Kann man Nährstoffe selber herstellen?

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Was versteht die Biologie-Lehrkraft unter "Nährstoffe selbst herstellen"?

Und wer ist mit "man" gemeint?

In der Biologie unterscheidet man zwischen autotrophen und heterotrophen Organismen. Autotrophe Organismen (grüne Pflanzen und Cyanobakterien) können durch Photosynthese aus anorganischer Materie (CO2 und H20) organische Materie herstellen. Primär ist dies meist zunächst Glucose. Diese kann dann im Stoffwechsel zu allen möglichen anderen körpereigenen Stoffen weiterverarbeitet werden, wozu teilweise noch andere Reaktionspartner erforderlich sind.

Heterotrophe Organismen (Menschen, Tiere und Pilze) beherrschen nicht die Photosynthese. Sie müssen organische Nährstoffe zu sich nehmen. So können sie z.B. keine Kohlenhydrate selbst herstellen (im Sinne von "in ihren Körperzellen synthetisieren").

Natürlich können aber Menschen Lebensmittel herstellen, indem sie Pflanzen anbauen, ernten und dann in mehr oder weniger komplizierten technologischen Prozessen bestimmte Pflanzenteile zu Lebensmitteln weiterverarbeiten, die einige oder alle nötigen Nährstoffe enthalten.

Man könnte auch Kohlenhydrate ohne den Einsatz von lebendem pflanzlichen Material herstellen, indem man auf rein chemisch-technischem Wege diese Verbindungen synthetisiert. Dies wird aber nicht in größerem Maßstab gemacht und ist (noch) keine Option zur Lösung des Problems der Ernährung der wachsenden Menschheit. Denn für derartige Synthesen bräuchte man Energie. Und die menschliche Technik ist noch nicht so weit wie die Natur, die die Sonnenenergie für die Photosynthese nutzt.

"Diese kann dann im Stoffwechsel zu allen möglichen anderen körpereigenen Stoffen weiterverarbeitet werden"

So ganz richtig ist der Satz nicht, Kohlenhydrate können z.B. im Körper nicht in Mineralstoffe oder Vitamine umgewandelt werden.

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@mulano

Stimmt natürlich. Man kann durch eine chemische Reaktion keine Elemente entstehen lassen, die auf der linken Seite der Reaktionsgleichung nicht vorhanden sind (gilt für Mineralstoffe, die nicht aus organischen Substanzen synthetisiert werden können). Und "Vitamine" heißen deshalb "Vitamine", weil sie essentiell sind, also in demjenigen Organismus, für den sie Vitamine sind, nicht synthetisiert werden können.

Von daher hatte ich meinen Text nicht sorgfältig genug formuliert.

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Ein Landwirt stellt Kohlenhydrate her, wenn er auf seinem Acker etwas anbaut. Pflanzen sind die beste natürliche Quelle für Kohlenhydrate. Pflanzen liefern aber auch Balaststoffe, je mehr Anteil einer Pflanze, desto mehr Ballaststoffe, die werden sozusagen hergestellt, wenn die Pflanze wächst, sie waren natürlich schon vorher in geringerem Masse vorhanden in den Samen (prozentual sogar mehr).

Mineralstoffe können NICHT direkt hergestellt werden, diese kommen aus dem Boden, aber die Pflanze nimmt diese Mineralstoffe auf.

Ja stimmt.

Kohlenhydrate sind nicht essentiell, da der Körper sie in der Gluconeogenese unter Energieaufwand aus anderen Nahrungsbestandteilen wie Proteinen und Glycerin selbst herstellen kann. Da insbesondere das Gehirn hochgradig von Glucose als Energieträger abhängig ist und keine Fette verwerten kann, muss der Blutzucker­spiegel in engen Grenzen gehalten werden. Dessen Regulation erfolgt durch das Zusammenspiel von Insulin und Glucagon. Bei Kohlenhydratmangel wird das Gehirn durch Ketonkörper versorgt, was sich z. B. bei einer Diät durch Aceton­geruch bemerkbar macht. Eine völlig kohlenhydratfreie Ernährung wurde im Tierversuch bei Hühnern problemlos vertragen.[31] Auch eine Langzeitstudie an Kindern und jungen Erwachsenen mit der sehr kohlenhydratreduzierten ketogenen Diätzeigte gesundheitliche Unbedenklichkeit

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kohlenhydrate

So könnte die Frage tatsächlich gemeint gewesen sein. Eine sehr gute Antwort!

Der menschliche Körper kann wohl auch deshalb keine Ballaststoffe (Cellulose, Pektin etc.) herstellen, weil dies total unnötig wäre. Schließlich haben die menschlichen Zellen keine Zellwände.

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@mulano

Das ist mir schon klar. Ich habe einen entsprechenden Master-Abschluss in einem Studiengang, der sich mit Lebensmitteln und Ernährung befasst.

Es geht ja nur darum, dass der Mensch in seinem Körperinneren, also in den Zellen und Organen keine Ballaststoffe braucht. Die Ballaststoffe befinden sich ja nur in der Nahrung, kommen mit dieser durch den Verdauungstrakt, befinden sich im Darmlumen, interagieren möglicherweise mit dem Mikrobiom und werden dann wieder ausgeschieden.

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