Kann man nur noch in Ortschaften, wie Dörfer, Herzlichkeit erleben?

Das Ergebnis basiert auf 22 Abstimmungen

Andere Antwort 45%
Ja, da ist es mit wenigen Ausnahmen noch möglich 40%
Nein, da auch nicht mehr 13%

14 Antworten

Andere Antwort

Ich erlebe das in der kleinen Großstadt, in der ich lebe anders. jedenfalls seit einigen Jahren, und auf 'meinen' Stadtteil bezogen

Allerdings kann ich da über zwei grobe "Phasen" berichten

Phase 1:

Als ich vor ca. 18 Jahren in den jetzigen Stadtteil zog, erlebte ich relativ wenig 'Herzlichkeit'. Das hat auch an mir gelegen, da ich seinerzeit aus "Gründen"...die Einstellung hatte:

"ich will in Ruhe gelassen werden..."

Innerhalb kurzer Zeit bemerkte ich, dass ich das auch tatsächlich wurde, und eigentlich kaum jemanden näher kannte. Selbst freundlichen Begegnungen gegenüber verhielt ich mich kühl, und höflich distanziert.

Irgendwann wollte ich das ändern, hatte aber schon 'meinen Ruf', vor allem in der näheren Nachbarschaft.

Phase 2:

Da entschloss ich mich, mich hilfreich und nützlich in sog. Ehrenämtern" ( natürlich unbezahlt) einzubringen. Zunächst kamen einige Aussagen wie:

"Waaas ? SIE hier...was bezwecken Sie damit ...?"

oder auch:

"Brauchen Sie irgendetwas ?...sagen sie es doch einfach...und kommen sie nicht durch die Hintertür"

u.ä.

Erst innerhalb rund weiterer zwei Jahren selbstlosen Einbringens in die Gemeinschaft im dortigen Bürgerzentrum wandelte es sich zunehmend.

Ich brachte mich ein bei Müllsammeltagen, Catering bei Veranstaltungen, Alltagshilfe für Senioren und sonstige Bedürftige, Gemeinschaftsaktionen mit den Kirchen für Obdachlose, Flüchtlinge, div. Aktionstage...(u.a. Tag der Nachbarschaft), sowie Verteilen des Stadtteilmagazins, "Bürger helfen Bürgern", Reparaturcafe, Seniorencafe und Talenttauschring ...u.ä.

Also ca. 2 Stunden pro Woche machte und macht das schon aus.

Herzliche Einladungen zum gemeinsamen Grillen, Zusammensitzen u.ä. folgten.

Zwar kenne ich nicht die 15.000 Menschen des Stadtteils, aber inzwischen ca. 50 aus dem Helferkreis näher...und geschätzt 2000 kennen/erkennen mich

Das merke ich --außer bei "Aktionen" --vor allem im ÖPNV, beim Einkaufen, spazieren gehen....usw.

"Ah !...Sie sind doch *der und der*...schön, dass es Menschen wie Sie gibt..."

OK, das sind meine Erfahrungen dazu

Ja, da ist es mit wenigen Ausnahmen noch möglich

Einigermassen ist bei uns noch das Dorfleben intakt, bei uns in der Strasse hilft noch jeder dem andern wenn es notwendig ist, man sitzt auch ohne grossen Anlass zu einer gemütlichen Runde zusammen. Dass man sich um Nachbarskinder kümmert, wenn die Eltern mal wegmüssen ist selbstverständlich. Natürlich nimmt man noch den älteren Nachbarn schwere Arbeiten oder Besorgungen ab, so sind wir eben erzogen worden und es war schon immer so, ob die nachfolgenden Generationen dies beibehalten, bin ich mich nicht mehr so sicher.

Ich denke wenn die Gemeinde ein gewisse Grösse überschreitet, bleibt das Dorfleben von früher mehr oder weniger auf der Strecke. Die Zeiten ändern sich und die Freizeitangebote und Freizeitinteressen ändern sich. Früher hat bei uns niemand die Haustüre abgeschlossen, inzwischen ist das auch vorbei, die modernen Türen fallen ins Schloss.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung
Ja, da ist es mit wenigen Ausnahmen noch möglich

Ich bin ein Dorfkind.

Geboren und aufgewachsen in einem Dorf. Ich lebe in einem Dorf und werde aller Voraussicht nach dort auch irgendwann meine Äuglein das letzte Mal schließen.

Im Dorf grüßt man noch freundlich, dort sind Kinder keine Störfaktoren und die Menschen sind viel entspannter.

Gehst Du mit Hundi im Dorf spazieren, findest Du immer jemanden, mit dem man ein paar Worte wechseln kann.

Macht man das in der Stadt, wird man höchsten zusammengeschissen, warum man den Hundehaufen nicht schon beseitigt hat, BEVOR der Hund sein Geschäft überhaupt gemacht hat.

Auf Dörfern werden übrigens auch keine Giftköder von Hundehassern ausgelegt.

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