Kann man mit Philosophie sein Geld verdienen?

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Wozu Philosophie?

Seit Menschen über sich und ihr Verhältnis zur Welt nachdenken, sehen sie sich mit der Frage nach dem Nutzen des Philosophierens konfrontiert. Da mit Nutzen auch in der Antike ein geldwerter, ein ökonomischer Nutzen gemeint war, sah sich schon Aristoteles genötigt, das Beispiel des Thales von Milet anzuführen. Als dieser wegen seiner Armut verspottet worden war, pachtete er sämtliche Ölpressen und verdiente, als – wie von ihm vorhergesehen – plötzlich viele Pressen benötigt wurden, „einen Haufen Geld zum Beweis, dass es für die Philosophen ein Leichtes wäre, reich zu werden“. Dass Denken allerdings auch hinderlich sein kann, beweist das Erfolgsrezept des besten Mittelstürmers der 1970er Jahre, Gerd Müller: „Wennst denkst, ist’s eh zu spät.“ In der Tat kann man mit Philosophie keine Tore schießen! Unwidersprochen ist jedoch auch, dass weder die Wirtschaftswissenschaft noch der Sport die berühmten Fragen Immanuel Kants beantworten können: „Was kann ich wissen?“, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“ und „Was ist der Mensch?“.

Ja und...ein Philosoph hat auch mal gesagt. Man Arbeitet um viel Geld zu verdienen und dann später nicht mehr Arbeiten zu müssen. Dann könnte man sich das Arbeiten auch gleich Sparen....Du bist bestimmt auch einer der dem Fuhrparunternehmer vorrechnet das es Billiger ist ab und zu mal eine Beerdigung zu bezahlen und dafür auf den zweiten Fahrer in der Kabine zu verzichten...Schlimm das es nur noch um den Profit geht

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@Odatas

Im Kapitalismus geht es IMMER um Profit. War das jemals anders???

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man studiert philosophie IMMER aus dem anlass heraus, seinen horizont zu erweitern und seinen charakter zu festigen. ich kenne keinen der philosophie studiert, weil er darin eine berufliche karriere sieht. ich selbst studiere philosophie - aber eben nur im nebenfach. im hauptfach sollte man dann schon etwas haben, dass einem gewisse aussichtsreiche berufliche perspektiven bietet. in meinem fall ist das sinologie (chinesisch).

generell gilt aber: ein studium der philosophie wird sich IMMER positiv auf deine charakterliche erscheinung auswirken, vor allem im bereich der sogenannten soft-skills. man erweitert seine fähigkeiten im bereich der rethorik, auffassungsgabe, logischem denken, im richtigen argumentieren, selbstbewusstem auftreten, komplexem textverständnis - man wird allgemein flexibeler, da man weit über den horizont anderer hinausdenken kann und sich dadurch sehr leicht in andere hineinversetzen kann, usw... dies sind nur ein paar der positiven erfahrungen die ich selbst gemacht habe. aber denk daran: betrachte philosophie NIEMALS als berufliche perspektive.

Verspottet Sie nicht.

Auch ein Philosoph sollte sich Gedanken machen, woher er Geld bekommt; wenn ihr das nicht versteht, ward ihr nie wirklich arm. Ich möchte nicht meine Eltern um Geld anbetteln müssen. Und ich habe in schlecht bezahlten unqualifizierten Arbeiten länger gejobbt und weiß wie abscheulich das ist. Sich darüber Gedanken zu machen wie man Hartz IV vermeidet ist gut und wichtig.

In meiner Erfahrung enden die Leute die diese Frage philosophisch abtun wieder bei Mama im Keller, und kreuzunglücklich; und viele ernsthafte Philosophen die sich Gedanken machen schaffen es Philosophen und finanziell unabhängig zu sein.

Also erst mal Glückwunsch an die Fragestellerin.

Man kann mit Philosophie viel Geld machen oder zumindest einen sicheren Job haben, von dem man leben kann. Ist man noch dazu bereit, in nicht philosophischen Bereichen zu arbeiten, ist man durch seine philosophische Ausbildung hierfür auch begrenzt qualifiziert; für alles ein bisschen und für nichts richtig. Du musst kreativ sein, Praktika machen, gerne auch dazu lernen, offen sein.

Typische Aufgabenfelder sind - Autor (In der Regel kannst Du davon nicht leben!) - Universität (Lehre und Forschung); Sehr wenig Stellen, aber dafür fachlich und finanziell ideal - Lehrer - Werbeindustrie nimmt überraschend gerne, hat aber nur begrenzt mit Philosophie zu tun - Journalismus; hier ist ein Zweitfach das mit Sprachen zusammenhängt nützlich, und Du bist in direkter Konkurrenz mit der Journalistenschule; Du brauchst auf jeden Fall Erfahrung (Schüler/Studienzeitung und Praktika) um reinzukommen - Philosophische Praxis (quasi Therapeut, mit Zusatzausbildung bist Du als Philosoph qualifiziert) - Ethikkommissionen und diverse Beraterfunktionen (Ich kenne einen Philosophen, der in der Firmenberatung gut verdient und sehr glücklich ist)

Besonders via das Zweitfach: - Diverse politische oder literarische/kritische Funktionen

Es gibt zu diesem Thema übriegens Literatur, zum Beispiel "Philosophie als Beruf?".

Ich kenne eine Reihe von Philosophen, die mit ihrer Entscheidung sehr glücklich sind, und jetzt einen Job haben, von dem sie entweder leben können oder mit dem sie sehr reich sind; teils mit philosophischen Bereichen, teils mit komplett anderem (Unternehmensberater, Besitzer eines Jazzlabels, Theaterregiemensch, zwei Lehrer, eine Reihe Unidozenten, Philosophische Praxis sowie einige wirklich verquere und spezielle Berufe)

Fakt ist aber auch: die Arbeitslosenquote bei Philosophen ist sehr hoch. Viele machen das aus einem verqueren Idealismus, ohne Kompetenz oder Einsatz, stehen am Ende da und sind überrascht, dass sie nix haben, und heulen dann rum. Du musst gut sein. Du musst in Kauf nehmen, dass Deine Perspektive unklar ist. Du musst Dich um Zusatzqualifikationen und Praktika bemühen. Du musst Deinen eigenen Arbeitsplatz aktiv suchen oder schaffen. Du musst in Kauf nehmen, anfangs wenig Geld zu haben oder im minderwertigen Berufen zu arbeiten.

Aber Du hast auch Vorteile, die Dich qualifizieren. Du lernst in der Philosophie wie nirgendwo anders den Überblick bekommen und behalten, Fragen stellen, Probleme lösen und denken. Das ist unendlich nützlich und auf jeden Aufgabenbereich anwendbar. Leidenschaftlich sein Fach zu lieben ermöglicht außerdem Höchstleistungen - und macht glücklich.

Ich studiere Philosophie. Ich bin unendlich glücklich damit. Ich kann mir unter keinen Umständen vorstellen, dies zu bereuen. Und: (Für den Punkt eben wirklich und absolut belanglos) Ich verdiene momentan neben meinem Bachelorstudium an der Universität über 500 Euro im Monat.

Aber es ist riskant, und sicher auch mit Idealismus verbunden.

Am Ende ist es ganz einfach; wenn Du Philosophie ganz nett findest, rate ich Dir davon hiermit ab. Dieser "Erfülle Deinen Traum -> Land in der Gosse" Scheiß ist Quark.

Wenn Du darin wirklich gut bist, und es wirklich liebst... Dann wirst Du es eh machen, egal was Dir hier erzählt wird. Philosophie ist mein Leben, das mache ich nicht als Hobby. Mich macht nichts glücklicher, mich fordert nichts mehr heraus. Ich würde alles hinwerfen, um es machen zu dürfen. Und ich stelle fest: Das muss ich gar wahrscheinlich gar nicht.

Ja, Du wirst auf jeder Party gefragt werden "Was Du denn später damit machst". Aber dafür gehöre ich zu den wenigen Studenten, die sich jeden Tag auf jede Veranstaltung unbändig freuen. Die das Gefühl haben, dabei ständig als Mensch zu wachsen, bei den wirklich wichtigen Bereichen angekommen zu sein. Die das Glück haben, die größte Freude ihres Lebens zu ihrer Hauptbeschäftigung zu machen.

Falls es Dir ähnlich geht, dann hier noch mal der Rat: - Vernünftiges Zweitfach - Vernünftige Praktika - Sei kreativ und bemüht

Dann wünsche ich Dir von Herzen Glück.

Du bist ernsthaft an Philosophie interessiert, stellst aber den Lebensunterhalt in den Mittelpunkt Deiner Zukunftsplanung? Du noch viel lernen musst, junger Philosoph :)

Nein, ich stelle nicht den Lebensunterhalt in den Mittelpunkt, aber was bringt es mir, denken & meinetwegen auch meine Denkweise formulieren zu können, wenn ich zu früh sterbe um meine Spekulationen auszusprechen?

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Da muss man doch mal den gesunden Menschenverstand einschalten. Philosophen haben keins für die Wirtschaft wichtiges Fachwissen. Wo soll man die denn einsetzen? Firmen entscheiden auch nicht nach ethischen Gesichtspunkten. Wenn Du Philosphie studierst bist Du so gut wie arbeitslos. Ein Freund von mir hat das gemacht ist Doktor der Philosophie und arbeitet als Hausmeister.

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