Kann man Psychologe werden, trotz eigener psychischen Probleme?

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6 Antworten

Ja natürlich. Nichts ist schlimmer als ein Therapeut mit einer schönen Kindheit und einem glücklich verlaufenden Leben. Wie kann der sich in das Leid und die Krisen anderer Menschen einfühlen?

ABER dieser Therapeut muss seine eigene Biographie gut in einer eigenen Therapie bearbeitet haben. Darum verlangt jede gute Therapieausbildung auch eine Lehrtherapie.  Denn ein Therapeut darf niemals seine eigenen Probleme  über die Patienten bearbeiten. So sehr er sich einzufühlen vermag, so muss er doch immer trennen, was sein Schicksal ist und was das Schicksal des Patienten. Und in der Therapie geht es immer um das Schicksal des Patienten.

DAmit ein Therapeut das immer gut trennen kann, wird er auch immer Supervision haben und seine Arbeit überprüfen lassen.

Ja, ein Therapeut darf auch  eine Selbstverletzungsvergangenheit haben. Aber die Narben sollte er/sie dem Patienten nicht zeigen. DAs würde den Patienten verunsichern und belasten. Das kann dann, wenn es Hochsommer  und extrem warm ist, etwas schwierig werden, aber er/sie darf einfach den Patienten nicht mit seinen/ihren Narben nicht belasten.

Die persönlichen Probleme des Therapeuten dürfen innerhalb seiner Arbeit keine Rolle spielen. Von daher haben sie innerhalb der Therapie nichts verloren.


Hey! Im Psychologie-Studium gibt es alle möglichen Leute. Viele studieren es z.B., weil einfach die Noten passen und es gute Berufsaussichten gibt, es gibt aber auch viele, die selbst Erfahrung mit psychischen Problemen haben und so sehr sensibilisiert sind, was das Thema angeht.

Diese sind dann auch eher am klinischen Bereich interessiert, weniger in der Wirtschaft oder Forschung. Bei vielen konnte ich auch z.B. in Seminaren eine problematische Vergangenheit erahnen :)

Wichtig ist, dass du stabil genug bist, wenn du später mit Menschen arbeiten willst, die dich z.B. mit ihren Themen triggern können, was speziell bei traumatischen Erfahrungen ein ganz wichtiger Punkt ist.

Natürlich kann "man".

Ob DU kannst, musst du selbst herausfinden. Versuche, über Praktika, FSJ, Ehrenamt oder Aushilfsjobs in vergleicbaren Bereichen deine Belastbarkeit auszutesten.

Mach dir nichts vor: dass du selbst eine psychische Krankheit überstanden hast, wird dich weder zum Wunderheiler machen, noch dafür sorgen, dass deine Patienten dir automatisch vertrauen.

Mag sein, das du manches besser verstehst als andere, kann aber auch sein, dass du "blinde Flecke" hast, zu viel mit deiner eigenen Geschichte vergleichst oder zu ungeduldig wirst, wenn andere das, was du dir jetzt schon erarbeitet hast, einfach nicht verstehen (wollen).

Natürlich kann jeder solche oder andere "Probleme" haben, aber du solltest vorsichtiger sein als "jeder".

Du hast bereits einmal erlebt, was passieren kann, wenn du überfordert bist!

Psychologe zu sein ist kein 8-Stunden-Job, den man nach Feierabend im Büro lässt.

Und selbstverständlich kommt auch noch ein Privatleben dazu, das dich ebenfalls fordern wird.

Überleg dir gründlich, ob du stark genug dafür bist!

Dahika 30.06.2017, 00:44


Psychologe zu sein ist kein 8-Stunden-Job, den man nach Feierabend im Büro lässt.

Genau das muss man aber lernen, sonst hält man den Beruf nicht auf. Wenn man jeden Patienten indirekt mit nach Hause nimmt.hält man den Job nicht durch. Man muss sich immer im klaren sein: das sind trotz allem nicht meine Probleme, und wenn ich hier die Tür zumache, bin ich ich und kann Spaß haben.

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Ich würde in so einem Fall sehr genau nachfragen wie stabil die Person ist, wie der Umgang mit der eigenen Vergangenheit ist und der Umgang mit den sichtbaren Spuren davon. Ich würde einen solchen Bewerber nicht kategorisch ausschließen, aber ich würde genau nachfragen

Psychologe ist nicht Psychotherapeut und während einer universitäten Ausbildung interessiert sich niemand für deine Vorbefunde.

Dahika 30.06.2017, 00:45

Das ist auch wieder wahr.

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mach das!

ich finde, personen die selber eine krankheit durchgemacht haben, wissen sehr gut wie sich derjenige fühlt und weiss u.u. auch einen weg da raus.

ausserdem dauert es ja ein paar jährchen bis du fertig bist mit dem studium. da kann ja noch viel passieren und zwar gutes. als psychologe kannst du in deiner eignen praxis arbeiten, musst also gar nicht angestellt sein.

du bist therapieerfahren und da ist ein Pluspunkt. du weisst, auf was es ankommt. du weisst am besten was die menschen brauchen!

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