Kann man rechtlich belangt werden, wenn man den Aufhebungsvertrag nicht unterschreibt,bei Insolvenz?

7 Antworten

Wenn sich die Firma bereits in der Insolvenz befinden sollte, kann nur der Insolvenzverwalter einen Aufhebungsvertrag anbieten; die Unternehmensleitung wäre dazu nicht mehr befugt.

Problem - Abfindung nicht sicher:

Zahlt der Ar­beit­ge­ber in der In­sol­venz die [im Aufhebungsvertrag] ver­spro­che­ne Ab­fin­dung nicht, be­steht kein Recht zum Rück­tritt vom Auf­he­bungs­ver­trag: Bun­des­ar­beits­ge­richt, Ur­tei­le vom 10.11.2011, 6 AZR 357/10, 6 AZR 583/10, 6 AZR 342/10

D. h. man ist normaler Gläubiger - ob man und wieviel man dann erhalten wird, steht in den Sternen.

Ansonsten ist schon richtig erwähnt worden, daß man durch den Aufhebungsvertrag alle Rechte aufgibt und man grundsätzlich daher vorsichtig sein sollte, bevor man so etwas unterschreibt; hinzu kommt daß ein Aufhebungsvertrag i. d. R. eine 3-monatige Sperrzeit bei der Arbeitsagentur nach sich zieht.

Du hast ja durch den Minijob keinen Anspruch auf ALG-I; solltest Du durch Verlust des Minijobs allerdings Anspruch auf ALG-II haben, wäre es ratsam sich VORHER mit dem Jobcenter in Verbindung zu setzen, damit hier dann nicht Sanktionen (30%-Kürzung) greifen, wenn der Aufhebungsvertrag unterschrieben wird, weil man sich dann selbst in die Hilfebedürftigkeit gebracht hat bzw. die Hilfebedürftigkeit vergrößert hat.

Nun handelt es sich hier um einen Minijob - sollte das Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet sein bzw. wenn man sicher sein kann, daß der Insolvenzverwalter die Abfindung auch direkt auszahlt (diese wird ja vermutlich nicht so enorm hoch sein), wäre es vermutlich ratsam, eine Abfindung anzunehmen und den Aufhebungsvertrag abzuschließen, sofern nicht ALG-II- bezogen wird oder werden muß - einen neuen Minijob kann man doch recht schnell wieder finden.

Die Erfahrung lehrt, daß es nichts bringt in insolventen Firmen weiterzuarbeiten - vor allen Dingen nicht als Minijobber - hier droht dann sowieso die Kündigung und man hätte noch nicht einmal ein paar Euro Abfindung erhalten...

Abgesehen von dem Auflösungsvertrag rate ich Dir, Dich unverzüglich zu bewerben und auch die Insolvenz des Unternehmens im Anschreiben oder im Gespräch zu erwähnen.

Man kann durchaus darauf setzen, daß ein gewisser "Mitleideffekt" bei potentiellen neuen ArbG besteht, Bewerber bevorzugt einzustellen, die durch Insolvenz Ihren Job verlieren -schließlich können die Mitarbeiter eines Unternehmens nichts für eine Insolvenz - leider haben das z. B. viele Mitarbeiter von Karstadt oder Schlecker damals versäumt; sie arbeiteten weiter in der Hoffnung auf Sanierung.

Ehemalige Mitarbeiter, die ich kenne, haben sich nach dem öffentlich Bekanntwerden der Insolvenz sofort bei anderen Unternehmen beworben und haben auch alle innerhalb kurzer Zeit eine neue Stelle gefunden - wer zu lange wartete ist heute meist arbeitslos...

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Hallo,

siehe dies:

http://netkey40.igmetall.de/homepages/virtueller-gewerkschaftssekretaer/5einstellungversetzungabmahnungkndigung/52kndigung/5210wasisteinaufhebungsvertragwelchefolgenhater.html

Darin wird auch gesagt: "Möglicherweise läßt sich auch ein Sozialplan umgehen".

Also: von einem Aufhebungsvertrag ist abzuraten. Wenn du noch Zweifel hast, dann laß dich von einem Anwalt beraten/vertreten !

Emmy

neue vertäge werden dann dann meist gemacht wenn einer ein vorteil dabei hat.

ich würde den aufhebungsvertrag nur machen wenn ich eine gewisse entschädigung dafür bekommen (mein vorteil muss  auch klar sein)

auch wenn ich später (konkurs) nichts mehr bekomme. aber es gelten dann die friesten der verjährung.


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