzem entwickeln sind nicht nur gegen Mücken
allergisch. Vielmehr haben sie ganz massive Probleme mit ihrer Verdauung
und ihrem Stoffwechsel.Ein Ekzemer kann therapiert werden - teilweise
sogar bis zum vollständigen Abheilen der Krankheit. Das Ekzem selbst ist
nur das nach außen hin sichtbare Symptom einer weitreichenden
Stoffwechselstörung.

Isländer z.B. haben in ihrem Heimatland kaum diese
Erkrankung - hier bei uns sind aber gerade Isis vermehrt erkrankt warum
ist das so?Im Heimatland der Isländer ist ein Seeklima - Zinkhaltige
Böden (nähe zum Meer) Algen und Salzfischlecken - die die Isländer ihren
Pferden bereitstellen.Hier bei uns ist Zinkmangelgebiet, Algen gibt es
gar keine und Seefisch bekommen sie auch nicht mehr. Nun wird die Haut
empfindlich, da nach der Niere und der Leber das dritte Entgiftungssystem beim Pferd der Huf bzw. die Haut ist.

Sind also Niere und Leber an ihre Kapazitäten gelangt - muß über die Haut entgiftet werden. Beschläge am Huf tun noch ein übriges dazu, das auch die
Entgiftung über den Huf nicht mehr funktioniert.Wie kann man nun einem
Pferd helfen - seine Darm- Nieren- und Lebergesundheit
wiederzufinden.Als erstes sollte der Darm renoviert werden - BT Bierhefe
ist da das Mittel der Wahl, da die Bierhefe einfach alles in dieser
Hinsicht unterstützt, sie hilft dem Darm wieder ordentlich zu arbeiten,
indem sie die Darmflora ordentlich unterstützt bzw. die guten
Darmmikroben fördert, sie hilft der Niere und der Leber ihre Arbeit
besser zu verrichten und entschlackt diese.Als einzigstes Kraftfutter
fürs Pferd eignet sich eigendlich nur der Hafer - alles andere ist für
den Pferdekörper ungünstig - da z.B. Mais, Gerste, Öle und besonders der
Weizen sich sehr negativ auf den Darm auswirken. Verklebungen der
Darmzotten.

Zink muß beim Ekzemer auf jeden Fall zugefüttert werden, da
er das Immunsystem stärkt und jeder Zinkmangel beim Pferd weitreichende
Stoffwechselprobleme nach sich zieht. Auch ist bekannt das die Ekzemer
einen sehr hohen Bedarf an diesem Mineral haben. Um dem Pferd die so
wichtigen Vitamine zuzuführen (die leider in unseren Kulturweiden schon
lange Mangelware sind braucht man ein Mineralfutter das diesen Mangel
gut auffängt.Vitamine sind auch wiederum Mangelware besonders das
Vitamin D und E - da Pferd ja nun mal kein Fleischfresser ist, muß er
auf das Provitamin D ausweichen - das aber erst in der Haut (die ja beim
Ekzemer nicht mehr funktioniert) umgewandelt wird in Vitamin D.

Die erste Kur die ein erkranktes Pferd braucht dauert ca. 6 Monate - dannachsind Auffrischungen der Kur für 2 Monate im Januar bis März sinnvoll. Vor der Weidesaison.

Umstellung eines an Ekzem erkrankten Pferdes: Alle Müslis, alle zuckerhaltigen Futtermittel müssen vom Speißeplan entfernt werden z.B. Karotte, Apfel, Leckerlie,und Zuckerrübenschnitzel.

Rezeptur: Gutes Heu als Grundlage für alles, keine Heulage und kein Gärheu. Etwas gutes Futterstroh. BT Bierhefe 100 g tägl.
in der ersten Woche und dann immer 200 g tägl. für jeden Tag der Kur.
Bei besonders heftiger Darmproblematik kann auch hier bis 500 g erhöht
werden. Mineralfutter nach Herstellerangaben dosieren - es eignet sich
hier Iwest und Derby Algenmineral je zur Hälfte. Täglich.

Oder ein Mineralfutter und zusätzlich ein Algenpräparat. Zinkpräparat muß
hochwertig sein - z.B. Orthosal, Zn Zink von Weihrauch oder Equipur plus
ebenfalls lt. Herstellerangaben zu dosieren. Täglich. Lebertran bzw.
Dorschlebertran bekommt man in der Apotheke oder im Tierbedarf und
Internet. 20 bis 30 ml täglich.

Um das ganze im Futter fürs Pferd unterzubringen, eignet sich der Hafer (möglichst Schimmelfrei und im ganzen Korn), und bei Pferden die keinen Hafer als Kraftfutter erhalten,eignen sich Heucobs oder Wiesencobs.

Bei wund gescheuerten Pferden eignet sich die Bierhefe als Paste verrührt auf die juckenden Stellen auzutragen (nach dem antrocknen wieder abwaschen).

Nach der Abheilung eignen sich die Tierseife für Mauke und Ekzem von Joveg sehr gut zur Pflege und zur Juckreizhemmung. Noch dazu kommt, das die Pferd sich so viel wie möglich frei bewegen können, ein Pferdedarm braucht Bewegung umrichtig funktionieren zu können - Futtermittel alleine reichen nicht aus - die Stehzeit des Pferdes sollte so gering wie möglich gehalten werden.

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Ich habe selbst einen Ekzemer, der hatte als er ankam Mähnenkamm, Widerrist, Schweifrübe, Kruppe, Bauch, etc. Wund und stellenweise blutig.

Er steht im Offenstall, Heu 24/7. Zusätzlich bekommt er ein Mineralfutter von NaturalHorseCare, Bierhefe, Seealgenpulver und ganzen Hafer.

Meist hängt die Allergie mit Stress, Mineralmangel und Stoffwechselstörungen zusammen.
Bei einem Ekzemer würde ich definitiv eine Blutprobe nehmen lassen, um Mängel bei Zink, Kupfer, Selen oder Mangan feststellen zu können.
Seealgen, Kieselgur, Kräuter, Bierhefe, Vitamine, Mineralien und Aminosäuren wirken sich oft positiv aus.
Generell würde ich zu Bierhefe raten, da diese erstmal den Verdauungstrakt wieder auf Vordermann bringt.

Zusätzlich trägt meiner im Sommer eine Ekzemerdecke, inklusive Maske. Einfach, weil ich ihm das Gejucke ersparen will, bis er soweit wieder "fit" ist, dass es vielleicht auch ohne geht.
Er trug die Decke gerade 3 Tage, da fing er schon an, den Kopf alleine durchs Halsteil zu schieben. Machte deutlich, dass es ihm mit Decke wesentlich angenehmer war. Er trug die Decke den ganzen Sommer, stand damit auch auf der Weide und in der Sonne, geschwitzt hat er darunter nie.

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Kommentar von friesennarr
24.01.2016, 20:21

Frage: Warum bekommt deiner keinen Lebertran?

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