Kann man nachträglich sein Erbe noch verlangen ?

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7 Antworten

Der Herausgabeanspruch gegen den Erbschaftsbesizter verjährt nach 30 Jahren beginnend mit den Erbfall. Pflichtteilsansprüche hingegen verjähren nach 3 Jahren beginnend mit Kenntnis des Erbfalls der Verwandschaft und der Enterbung.

Dies wurde wohl von meinem leiblichen Vater sowie meinen drei
Halbgeschwistern verneint. Alle, mein Vater ja sowieso aber auch meine
Halbgeschwister haben Kenntnis von mir.

Wenn man einen Erbschein beantragt, muß man eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Dabei bewust zu lügen ist ganz großes Kino. Es ist nach §156 StGB eine Straftat, typsicherweise in Tateinheit mit Betrug. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beträgt 5 Jahre.

Das Entscheidende ist hier aber, das eine gelogene EV zur Erbunwürdigkeit führt. Das bedeutet, das Sie beantragen können, das die Personen, die bei der EV gelogen haben, vollständig vom Erbe ausgeschlossen werden. 

Ohne Lüge bei der EV, wäre es so, das sie als Erbe Anspruch auf die Herausgabe ihres Erbteils nach den Vorschriften der ungerechtfertigten Bereicherung haben.

Kann ich nach dieser langen Zeit noch rechtliche Schritte einleiten?

Ja. Allerdings sollten sie, wenn tatsächlich von einen Betrugsfall auszugehen ist, einen Fachanwalt für Erbrecht einschalten.

Vielen Dank für die Antwort 

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Erst einmal ist richtig, dass dein Vater der Erbe war - als Enkel erbt man direkt nichts (es sei denn, es gibt ein Testament, das etwas anderes bestimmt). 

Wenn dein Vater das Erbe ausgeschlagen hat, dann geht das Erbe an die nächsten in der Erbfolge weiter. Zu diesen nächsten gehörst du im Prinzip auch... es sei denn, es gibt ein Testament. Das lässt sich alles nicht so einfach beantworten. 

Lass dich beim Rechtsanwalt beraten. Wenn es sich um eine größere Summe handelt (und es dir den Streit mit deinem Vater und den Halbgeschwistern wert ist), dann solltest du nicht einfach zurückstecken. 

Wenn es ein Testament gibt würde mir nur ein Pflichtteil zustehen, ist das richtig?

Dieser verjährt glaube ich auch nach 3 Jahren. 

Ein richtiges Erbe doch erst nach 30 Jahren,oder?

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Wende dich an das zuständige Nachlassgericht, erkundige dich, ob es ein Testament gab und wie das aussah. Du hats ein berechtigtes Interesse, den Nachweis, das du der Enkel bist, hats du in Form des Titels deines Vaters. Dann weißt du Näheres und kannst dich mit einem Anwalt für Erbrecht beraten um zu entscheiden, ob weitere Schritte eingeleitet werden können.

Gegenüber Deinem Großvater bist Du nur dann erbberechtigt, wenn er das im Testament verfügt hat oder Dein Vater verstorben war - erbberechtigt sind erst mal seine Frau und seine Kinder

Mein Vater war damals in Insolvenz und hat wohl auf seinen Erbteil verzichtet. Es wurde wohl alles an die Enkel, meine Halbgeschwister vererbt.

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@Midgarden

Warum haben dann die restlichen Kinder etwas geerbt?

Bloß weil sie nicht unehelich sind?

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@Petsi76

Einfach ein Tip: gehe auf das Amtsgericht und laß Dir von dem dortigen Rechtspfleger das Ganze erklären

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@Midgarden

Wieso? Wenn jemand ein Erbe ausschlägt, dann geht das Erbe an diejenigen, die nach ihm erben (sprich: es wird so getan, als ob derjenige, der ausschlägt, zum Erbzeitpunkt bereits verstorben wäre). Und das sind in diesem Fall die Enkel. 

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@FataMorgana2010

Und das sind in diesem Fall die Enkel.

Es sei denn, der Großvater hätte genau diese Ersatzerbfolge seines "unehelichen Enkels" testamentarisch ausgeschlossen.

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@Petsi76

Wenn der Vater ausgeschlagen hat, hat die Ausschlagung die Wirkung als hätte der Vater den Erbfall nicht erlebt. Damit erben seine leiblichen Kinder seinen Anteil zu gleichen Teilen.
 Nur in Bezug auf Pflichtteilansprüche spielt die Ausschlagung keine Rolle.


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Am Nachlass ihres Großvaters waren sie lebzeitig seines Sohnes, ihres Vaters, nie erbberechtigt und wurden daher richtigerweise bei der Erbfogle übergangen :-)

G imager761

Sobald Du davon erfährst kannst Du Deinen Pflichtteil verlangen, wenn die Vaterschaft festgestellt wurde. Aber nur wenn der Vater nicht mehr lebt.


Ich glaube, du kannst dein Erbe 6 Wochen lang nachdem Du vom Tod erfahren hast, einfordern. Wenn Du seit 9 Jahren vom Tod Deines Opas weisst, dann nicht. Ansonsten würde ich fix zu einer Rechtsberatung gehen.

Ich wusste vom Tod, aber nicht vom erbe.

Da ich nicht im Stammbuch erwähnt bin wurde ich natürlich auch nicht über das Erbe informiert.

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