Kann man sagen dass Buddhisten religiöse Atheisten sind?

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13 Antworten

Ich selbst bin Buddhist und helfe gerne weiter.

Der Buddhist ist eine Religion ohne Lehre von einem allmächtigen Schöpfergott und äußert sich zu bestimmten metaphysischen Fragen nicht.

Es gibt eine Lehre mit einer Art von Heilsversprechen durch Selbstbefreiung, die durch die Praxis der Meditation und achtsames Handeln unter Einhaltung von Sittlichkeitsregeln erlangt werden kann.

Das ist etwas, das den Buddhismus von einer reinen Philosophie unterscheidet. Dass es verschiedene religiöse Rituale gibt, mag man dagegen auf asiatischen Lokalkolorit reduzieren.

Es gibt auch buddhistische Lehren, welche den gleichzeitigen Glauben an einen ewigen Gott schwierig machen - etwa die Lehre, das alles ewiger Veränderung unterworfen ist, denn davon wäre auch Gott betroffen.

Dennoch existieren  Buddhisten, die ein personifiziertes Gottesbild haben, das dann allerdings aus einer anderen Religion stammt.

So gibt es beispielsweise buddhistische Lehrer die zugleich christliche Priester sind und darin keinen Widerspruch sehen.

Meiner persönlichen Meinung nach sollte man den Buddhismus jedoch nicht zu sehr verbiegen, denn er ist alles andere als eine leichte Lifestyle-Religion für moderne Esoterik-Jünger, die sich nicht festlegen wollen.

Die Lehre "das alles Leben leidvoll ist" und das Gelöbnis, "das Leiden zu überwinden", oder sogar, wie im Mahayana-Buddhismus, das Versprechen "alle fühlenden Wesen zu retten" sind hohe Ansprüche.

Der Buddhismus erfordert also gewisse Anstrengungen. Wer da dann noch mit okkultistisch-spiritistischen Vorstellungen kommt, tut sich damit meiner Meinung nach keinen Gefallen.

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 15:15

Demnach wäre Buddhismus eher einer Philosophie zuzuschreiben.

Wie ich gerade festgestellt habe gibt es für den Begriff Religion über 100 Definitionsversuche an der keines allgemein Anerkannt wurde.

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Lieber Coldnez,
im Buddhismus wird traditionsübergreifend (in der Theravada-, Mahayana- oder Vajrayana-Richtung) die Existenz von Göttern in anderen Daseinsbereichen gelehrt. Den Buddhismus als eine Religion ohne einen Gott zu bezeichnen wäre nur dann korrekt, wenn man einen allmächtigen und ewigen Schöpfergott (in Anlehnung an das allgemeine Gottesverständnis im christlichen Glauben) unter der Bezeichnung "Gott" verstünde - einen solchen lehrt der frühe Buddhismus nicht. Alle Wesen, darunter auch sämtliche Götter, werden als der Geburt, dem Altern und dem Sterben unterworfen gelehrt und nur als mit begrenzter Macht begabt.

So finden sich in einigen Lehrreden des frühen Theravada Buddhismus in denen der Buddha als Lehrer der höchsten Götter erscheint. Vielleicht ist auch ein Link zu einer Fragestellung, die sich auf den buddhistischen Kosmos bezieht, nützlich (eine Antwort von mir ist auch gegeben): https://www.gutefrage.net/frage/frage-zum-buddhismusreinkarnation-goetter?foundIn=list-answers-by-user#answer-201007689. Ich hoffe du konntest der Antwort etwas hilfreiches abgewinnen.

Herzlichst

Dukkhanirodha

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hi Coldnez - nein, das stimmt nicht. Eine solche Fehleinschätzung, entweder in denunziatorischer Absicht oder aus Unkenntnis, stammt von Monotheisten, die in der alten Buddha-Lehre ein klares Bekenntnis zu Gott oder Göttern vermissen.

Tatsächlich hat sich der historische Buddha stets geweigert, Fragen nach Gott, dem Jenseits, der Seele, dem All, ja überhaupt alle philosophischen und religiösen Fragen zu beantworten. Man nennt dies das "Schweigen Buddhas", denn er lehrte, all derartige Fragen sind ungedeihlich, nicht zum Ziel führend, und er lehre nur die "Allgegenwart des Leiden", "seine Enstehung, sein Vergehen und den Weg zur Aufhebung des Leidens."

In den Pali-Sutras werden die vedischen Götter als rein geistige, langlebige aber auch dem Verlöschen unterworfene Personen dargestellt, zu denen aber der Buddha-Schüler keine religiöse Beziehung entwickelt.

Wenn überhaupt eine Bezeichnung passt, so ist die Buddha-Lehre am ehestens als eine spirituelle Psychologie, ideologie-feindliche, religiösen Glauben verwerfende  Übungspraxis definiert.


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Warum sollten Atheisten, also Nichtgottgläubige, genauso wie Nichtraucher oder Nichtschwimmer nicht vielerlei Religionen, Philosophien und Weltanschauungen anhängen? Worin besteht da Dein "logisches" Problem?

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Buddhismus gehört zu den atheistischen Religionen. Das heißt keinesfalls zwingend, dass Buddhisten Gott oder Götter "ablehnen". Götter sind schlicht kein Bestandteil ihrer Lehre.

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Einfacher gesagt: wer Gott bekennt und tut nicht, was ER sagt, ist ein Lügner (1.Joh.2,4).

Weil aber der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) durch seine "Religionen" alle verführt hat (2.Kor.11,14), tappt die Menschheit bis heute noch im Dunkeln (Jes.59,9; 1.Kor.13,5).

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Also Atheisten glauben doch an nichts überweltliches. Was auf Buddhisten nicht zutrifft. Sie glauben an die Reinkarnation. Und auch an das Nirwana. Was zweifelsfrei ein glaube an ein jenseits ist. Daher sind Buddhisten keine Atheisten...

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 14:42

Wie definierst du 'überweltliches' ? Sind Theorien über 'dunkle Materie' in der Physik nicht auch etwas überweltliches? Oder besser: die Viele-Welten-Theorie?

Und warum muss der Glaube an das Jenseits einen Gott miteinbeziehen? Die Esotherik ist doch auch nicht an einem einzelnen Gott gebunden.

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Kommentar von peace1287
17.04.2016, 18:28

Hab ich irgendwo geschrieben, dass der glaube ans jenseits mit dem glauben an Gott verbunden ist!?

Mit überweltlichen meine ich den glauben an übersinnliche dinge, wie zb den glauben an geister, Dämonen und auch göttern, ebenso wie den glauben an ein jenseits oder ein leben nach dem tod.. kurz, alles sprituelle, was nicht messbar mit heutigen mitteln ist..

Und Esoterik hat nichts mit Atheismus zu tun! Atheisten glauben an nichts, was wie gesagt überweltlich ist...

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Ein "religiöser Atheist" ist ein Oxymoron, sprich ein Widerspruch in sich.

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Im Grunde ist jeder Mensch Atheist. Diejenigen die sich als Atheisten bezeichnen glauben oft nur an einen Gott weniger als der Rest.

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 14:28

widerspricht dass nicht der offiziellen Definition des Monotheisten? Diese können doch demnach keine Atheisten sein.

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Kommentar von MeGusta97
19.04.2016, 21:17

Da musst du mich jetzt aufklären. Ich glaube an einen Gott, und dass tue ich sogar ziemlich überzeugt. Wieso sollte ich also jetzt ein Atheist sein? :)

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Der Buddhismus spricht nicht viel über Götter, kennt aber durchaus Dämonen. Buddha selbst wurde auf seinem Weg zur Erleuchtung mehrfach von einem Dämon angegriffen.

Im Wortsinn stimmt es daher, dass der Buddhismus eine atheistische Religion ist. Atheisten lehnen aber zumeist auch die Existenz von Geistern und Dämonen ab.

Außerdem gibt es auch BuddhistInnen die gleichzeitig eine zweite Religion verfolgen. Das geht deshalb gut, weil man den Buddhismus auch einfach als eine Philosophie betrachten kann.

Daher gilt, dass nicht alle Buddhistinnen = AtheistInnen sind, es aber sein können.

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Kommentar von Enzylexikon
17.04.2016, 15:24

Wobei dieser Dämon Mara und die Verführungsversuche seiner Töchter auch durchaus als Symbole für einen inneren Konflikt des meditierenden Siddharta stehen könnten und keineswegs übernatürliche Wesen sein müssen..

Vielleicht ist es auch nur indisches Lokalkolorit, um die Geschichte spannender zu machen. Im asiatischen Volksglauben gehts dann eh viel "magischer" zu, als in den Lehrreden des Buddha.

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Man kann besser sagen, dass wir alle "Sünder" sind (Röm.3,23) und ohne Jesu Opfer nicht leben können (Röm.6,23).

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 19:00

Das war garnicht meine Frage?

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Deine Annahme ist falsch.

Auch der Buddhismus kennt zwischenweltliches.

Da dies der Atheist verneint, kann der Atheist kein Buddhist sein.

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 14:36

Ein Atheist verneint doch jediglich die Existenz von einem Gott.
Etwas Zwischenweltliches könnte ja physikalisch begründet werden, auch wenn dessen Gesetzmäßigkeiten nicht bewiesen ist.

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 16:01

Die dunkle Materie wurde auch nicht bewiesen und könnte aber physikalisch möglich sein. Sind jetzt solch Physiker mit diesere Theorie deswegen religiös?

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Unter religiösem Atheismus versteht man etwas anderes. Buddhismus gehört meiner Auffassung nach nicht dazu.

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Kommentar von Coldnez
17.04.2016, 14:16

was könnte deiner Auffassung nach religiöser Atheismus denn sein?

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