Kann man sich als "Sarah" kostenlos in "Sahra" umbenennen, wenn der Name im Krankenhaus aber nicht am Standesamt akzeptiert wurde?

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6 Antworten

Bei Sahra Wagenknecht hat das jedenfalls geklappt...

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Kommentar von life1990
15.07.2016, 09:09

musste sie dafür zahlen?

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Für eine rechtlich wirksame Namensbestimmung ist allein das Standesamt zuständig. Dies gilt sowohl für den Nachnamen als auch für den Vornamen.

Ausschlaggebend ist also nicht der Vorname der auf das Band im Krankenhaus geschrieben wurde (hier kann ja ein Schreibfehler des Krankenhauses vorliegen), sondern die Namensbestimmungserklärung der Kindeseltern und die Beurkundung im Standesamt. Das Standesamt hat sich dabei an die gesetzlichen Regelungen zur Vornamensvergabe zu halten. In Deutschland kann nicht wie in Amerika irgendein Vorname vergeben werden. Ein Vorname in Deutschland muß das Geschlecht eindeutig erkennen lassen, er muß den deutschen Rechtschreibregelungen entsprechen und er darf nicht das Kindeswohl gefährden.

Da der Name Sahra aus dem arabischen kommt und nichts mit dem Namen Sarah zu tun hat, kann es sein, dass dies kein Zulässiger Name war als das Kind geboren wurde, oder aber das Standesamt hat sich verschrieben bei der Beurkundung.

Im ersten Fall kannst du nichts machen, da die Kindeseltern dann einen Alternativnamen (Sarah) wirksam bestimmt haben.

Im 2. Fall kannst du eine Berichtigung deines Geburtsnamens beim Standesamt beantragen, sofern du nachweisen kannst, das es sich um einen Schreibfehler des Standesamtes handelt und die Eltern des Kindes eigentlich Sahra bestimmt hatten. Dies sollte dann kostenfrei sein, weil es ein Fehler des Standesamtes war.

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Kommentar von life1990
15.07.2016, 07:53

Ich fürchte es war der 1. Fall der Fall. Aber dann ist das Standesamt einfach nur dumm. Ist mir nicht nachvollziehbar warum der Name so nicht akzeptiert wurde.

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Die Antwort findet man ab Nr. 62 im NamÄndVwV (Allgemeine Verwaltungsvorschridt zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen):

"Vornamen dürfen nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund ihre Änderung rechtfertigt."

Die Frage, die du dir also stellen musst, ob eine derartige Änderungein "wichtiger Grund" ist. Die Kosten für die Änderung belaufen sich auf ca. 250 €.

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Kommentar von life1990
15.07.2016, 07:54

Na ja sie fühlt sich vom Standesamt diskriminiert. Und finde es blöd, dass es durch ihren häufigeren Namen oft zu Verwechslungen kommt!

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Hier wäre ein Blick in die "Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen" anzuraten (das BGB behandelt eigentlich nur die Änderung von Nachnamen).

Sollte der Name standesamtlich eingetragen worden sein, ohne daß die Ablehnung des eigentlich gewünschten Namens gerichtlich angefochten wurde, ist hier "Sarah" wie jeder andere Vorname zu handhaben.

Eine Änderung des Vornamens bei Kindern im Alter ab 1 Jahr und unter 16 Jahren käme nur aus schwerwiegenden Gründen zum Wohl des Kindes in Betracht (also müßte eine Kindeswohlgefährdung nachgewiesen werden), die hier nicht gegeben wären.

Dann kämen noch die "normalen" Änderungsgründe:

  • - Kann es zu Verwechslungen führen? (nicht hinreichend erfüllt)
  • - Ist Sarah zu exotisch? (Eher nicht)
  • - Ist Sarah schwierig zu schreiben oder auszusprechen? (Nicht wirklich)
  • - Ist es ein ausländischer Name, der bei Einbürgerung zur Vereinfachung angepaßt werden soll? (Nee, nix da)

Kurz: selbst gerichtlich dürfte hier eine "Änderung" nur dann erreichbar sein, wenn man noch ein Recht hätte, die Ablehnung anzufechten. Wurde der Name rechtswirksam niedergelegt, kann man es m.E. vergessen.

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Kommentar von martinzuhause
15.07.2016, 08:01

sie will sich ja in sahra umbenennen lassen. das wird garnicht gehen. nicht jeder ausländische name muss hie anerkannt werden

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Da da kein wichtiger Grund vorliegt, wird der Antrag wohl abgelehnt werden.

Eine Änderung des Vornamens kostet irgendwas bis ca. 250 Euro. Plus natürlich die Kosten für die Änderung der vorhandenen Dokumente.

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Das wird gar nicht gehen, weil ein wichtiger Grund vorliegen muss (lächerlich klingender Name etc.) Beantragen kann man aber alles, und im Falle einer Ablehnung sind die Kosten auch geringer als bei einer Änderung. Was es kostet, richtet sich nach dem Einkommen, max. um die 250 Euro, Ablehnung kostet nur einen Bruchteil

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