Kann man sein anteiliges Haus-Erbe auszahlen lassen, obwohl das Haus noch mit Schulden belastet ist?

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9 Antworten

Unterstellt, dein Miteigentumsanteil ist dir durch testamentarische Verfügung oder durch gesetzliches Erbe der Verstorbenen zugefallen, besitzt du den anteiligen Verkehrswert, trägst aber gleichzeitig ebenso die Verbindlichkeiten (Tilgung und Zinsen einer Hypotjek) wie sämtliuche Lasten (Steuern, Grundbesitzabgaben, Versicherungen, Instandsetzungskosten usw.) jeweils zu 1/6 mit.

Natürlich kannst du deinen Miteigentumsanteil abzgl. der anteiligen Hypothekenverbindlichkeiten einem der Miteigentümer zum Kauf anbieten und veräußern.

Dieser Kaufvertrag wäre zwingend notariell zu beurkunden.

G imager761

Anwalt und Notar haben mit einer Erbauseinandersetzung zunächst einmal nichts zu schaffen! Das ist eine freiwillge Regelung zwischen den beteiligten Erben. Das Ausscheiden aus der Erbengeminschaft gegen Zahlung einer auszuhandelnden Abfindung wäre dann eine Sache die ma über einen Notar regelt, der dann diese Urkunde dem Grundbuchamt zur Berichtigung des Grunches im Zuge der einvernehmlichen Erbauseinandersetzung einreicht. Erzielen Sie keine Einigung, dann bleibt die Möglichkeit der Teilungsversteigerug zur Aufhebung der Erbengemeinschaft. Der Versteigerungserlös würde dann nach Abzug aller Kosten und der auf dem Objekt lastenden Restschuld unter den Erben gleichmäßig anteilsgerecht durch Zuweisung im Verteilungstermin verteilt.

Jetzt meine Frage: Ich weiß das man sein anteiliges Haus-Erbe ausbezahlen lassen kann nur es kann sein das noch Schulden das Haus belastet,

Bei der Testamenteröffnung wurde doch sicher erwähnt, ob noch Schulden vorhanden sind.

Du hast als Erbe das Recht dir einen Grundbuchauszug zusenden zu lassen, darauf ist unter anderm auch ersichtlich ob noch Grundschulden eingetragen sind.

Bei der monatlichen Abrechnung für das Haus würden die übrigen Erben sicher von dir anteilig die Raten und Unkosten verlangen.

Falls du noch keine Aufstellung der Verbindlichkeiten erhalten hast, bitte sie um diese.

Bei einem Verkauf werden dir vom Erlös die gesamten Schulden abgezogen.

Nicht nur diese die eventuell auf das Haus lasten, sondern die Schulden vom gesamten Erbe.

Jeder Miterbe hat das Recht, sich von der Erbengemeinschaft zu lösen und sich seinen Anteil von den übrigen Mitgliedern auszahlen zu lassen", sagt Stefan Walter, Jurist beim Eigentümerverband Haus & Grund. "Fehlt den Miterben dazu das Geld, kann der Aussteiger die Immobilie zwangsversteigern lassen." Wollen die übrigen Erben das Haus behalten, müssen sie bei der Teilungsversteigerungs mitbieten.

Quelle:

http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article8163209/Gemeinsam-erben-kann-Probleme-bringen.html

Vermögen minus Schulden gleich Erbe. Das ist das eine.

Du kannst deine Miterben bitten, dich auszuzahlen. Wenn sie das nicht können oder wollen und du auf dein Geld jetzt schon bestehst, läuft es auf eine Teilungsversteigerung hinaus. Das bedeutet, das Haus wird zwangsversteigert. Unabhängig von den anderen Folgen bleibt für dich dann unterm Strich definitiv weniger Geld.

Tut mir leid, ich hab nur gefährliches Halbwissen, aber ich glaube die andern müssen dich auszahlen. Das wird bei uns auch später so sein (3 Kinder, 2 Haushälften, zwei oder einer wird ausbezahlt). So hats mir mal jemand erklärt.

Erbbeschissene 08.06.2012, 08:43

CzumReam: "....aber ich glaube die andern müssen dich auszahlen. Das wird bei uns auch später so sein"

Müssen sie gar nicht - mein Bruder ist mittlerweile Millionär und läßt durch seinen Anwalt mitteilen, daß ihm die notwendigen finanziellen Mittel fehlen, um seiner Schwester ihr lächerliches 1/6 von ein bißchen Elternhaus auszuzahlen. Er hat gerade seiner Frau ein Haus gebaut, ihr einen BMW vor die Tür gestellt, 2 Kinder gemacht und 3 Wochen Amerikareise gesponsert.

Es gibt nur eine Möglichkeit, weil wir die Verlierer sind: Zwangsversteigerung! Da bleibt vielleicht ein kleiner Rest..

CzumReam - bitte sei nicht so blauäugig; wenn es ums Geld geht, hört die Familie auf. Vor allem wenn Du auch habgierige Schwägerinnen besitzt...

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Da kannst du ja nachfragen. Sollten Schulden dieses Haus belasten, erbst du zugleich 1/6 der Schulden.

Du kannst das Erbe aber auch ausschlagen. Dann bekommst du nix, musst aber auch nix zahlen.

Also abwägen, ob das Erbe grösser ist als die Schulden (falls welche vorhanden sind).

Baudelaire 29.03.2012, 10:29

Die Mutter ist seit 5 Jahren tot, da ist nichts mehr mit Erbauschlagung.

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Wenn Schulden drauf sind, hast du die mitgeerbt. Also wird das Anteilig verrechnet. So war das glaub auch bei uns.

Du erbst auch die Schulden mit -, es sei denn -, Du schlägst das Erbe aus . Das wäre vielleicht in diesem Fall sogar ratsam....

Wie sieht den genau das Testament aus? Vor- und Nacherbfolge, Vermächnis.... Gibt es überhaupt ein Testament?

So einfach ist das gar nicht....

Auszahlen lassen kann man sich, aber bitte erst die Fragen beantworten.

Ludi1982 29.03.2012, 11:55

Ein Testament gab es nicht da meine Mutter sehr jung starb-> 42Jahre, falls ich ausgeschlagen hätte, würden die Geschwister meiner Mutter als Nacherbefolge angesehen.

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user1245 29.03.2012, 14:02
@Ludi1982

Ohne Testament = Gesetzliche Erbfolge

Deine Rechnung stimmt also, mit 1/6. Es muß allerdings daran gedacht werden, Das man den finanziellen Punkt am Todestag deiner Mutter nehmen muß. Wenn also vor 5 Jahren noch 50.000€ Schulden vorhanden waren, dann wird der Wert des Hauses den Schulden gegengerechnet und von der Differenz steht dir 1/6 zu. Da man Vermögen, genau wie Schulden erbt, ist es gut möglich, dass du nur Schulden erbst.

Die Rechnung ist nicht einfach und sollte auch von einem Anwalt berechnet werden. Ein Notar ist auf jeden Fall von Nöten, denn es muß ein Vertrag aufgesetzt werden, dass du bereits ausgezahlt wurdest. Dein Vater wird dich wahrscheinlich für seinen Todesfall nur auf den Pflichtteil setzen. Enterben kann er dich nicht.

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imager761 29.03.2012, 14:58
@user1245

Das man den finanziellen Punkt am Todestag deiner Mutter nehmen muß. Wenn also vor 5 Jahren noch 50.000€ Schulden vorhanden waren, dann wird der Wert des Hauses den Schulden gegengerechnet und von der Differenz steht dir 1/6 zu

Das ist falsch.

Die Verbindlichkeiten und Lasten der Immobilie trägt sie seit 2007 anteilig mit bzw. hätte sie nächträglich zu zahlen: Die Miteigentümer könnten ggf. 5 Jahre lang Kostenersatz verlangen, wenn sie Tilgung, Zinsen, Grundbesitzabgaben, Reparturkosten usw. nicht oder nicht vollständig anteilig geleistet hätte. :-(

Der Kaufpreis ihres Miteigentumsanteils bemißt sich anhand des aktuellen Verkehrswertes abzgl. ihrer zum Zeitpunkt des Verkaufs offenen anteiligen Verbindlichkeiten.

Die Lasten des Besitzes (Steuern, Reparaturkosten usw.) gehen mit Grundbucheintrag dann auf die Eigentümer über, wären also mit 5/12 ebenfalls noch zu tragen, falls der Eintrag Mai 2012 erfolgt.

Unterstellt, die Immobilie wäre 180 TEUR Wert und wäre derzeit noch mit 60 TEUR belastet, könnte sie also 20.000 EUR vom bzw. von dem oder den Käufer/n erlösen und trüge ab Grundbucheintrag weder Schulden noch Lasten der Immobilie.

G imager761

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