Kann man sich an depression gewöhnen?

8 Antworten

Ich würde es nicht "mich daran gewöhnen" nennen, aber eine Depression kann solange dauern, dass sie sich alltäglich anfühlt. So war es zumindest bei mir. Die Depression war halt immer da, egal was ich machte und ich konnte mich (emotional) nicht mehr daran erinnern, das es je anders war. Ich habe auch nicht geglaubt, das es bei mir anders sein könnte. Das bedeutet nicht, dass es nicht beschissen war, aber es war eben normal für mich geworden. Ich bin abends damit ins Bett gegangen und morgens wieder damit aufgestanden. Am Tag hab ich oft gar nicht daran gedacht, aber die beschissenen Gefühle waren irgendwie ständig da. Manchmal schwächer, wenn ich durch irgendetwas ablenkt war, oder stärker, wenn ich z.B. gerade einen richtig blöden Fehler gemacht hatte. Das Lachen war nur noch mechanisch und diente dazu, die Leute auf Abstand zu halten, damit sie keine blöden Fragen stellten oder mich gar verletzten. Die düsteren Gefühle und Gedanken waren alle schon lange bekannt. Und ich wusste, welche Dinge sie kurz verschwinden lassen konnten - wenn ich Glück hatte. Alles in allem wurde ich mit der Zeit richtig gut im depressiv sein.

Das ist es vielleicht, was du mit "daran gewöhnen" meinst. Schön ist es trotzdem nicht und ich bin unendlich froh, dass ich dann mit einer Therapie angefangen hatte und sich langsam was verbessert. Die Depression ist immer noch nicht schön, aber jetzt ist sie für mich nicht mehr "normal", sondern meist nur noch richtig nervig. Und das ist gut so. Das sorgt dafür, dass ich weiter mache. Also such dir Hilfe und bleib auf jeden Fall dran. Vielleicht wird es uns nie so gut, wie anderen Menschen gehen, aber wir haben zumindest "ein bisschen besser" verdient.

ich hab gerade gelacht und geweint als ich dieses forum entdeckt hab, lieg wiedermal schlaflos und grübelnd im bett und komm einfach mal auf die idee, dass allwissende internet zu fragen, ob es zur normalität werden kann, ständig selbstmordfantasien zu haben und ob es menschen gibt die trotz dieser verdammten ups und downs klar im leben kommen und das ohne therapien. ich hab schon die schnauze voll täglich diese hiv-unterdrücker-pillen nehmen zu müssen, da hab ich wirklich keinen bock noch mehr schlucken zu müssen. ich weiß nicht ob es eine gute idee ist sich damit abzufinden, dass ich einen leichten dachschaden hab, aber langsam lern ich, mir jedesmal wenn ich im dunkeln unter der decke liege und mich nur bewege wenn ich schon dringenst aufs klo muss, einzureden, dass das vorbei geht. spätestens in ein zwei tagen, schaff ich es sicher wieder nach draußen. früher hat mir schnaps dabei geholfen, hat aber letzendlich nur zu anzeigen und haftstrafen geführt, jetzt versuch ichs einfach mit kaffee und einem sehr lauten wecker, der weit vom bett wegsteht, mit den schuldgefühlen komm, den das leben geht nunmal weiter und falls es irgendwann mal zu ende ist.... was kümmerts mich dann noch? aber solang ich auf dieser welt bin, möcht ich was sehen und erleben, da nerven zwar diese zusammenbrüche gewaltig, aber es ist nun mal ein teil meines charakters und ab und an gefällt mir sogar diese wehmut und diese gewissheit, dass das mein ich ist, dass das meine gedanken sind und daran will ich keinen"fachmann" herumpfuschen lassen, nur um "gesellschaftstauglich" zu werden. also das ist meine meinung und ich bin dafür, dass man das recht haben sollte zu "gehen" wann man will und nicht weil man eingeredet bekommt "gesellschaftsuntauglich" zu sein, sondern weil es jedem selbst überlassen sein sollte, wieviel er verträgt. ich finde trotz all dieser dunklen phasen, selbstzerstörenden gedanken, hatte ich auch viele schöne momente und weiß wie riesengroß die welt ist und auch wenn es mir manchmal so vorkommt als ob ich ganz allein dastehe, wird es mindestens einen geben der um mich weint und das hält mich am leben. 😉lg fil

Hallo :) Ich komm gleich mal zum Punkt. Daran gewöhnen würde ich es jetzt nicht nennen, da Depressionen (egal wie lange man darunter leidet oder wie schlimm es andere sehen) die ganze Zeit über an einem selbst "zerren" und von Zeit zu Zeit schlimmer oder sich auch, im besten Fall, in die positive Richtung bewegen können. Auch wenn andere einem selbst oft nicht ansehen, dass man Depressionen hat, da man im Alltag vielleicht lacht o. ä., hat man sich nicht daran gewöhnt. Depressionen bleiben (meiner Meinung nach) so lange sie einen beschäftigen und man keinen hat, bei dem man sich ohne etwas schlimmes befürchten zu müssen, mal so richtig "ausheulen" kann. Ich finde eine Therapie ist erst dann nötig(bzw. Sollte erst dann Thema sein), wenn auch das "ich-heul-mich-bei-meiner-ganz-persönlichen-Vertrauensperson-aus" nichts oder nur wenig hilft. Ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. Bei Fragen einfach melden ;)

LG schneeleopard

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