Kann man sich den Arbeitslohn von dem Miterben ausbezahlen lassen?

9 Antworten

Mein Vater hat einen Erbstreit mit seinem Bruder verloren bei dem wir eigentlich das Haus bekommen sollte und der Bruder das Bargeld Vermögen.

Wenn das nicht testamentarisch oder per notariellem Erbvertrag geregelt war, kein Wunder. Erstaunlich ist eher, warum man dazu ein Gericht bemühen muss.

Jetzt ist es leider so aus gegangen das Haus und Bargeld jeweils zur Hälfte geteilt wird.

Logisch. Gesetzliche Erbfolge.

Während dieser Streit Zeit ( 8 Monate)sind wir mehrmals unter der Woche zum Haus gefahren und haben es gepflegt

Da seid ihr ja auch davon ausgegangen, ihr pflegt euer eigenes Haus.

Mein Bruder hat in der gesamten Zeit absolut nichts(!) am Haus gearbeitet

Wieso auch? Wenn hier schon ein Rechtsstreit lief, würde der Bruder sich doch selbst ins Unrecht setzen, wenn er auch nur einen Handschlag an dem Haus ausführen würde, das ihm bislang gar nicht zustand. Ganz abgesehen davon, das der Vater seinem Bruder vermutlich Hausverbot erteilt hätte, selbst gesetzt den Fall, dieser hätte das versucht.

Wir haben unsere Arbeit jeden Tag mit Bildern dokumentiert und die Arbeitszeiten aufgeschrieben.

Schön für euch. Könnt ihr euch buchstäblich ins Klo hängen.

Jetzt möchten wir das der Bruder uns die Arbeitsstunden aus seinem privaten Vermögen

Das geht euch nichts an, und liegt auch - unabhängig von der Falllage - nicht in eurer Entscheidungsbefugnis.

(nicht aus dem Nachlass!) bezahlt.

Geld ist Geld. Ob der Bruder eine Rechnung XYZ aus dem Ererbten oder aus dem vorhandenen Kapital bezahlt, ist völlig egal (ganz abgesehen davon, dass ihr darauf ohnehin keinerlei Anspruch habt). Wie kommt man auf so einen Unsinn?

Wir fordern 15000€ für die 8 Monate Arbeit.

Ich höre den Anwalt des Bruders bis hierher lachen. Klagt das mal ruhig ein - so ein Amtsrichter will auchmal einen guten Scherz vorgetragen bekommen.

Der Bruder hat jetzt einen Anwaltsbrief schreiben lassen indem er sagt "das wir uns ja nicht um das Haus hätten kümmern müssen"

Stimmt. Es ist im Gegenteil so, dass ihr alleine gar nicht befugt wart, ohne Einmütigkeit an dem Objekt *irgendwas* zu tun. Vater und Onkel bilden eine Erbengemeinschaft - und die kann nur einmütig handeln, solange sie besteht. Und da das Gericht bereits festgestellt hat kraft Urteil, dass der gesamte Nachlass an die Erbengemeinschaft geht, waren eure Tätigkeiten - soweit sie nicht formal auf Erhalt und allgemeine Pflege des Objekts abzielten - eure Privatsache. Ihr könnt aber der Erbengemeinschaft die Aufwendungen in Rechnung stellen, die euch entstanden sind. Das sind in erster Linie Auslagen (Porto, evtl. Wartungskosten etc.) sowie Fahrtkosten zum Objekt. das war´s dann aber auch schon. Da der Vater als Nachlassbegünstigter hier im eigenen Interesse am eigenen Objekt tätig geworden ist, kann er auch keine Arbeitsstunden geltend machen - selbst wenn diese Tätigkeit durch die Erbengemeinschaft gebilligt worden wäre (was sie ja nicht ist). Davon abgesehen wären Tätigkeiten allgemeiner Natur bestenfalls mit € 10.--/h abzugelten - und wenn man die nun der Erbengemeinschaft in Rechnung stellen wollte, müssten die aus dem ungeteilten Nachlass beglichen werden (fielen also hier zu gleichen Teilen dem Bruder wie dem Vater selbst zur Last).

und er deswegen uns nichts bezahlt.

Würde ich auch nicht.

Wie kann man da eine Lösung finden?

Ja - vergessen. Hier mangelt es schlicht an jedem Anspruchsgrund.

Ist das überhaupt ein gültiger Verweigerungsgrund?

Einen nicht legitimen Anspruch kann man jederzeit mit einem einfachen "Nein" zurückweisen. Wenn ihr das einklagen wollt, bitte. Das hat dann aber mit der Nachlassregelung nichts mehr zu tun, sondern wird eine Zivilklage mit 99% Chance auf Ablehnung, resp. sie wird gar nicht erst zur Entscheidung angenommen.

Unser Anwalt hat heute gemeint wir sollen alles dokumentieren, er kämpft dann vor Gericht dafür das wir Geld bekommen

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@DarknessWing

Klar.

Der Anwalt erhält sein Honorar in jedem Fall.

Nochmals - lasst es einfach. Ihr werft nur sinnlos Geld, Zeit und Nerven zum Fenster raus.

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Vielleicht hättet ihr nicht so übertreiben müssen. Da euch das Haus zur Hälfte gehört, und ihr sogar dachtet, es ganz zu bekommen, war es doch klar, dass ihr ein größeres Interesse am Haus hattet als der Bruder. Hättet ihr dem Bruder - wäre das Verfahren anders ausgegangen - denn Geld gegeben, wenn er den Garten gemacht hätte?

Und nun rechnet mal: Ihr fordert 15.000 Euro. Das ist eurer Meinung nach die Hälfte des euch zustehenden Arbeitslohns. Ihr habt in 8 Monaten Arbeit für 30.000 Euro geleistet? Rechnet man 10 Euro pro Stunde hättet ihr 3.000 Stunden geschuftet., also 37,5 Stunden im Monat. ein ganze Arbeitswoche für Gartenarbeit? Auch im Winter?

Offensichtlich habt ihr doch fälschlich behauptet, dass das Haus euch zustehen würde und dein Onkel musste sein Recht erst erstreiten.
Entsprechend habt ihr die Arbeiten in eigenem Interesse vorgenommen und nicht für jemand anderen.

GOA scheidet also aus, bleibt nur noch Bereicherungsrecht und müsstet ihr jetzt nachweisen, dass da Haus deswegen mehr wert ist ...

bleibt nur noch Bereicherungsrecht

Korrekt. Ergo die nächste Zivilklage.

und müsstet ihr jetzt nachweisen, dass da Haus deswegen mehr wert ist ...

Ebenfalls korrekt.

Manche haben scheinbar echt nichts besseres zu tun, als ihr Geld für Anwälte und Gutachter zum Fenster rauszuwerfen. Naja, jedem sein Hobby.

Vermutlich dürfte das Objekt zwischen Tag des Erbfalls und Tag des Urteils zwar ggfs. im Wert zugelegt haben (oder auch nicht), aber die Gartenarbeit wird daran vermutlich nur einen Bruchteilsbetrag von vielleicht ein paar Hundert € hergeben. Denn wenn der Vater da irgendwas Wertsteigerendes widerrechtlich (Erbengemeinschaft!) eingebaut hat, muss er das auf eigene Kosten wieder ausbauen. Verbotene Eigenmacht.

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Wenn er euch nicht beuftragt hat, muss er auch nichts bezahlen. Und: 15000 € für 8 Monate Gartenarbeit ist reichlich üppig. Wieviele Arbeitsstunden habt ihr denn aufgewendet?

Ich zieh mal ne Analogie zu den GoA Fällen, hier wohl denkbar. Dann könnt ihr das wohl, wenn überhaupt, nur verlangen wenn ihr das beruflich macht. Das macht ihr wohl nicht -> keinen Anspruch. Übrigens sind 30.000€ für 8 Monate ziemlich happig, denn wenn müsst ihr die Kosten ja durch 2 teilen 🤷‍♂️

an der Stelle von dem Bruder würde ich euch nix bezahlen und es auf einen Prozess ankommen lassen 🤷‍♂️

Nicht nur das, es mangelt hier auch an der Beauftragung. Wo soll hier ein Anspruch entstanden sein? Und € 1875.--/Monat ist die nächste Lachnummer.

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@FordPrefect

Naja ne GoA ist ja gerade ohne Auftrag ^^ aber trotzdem wird das nicht durchgehen

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