Kann man pauschal sagen , dass Chemiker mehr drauf haben als Chemielehrer oder Physiker mehr als Physik Lehrer?

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9 Antworten

Normalerweise sollte das der Fall sein, schließlich soll sich ein Physiker/Chemiker mit seinem Fachgebiet beschäftigen und darin auskennen. Ein Lehrer soll eher in der Lage sein sein Fach zu vermitteln, Stichwort Didaktik und Pädagogik.

Lass dich aber nicht täuschen, ein Physik-/Chemielehrer lernt in seinem Studium wesentlich mehr fachspezifischen Stoff als er in der Schule je unterrichten wird. Was 10 Jahre nach dem Studium los ist kann man sowieso nicht mehr verallgemeinern. Manche Lehrer interessieren sich wirklich für ihr Fach und bilden sich weiter, andere ruhen sich irgendwann auf ihrer Routine aus. Physiker/Chemiker könnten in der Forschung und Entwicklung landen oder vielleicht auch in der Wirtschaft, was glaubst du wie viel letzteres noch mit Physik/Chemie zutun hat?

PWolff 22.08.2015, 22:06

Daumen - äh, Pfeil - hoch.

Es gibt aber auch Ausnahmen - in der Oberstufe hatten wir eine Lehrerin in Chemie, die auch Biologie unterrichtete. Wie sie in Biologie war, weiß ich nicht, aber ich weiß definitiv, dass man sich zum Affen macht, wenn man versucht, Oberstufenchemie zu unterrichten ohne die Mittelstufenphysik wenigstens im wesentlichen verstanden zu haben. (Zusatztipp: Solltest du das jemals erwägen, stell unbedingt sicher, dass du keine Leute aus Physikleistungskursen (falls es so was heute noch gibt) dabei hast, die zerlegen dich sonst in der Luft, es sei denn, du kannst ihr Mitleid wecken.)

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Iamiam 23.08.2015, 00:40
@PWolff

oder er kann souverän und witzig mit seinen Defiziten umgehen!

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Das kann man natürlich nicht pauschal sagen; pauschale Aussagen neigen dazu, durch eine einzige Ausnahme falsch zu werden.

Man kann aber davon ausgehen, da das Lehramtsstudium (insbesondere das neue B.Ed./ M.Ed. anstelle des Staatsexamens) die fachlichen Inhalte doch etwas zurückgeschraubt hat zugunsten der Erziehungswissenschaften. Während Chemiker/ Physiker ihr Fach schwerpunktmäßig studieren ist es beim Lehramt nur 1 von 3 gleich wichtigen.

Das hindert aber keinen daran, sich privat weiterzubilden und dann evtl. doch mehr drauf zu haben.

Ein Fachlehrer für Chemie oder Physik besitzt ein breitangelegtes Wissen und dieses ist durch den Unterricht auch immer präsent.

Der Chemiker und Physiker hat sich spezialisiert und übertrifft natürlich in diesen Spezialgebieten jeden Fachlehrer.

Ausserdem beim Studium zum Lehramt sind 2 Fächer zu belegen, die natürlich nicht so vertieft wie beim reinem Studium vermittelt werden können.

Bei den Berufsschulen und Berufsakademien findet man häufig Quereinsteiger aus der Praxis, die von ihren Firmen wegen Fachlehrermangel  in die Schulen delegiert worden. Die haben natürlich den Vorzug ein ganz anderes Verhältnis von Schulwissen zur praktischen Anwendung zu haben.

Das kommt auf das Studium an. Es gibt Lehrer, die haben normal Chemie oder Physik studiert. Dann gibt es welche, die haben direkt auf Lehramt studiert (die meisten). Und bei Lehramtsstudiengängen wird wesentlich weniger vermittelt als bei den "normalen" Studiengängen in den Naturwissenschaften.

Mein Chemielehrer im Abitur war ein "echter" Chemiker, der früher auch in der Industrie gearbeitet hat. Dem hat man es auch angemerkt, dass der was drauf hatte.

Ein Studium auf Lehramt kann natürlich nicht so umfassend wie ein Einzelstudium sein. Der Lehramtsanwärter hat mindestens 2 Fächer zu belegen, Chemie und Physik sind beliebte Fächerkombinationen.

Pauschal nicht, im Durchschnitt sicher.

Pauschal schon mal garnicht.

Im Allgemeinen ja. Das Staatsexamen ist einfacher als Diplom oder Promotion.

Scherzhaft: Wer es kann, macht es. Wer es nicht kann, lehrt es.


claushilbig 23.08.2015, 02:30

Das Staatsexamen ist einfacher als Diplom oder Promotion.

Das möchte ich so pauschal nicht stehen lassen - sicherlich kann die jeweilige Fachprüfung des Staatsexamens nicht so schwierig sein wie die Diplomprüfung des gleichen Fachs, aber dafür hat man im Lehramt zwei Fächer (die u. U. überhaupt keine Überschneidungen haben) und zusätzlich die Erziehungswissenschaften - in der Summe kommt das m. E. auf den gleichen Schwierigkeitsgrad.

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stekum 23.08.2015, 11:38

Er meinte aber sicher, ob er in Physik (bzw. Chemie) mehr "draufhat".

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ja kann man, da liegen welten dazwischen.
Ein lehrer lernt auf der uni vielleicht 2 Semester fachliches und den Rest der zeit wie er es den kindern am besten beibringt, nennt sich dann didaktik.
Wohingegen ein Physiker / Chemiker volle 10 Semester fachliches Studium absolviert.

Dodsble1 22.08.2015, 23:53

Oder nur 6 an der FH ;-)

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akanton10 22.08.2015, 23:53
@Dodsble1

gut, das dann aber auch kein richtiger physiker / chemiker :P

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claushilbig 23.08.2015, 02:24

Äh, zumindest zu meiner Studien-Zeit war die Gewichtung schon anders: Pädagogik machte nur 20% des Lehramts-Studiums aus, die beiden Fächer jeweils 40%.

Aber trotzdem ist das natürlich weniger, als wenn 100% des Studiums auf ein einziges Fach gerichtet sind.

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lks72 23.08.2015, 10:25
@claushilbig

Ein Lehramtsstudium besteht zum größten Teil aus Fachwissenschaft. Didaktik macht nur einen verschwindend geringen Anteil an der Studienzeit aus. Nicht verwechseln mit dem Referendariat, was nach dem Studium kommt, welches ja noch einmal 1 1/2 oder 2 Jahre dauert, je nach Bundesland und Studiengang. Abers selbstverständlich muss es fachlich weniger sein, weil du ja schon einmal 2 Fächer studierst, woher sonst die zeit nehmen?



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