Kann man Revolutionen nach Fluch und Segen einteilen?

6 Antworten

Klar wird dadurch ein Diktator und Despot gestürzt und durch eine Demokratie ersetzt, kann man wohl von einer guten Revolution sprechen. Anders als wenn eine Art von Diktatur nur durch eine andere Art ersetzt wird. Oder eine junge halbwegs demokratische Regierung durch eine Diktatur wie in der Oktoberrevolution in Russland.

Das kommt manchmal auch auf die Augen des Betrachters und den jewiligen Zeitgeist an und dann wird´d schwierig:

Z.B. könnte Kurt Eisner´s "Revolution" in Bayern am 08.11.1918 in der Rückschau wohl anders beurteilt werden , wenn auch die bereits von Landtag, Staatsregierung und König abgesegnete Verfassungsreform vom 02. November 1918 in den Geschichtsbüchern ausfhrlich behandelt wüde.
Er würde dann vielleicht als Putschist bezeichnet und nicht als Demokratisierer des Landes und erster (nicht vom Parlament gewählter) Ministerpräsident.


Einige schon, zum Beispiel -

- Kambodscha (Pol Pot) mit 25 % der Bevölkerung tot, ist wohl eindeutig negativ zu benennen.

- Maos Kulturrevolution hat absolut nichts gebracht, außer seinem eigenen Machterhalt - und 1 Millionen Tote - hört sich nicht positiv an.

- außerdem haben gescheiterte Revolutionen gewöhnlich kein positives Resultat, sondern im Gegenteil weitere Repressionen zur Folge.

Positive Revolutionen sind da viel schwieriger zu bewerten. Kriterien wären beispielsweise wenig Opfer. Was die Resultate betrifft - für wen sind die positiv (siehe Iran).

Sie sind nicht nur schwieriger zu bewerten, gibt es überhaupt welche ?

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@JulesMai

Gute Frage!

Wenn ich so überlege hat die Französische Revolution zwar abgeschafft, aber Napoleon hst sie prompt wieder eingeführt...

Lenin hat keineswegs gegen den Zaren revoltiert, sondern gegen die bürgerliche Regierung, die den Zaren bereits entmachtet hatte, hat dann einen langen Bürgerkrieg geführt und schließlich Stalin zur Macht verholfen...

Ha - die Schweizer! Nee, denn eigentlich haben die nicht gegen den Kaiser revoltiert, sondern für eine Sezession gekämpft...

Hast Recht - mir fällt keine durchweg positive Revolution ein .....

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@nax11

Korrektur (ist was verloren gegangen) und sollte lauten:

"Wenn ich so überlege hat die Französische Revolution zwar den Aristokratie abgeschafft, aber Napoleon hat sie prompt wieder eingeführt"

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Nein, kann man nicht.
Entscheidend ist der Ausgang einer Revolution, nicht die Revolution an sich.

Revolutionen enstehen aus jeweiligen Gründen "das Alte zu überwinden".
Insoweit sind Revolutionen dem Fortschritt zugeordnet.

Da sich gewöhnlich nicht friedlich ablaufen, wird daraus kein Fluch, sondern liegt in der Natur der Abläufe selbst begründet.

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