Kann man sich alleine, komplett ohne Hilfe von anderen Programmieren beibringen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Ich glaube, die aller aller aller wenigsten Informatiker / Hacker / Entwickler haben ihre ersten Erfahrungen mit der Programmierung im Beisein eines Lehrers oder in Form eines Kurses gemacht.

Die wichtigste Fähigkeit, die man als Software-Entwickler haben sollte, ist selbstständig passende Quellen zu finden und zeitnah Neues lernen zu können.

Dazu zählt auch die Fähigkeit, sich durch extrem zähen Stoff durchbeißen zu können! (Auch wenn man hin und wieder von Kollegen oder Vorträgen "inspiriert" wird, investiert man letztendlich doch später selber Zeit in selbstständiges Lernen.)

Ich kenne keinen einzigen ITler persönlich, der anfangs in einem VHS-Kurs oder im Grundstudium Programmieren gelernt hat. (Gut, ich kenne drei. Aber der eine kommt über Excel-Makros nicht hinaus, der andere baut auch heute noch ausschließlich Batch-Files zusammen, und der Dritte hat auf irgendwas mit BWL umgeschult.)

Natürlich ist ein systematisches Lernen an der Uni sehr sinnvoll, vor allem weil man sich da auch mal mit "uninteressanteren" Dingen wie QS, UML, Patterns, State-Machines und trockener Theorie beschäftigen muss bzw. darf, aber gaaaanz am Anfang lernt man eigentlich immer selbständig mit Büchern und "frickelt" sich Stück für Stück nach oben. :)

Ich habe als 8-Jähriger mit Assembler angefangen. Mein Antrieb war, einen polymorphen Bootsektor-Virus zu schreiben, weil ich mal davon gelesen hatte, und das Thema extrem spannend fand ... hahaha ... aber dabei habe ich extrem viel gelernt! (Disclaimer: Ich habe natürlich nichts verbreitet, denn damals war mir schon klar, dass man anderen Leuten nicht schaden sollte. Aber zu Übungszwecken ist das Entwickeln von Malware in den eigenen vier Wänden sehr gut geeignet!)

Danach habe ich mir C beigebracht. Dann BASIC. Dann C++. Die Reihenfolge weiß ich nicht mehr, aber irgendwann kamen dann Java, Bash, Perl, Python, Ruby, Scheme, Erlang und ... äähhhh ... noch einige zich (nicht übertrieben, wirklich zich!) weitere Sprachen hinzu, wozu auch Nicht-Programmier-Sprachen wie HTML, SQL, VHDL, usw. zählen.

Ständig benutzen tue ich davon heute bei der täglichen Arbeit auf ein halbes Jahr gerechnet bestimmt an die zwanzig. Und wenn mich alle paar Jahre mal wieder Nostalgie-Gefühle kitzeln, kommen auch manchmal einige Exoten aus der Mottenkiste, für die ich normalerweise kaum noch Anwendung habe.

Inzwischen kommt es mir beim Programmieren extrem auf Eleganz, Effizienz, Sicherheit und Sauberkeit an. Unabhängig von der Sprache. Mir ist immer sehr wichtig, die Unterschiede von Sprachen heraus zu arbeiten, sich darauf zu konzentrieren, und diese dann als Stärken sinnvoll einsetzen zu können.

(Deshalb mag ich auch Sätze wie "Sprache A ist fast gleich wie Sprache B, nur die Syntax ist ein bisschen anders" oder "Kann man eine, kann man alle" überhaupt nicht, da mir im Laufe der letzten 30 Jahre keine zwei Sprachen begegnet sind, auf die das zuträfe. Jede Sprache hat ihre individuelle Daseinsberechtigung, auch wenn sie noch so eklig ist! Sogar PHP! Kann man kaum glauben, oder?) :)

Das Programmieren an sich ist zwar eine Kunst, aber im Endeffekt "bloß" ein (wenn auch sehr mächtiges) Werkzeug. Dass andere Werkzeuge (Build-Tools, Debugger, Statische Codeanalyse, etc.) ebenfalls mindestens genauso wichtig sind, merkt man erst später; viele sogar erst während des Studiums.

Trotzdem: ich möchte wetten, dass weit über 95% aller wirklich guten Programmierer schon in der Kindheit oder spätestens als Jugendliche mit irgendeiner Form des Programmierens angefangen haben. Und zwar selbstständig und ohne Lehrer. (Wie gesagt, von Inspirationshilfen mal abgesehen.)

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster, und werde für folgenden Satz vermutlich auch Kritik ernten: Ich denke, dass Leute, die das Programmieren nicht selbstständig angefangen haben, nicht zu den wirklich Guten zählen, sofern (!) sie nicht noch schnell die Kurve bekommen haben. Wer auf Kurse und Seminare wirklich angewiesen ist, und keine Freude dabei empfindet, stundenlang in Handbüchern und API-Docs zu blättern, hat vermutlich ein Problem. (Und jetzt schlagt mich!) :)

Fazit:

Gerade (!) das Programmieren ist für Autodidakten sehr gut geeignet. Aber richtig toll wird es, wenn man an der Uni das erste mal richtige Mathematik hat, und diese dann mit den vorher gelernten Programmierkünsten kombinieren kann. Halleluja! :)

Oh, Frühstück ist fertig ...

Schönen Tag noch! :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von MarkusGenervt
05.03.2017, 11:36

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster, und werde für folgenden Satz vermutlich auch Kritik ernten:
Ich denke, dass Leute, die das Programmieren nicht selbstständig
angefangen haben, nicht zu den wirklich Guten zählen, sofern (!) sie nicht noch schnell die Kurve bekommen haben. Wer auf Kurse und Seminare wirklich angewiesen ist, und keine Freude dabei empfindet, stundenlang in Handbüchern und API-Docs zu blättern, hat vermutlich ein Problem. (Und jetzt schlagt mich!) :)

Ich bin ja jetzt nicht so der Kuschelige, aber lass Dich mal umarmen und herzlich danken! ;))

Ohne den unbedingten Willen zur Perfektion und auch Eigen-Motivation tritt man einfach nur auf der Stelle.

1

Ich bin seit den 1970-iger Jahren Anwendungsprogrammierer und habe damals Makro-Assembler und Cobol gelernt und damit beruflich jahrelang gearbeitet. Ich habe mir im Laufe der Zeit C, C++ und Python selbst beigebracht und habe nachdem Cobol in den Hintergrund geraten ist einfach mit C weitergearbeitet. Eine Zeit lang habe ich mit einer Generatorsprache 4 GL hauptberuflich programmiert, Lehrgänge habe ich dafür nie besucht.

Ich denke wenn man mit einer Programmiersprache berufliche Erfahrungen gesammelt hat und wenn man die unmöglichsten Projekte durchgezogen hat, ist der Umstieg auf eine andere Programmiersprache schnell geschafft, es ändert sich hauptsächlich die Syntax und die gewissen Eigenheiten einer Programmiersprache muss man eben lernen.  

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das habe ich nur so gemacht und ich bin – bei aller falschen Bescheidenheit – trotzdem gut. :)

Allerdings geht es kaum ohne Hilfe von Hilfs-Texten und -Dokumenten. Das hatte ich am Anfang (mangels verfügbarer Dokumentation & Internet) nicht gehabt und das war wirklich hart. Ich hatte lediglich die allgemeine Syntax und einen Satz der möglichen Befehle aber noch nicht mal die Parameter. Das Herumprobieren hat wirklich lange Zeit gebraucht.

Doch heutzutage hast Du jede nur erdenkliche Hilfe im Netz. Wenn das nicht reicht, dann fehlt es an anderer Stelle.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fred0212
05.03.2017, 07:50

Welche Sprachen hast du gelernt?

0
Kommentar von TeeTier
05.03.2017, 10:18

Allerdings geht es kaum ohne Hilfe von Hilfs-Texten und -Dokumenten. Das hatte ich am Anfang (mangels verfügbarer Dokumentation & Internet) nicht gehabt und das war wirklich hart.

Boah, ja! Das kenne ich auch noch gut. Damals hat man i. d. R. mit technischen Dokumenten gelernt, falls man überhaupt den Luxus hatte, da irgendwie ran zu kommen.

In der Bibliothek waren die heiß begehrten Bücher sowieso immer dauer-ausgeliehen und wenn man sie doch mal in die Finger bekam, hat man im Kopierladen ein Vermögen bezahlt um die ersehnten Werke Seitenweise in stundenlanger Kleinarbeit für den Eigenbedarf zu duplizieren.

Oft hat man einfach andere Quelltexte auf Muster hin untersucht und sich dann irgendwie Trial-and-Error-mäßig im Schneckentempo und mit vielen printf-artigen Ausgabefunktionen (falls überhaupt vorhanden) voran bewegt.

Habe damals auf einer Shareware-Diskette die Adresse eines Autors irgendwo in den USA gefunden, wobei es keinerlei Angaben zum Buchinhalt gab, sondern nur den - nicht viel sagenden - Titel gab.

Also zur Bank gerannt, Mark in Dollar umgetauscht, alles in einen Brief gepackt, zur Post gebracht, und keine 3 Monate später kam tatsächlich das Buch an. Irgendwann kamen dann ja "moderne Bestellmethoden" wie Mailorder hinzu, ganz zu schweigen von den heutigen Webshops.

Ach jaaa ... die Jugend von heute hat es einfach viel zu gut. ><

1

Ja ich habe mir innerhalb 3 Jahre mit Büchern, Websiten, Tutorials und Ausprobieren

Java, Css, Php, Html, Java Script und Sql beigebracht...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fred0212
05.03.2017, 13:29

Und was würdest du sagen, ein wie guter Programmierer du bist?

0

Das Internet ist deine Hilfe. Sofern du keinen Kurs/Lehrer/etc. hast, recherchierst du im Internet alle Themen nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fred0212
05.03.2017, 13:30

Ich hab nach Anfängerkursen für Javascript in Berlin gesucht, aber nichts gefunden... nur Weiterentwicklungskurse. Ich will gerne Apps programmieren lernen.

0
Kommentar von MindShift
05.03.2017, 13:51

Javascript wird auch nicht für Apps programmieren benutzt :D Wie gesagt, du kannst im Internet recherchieren oder Bücher kaufen.

0
Kommentar von MindShift
05.03.2017, 18:32

Java

0
Kommentar von MindShift
05.03.2017, 19:16

Also die Standardsprache für Android Apps ist Java, es kann aber auch sein dass es mit C++ möglich ist.

0

Ja, kenne 2 die es ohne Hilfe geschafft haben und Apps programmieren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Fred0212
05.03.2017, 07:39

welche Programmiersprache?

0

Was möchtest Du wissen?