Kann man nach mehreren epileptischen Anfällen auf einmal aufstehen und weg rennen ?

7 Antworten

Krankenwagen muss man vielleicht nicht unbedingt rufen aber man sollte schon ins Krankenhaus fahren. Man sollte das nicht unterschätzen. Und nicht umsonst gibt es mittlerweile auch z.B. auch ein einjähriges Fahrverbot für Anfallsgefährdete.

Wie gesagt, es kommt auf den Anfall an, aber oft ist es so: Es herrscht durchaus eine gewisse Verwirrtheit nach dem Anfall, aber die Verwirrtheit kann direkt unverzögert in volle Orientierung und Klarheit übergehen, was unterschiedlich lange dauern kann und nicht immer so sein muss, auch wenn man erst geschwächt ist. Da man aber nichts, null mitbekommen hat merkt man das im ersten Moment manchmal nicht, manchmal auch dann nicht wenn man eine Prellung hat wie Finger verstaucht oder Gehirnerschütterung was sehr häufig ist, aber einige Zeit später durchaus bzw. setzen die Schmerzen erst einige Zeit danach ein. Manchmal fühlt man sich auch wie betäubt oder müde. Normalerweise weiß man aber danach, dass man einen Anfall hatte (vor allem wenn man das schon öfter hatte) nur in Extremfällen realisieren die Betroffenen nicht was passiert ist. Man ist evtl. immer noch desorientiert aber ansonsten voll handlungsfähig, merkt aber selbst unter Umständen nicht, dass man noch nicht ganz klar im Kopf ist. Wer schon mal eine Betäubungsspritze oder Narkose bekommen hat, der kennt das vielleicht.

Zu all dem muss man aber auch wissen, dass es einige unterschiedliche Arten von Anfällen gibt und man das eher schwierig verallgemeinern kann. Manchmal gehen und kommen Anfälle abrupt. Manche haben stundenlange Anfälle auf ein Körperteil z.B. Arm beschränkt die man kaum wahrnimmt. Andere haben starke, kurze Anfälle in längeren oder kürzeren Abständen.

Was aber seit jeher bekannt ist, ist die Tatsache, dass sich solche Anfälle mittel- bis langfristig unbehandelt degenerativ auf die Gedächtnisleistung auswirken können. Es können auch Depressionen, Migräne oder ähnliches entstehen. Das beste Mittel dagegen ist erstmal eine Lebensumstellung (ausreichend schlaf, gesunde lebensführung etc) und wenn das nicht hilft Medikation und Behandlung durch den Neurologen, die nicht besonders angenehm ist und manchmal die Anfälle nicht vollständig unterdrücken kann aber extrem abschwächt. Meist bleiben die Ursachen für die Anfälle unbekannt, aber in einigen Fällen kann man das unter Umständen auch erfolgreich behandeln. Die größte Gefahr allerdings besteht meistens darin, dass man sich z.B. eine Verletzung zuzieht durch einen Sturz im Bad oder Unfall im Auto, was durchaus fatale Folgen haben kann.

Was man vielleicht noch wissen sollte: Wenn jemand einen Anfall hat, dann sollte man ihn unbedingt liegenlassen und nicht in die stabile Seitenlage bringen oder ähnliches. Man sollte allerdings aufpassen, dass die Zunge nicht verschluckt wird, oder Erstickung oder ähnliches. Am besten ist es, wenn man ein Kissen unterlegt oder sowas. Wenn der Betroffene aufwacht möglichst nicht stören und am besten liegen lassen oder irgendwo hin legen. Normalerweise hat ein Anfall dann keine unmittelbaren Folgen und nach der Ruhezeit ist alles wieder ok, aber bei mehreren Anfällen hintereinander ist das bedenklich.

Habe viele Jahre selbst Anfälle gehabt. Mittlerweile habe ich überhaupt keine mehr. Konnte mich nie an einen Anfall erinnern, bis auf einen, wo ich mich erst einige Stunden später durch Zufall erinnern konnte, dass ich da was mitbekommen hatte. Ich dachte ich musste sterben. Also nicht besonders schön. Würde empfehlen das behandeln zu lassen sonst wird es am Ende nur immer noch schlimmer.

Dass man nach einem Epi-Anfall aufstehen und wegrennen kann, ist tatäschlich ungewöhnlich. Ein Anfall, sofern es kein leichter ist, ist anstrengend für den Körper und normalerweise ist man danach mindestens müde und  hat Muskelschmerzen.

Was aber auch passieren kann, ist dass einem der Anfall peinlich ist. Stell dir vor, du bist da voll am Zucken, Schaum vor dem Mund, Augen verdreht und womöglich entleert sich noch die Blase. Und alle schauen zu. Vielleicht hat sie auch nach dem Aufwachen ihre letzten Kräfte zusammengenommen und ist weggelaufen.

Einen Krankenwagen müsst ihr nicht rufen, das ist normalerweise überflüssig und muss dann möglicherweise von deiner Freundin bezahlt werden - was sehr teuer kommt.

Im Übrigen, wenn sie es nötig hat im Mittelpunkt zu stehen, wird das nicht besser wenn sie ignoriert wird.

Ich würde da mal mit ihr drüber reden, und auch mit den Eltern, wie du als Freundin reagieren sollst. Das macht es auch für dich leichter!

Hallo, ja das kommt auf den Anfall drauf an, manchmal ist man nach dem Anfall durcheinander und erschöpft oder schläft lange Zeit danach. Dass man aufsteht und wegrennt ist aber durchaus möglich, bei schwereren/längeren Anfällen eher nicht. Allerdings ist bei mehreren hintereinander auftretenden Anfällen große Vorsicht angesagt, da hier im Gegensatz zum einzelnen Anfall erhöhte Gefahr besteht, Herzversagen, Hirninfarkt, Hirnblutungen, Ersticken z.B. an erbrochenem oder anderen Verletzungen durch die Umgebung. Alkohol (wie auch Zigaretten oder Drogen) wirkt sich definitiv negativ auf Anfällsleidende aus, da es meist die Anfallsschwelle bzw. Krampfschwelle senkt. Wenn es mehrere Anfälle hintereinander gibt, dann ist ein Krankenhausaufenthalt absolut notwendig, da wahrscheinlich zumindest ein CT gemacht werden muss, um Kopfverletzungen auszuschließen. Das alles wieder in Ordnung ist, das ist eher das, was viele Anfallsleidende glauben/wollen, vor allem aus dem Grund, weil sie selbst nicht mitbekommen, wie schlimm solche Anfälle aussehen bzw. sein können abgesehen von den Schmerzen die sie vom hinfallen haben. Also am besten sofort den Krankenwagen rufen. MfG

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