Kann man mit Hilfe der Philosophie lernen, erst zu denken, bevor man was sagt?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, denn wenn man sich mit Erkenntnistheorie und Logik auseinandersetzt, wird einem wohl ziemlich schnell klar, wie unhaltbar bestimmte alltägliche Argumentationsmuster eigentlich aus an wahren Erkenntnissen orientierter Perspektive sind. Ein paar Beispiele:

  • "Warum ist das so? Weil's halt so ist!" - Ursachen gehen den Wirkungen voraus, können also nicht mit diesen identisch sein.

  • "Nur schlechte Menschen behaupten das!" - Wer etwas sagt, ist komplett irrelevant dafür, ob die Aussage wahr ist oder nicht (es sei denn, der Sprecher bezieht sich auf sich selbst).

  • "Wenn du das glaubst, kommst du in die Hölle (andere Unheilsprophezeiung nach Belieben ersatzweise einsetzen)" - Auch das ist für den Wahrheitsgehalt einer Aussage schlichtweg egal.

Weitere Beispiele finden sich in Wikipedia-Artikeln zu logischen Fehlschlüssen.

Philosophie lehrt einen also erstens, solche Scheinargumente zu vermeiden und als das, was sie sind, zu identifizieren, wenn andere sie nutzen, und erinnert einen außerdem daran, dass man das, was man sagt, begründen muss, und dass die einzige akzeptable Begründung in einem sachlichen Argument besteht - nicht in Gewalt, nicht in Unterstellungen, nicht in Beleidigungen, nicht in Verzerrungen der Ansichten des Gegenübers.

Dazu muss man kein Philosoph sein. Ein guter Disussionspartner lässt zumindest Andere ausreden und hört zu. Er zieht weiterhin in Erwägung, dass der Andere vernünftige Argumente haben könnte, auch wenn sie der eigenen Überzeugung zunächst nicht entsprechen. Und schließlich gilt es noch zu bedenken, dass fast jeder Sachverhalt aus verschiedenen Richtungen betrachtet werden könnte, die alle ihre Vor- und Nachteile haben könnten. Und es braucht seine Zeit, um eine Sache aus verschiedenen Richtungen zu betrachten. Spontanes Losplappern verhindert nunmal eine ausgewogene Betrachtung.

Das alles sind so einfache und verständliche Grundregeln, dass man das Wort Philosophie noch nicht mal kennen muss.

Ja das ist eine sehr intelligente Antwort die mir sehr gefällt. (; Nur ich meinte, wenn man das alles als Grundvorraussetzung hat, was du in deinem Beitrag schreibst, kann man dann trotzdem durch die Philosophie noch etwas hinzugewinnen? Wie siehst du das?

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@freezyderfrosch

Mir ist der Begriff Philosophie zu schwammig und für das praktische Leben zu allgemein. Aber es kann nie schaden, wenn man sich ein wenig mit den Dingen beschäftigt, die über das Alltägliche hinausgehen. Insofern hab ich nix gegen Philosophie. Man sollte nur den Bezug zur Realität nicht verlieren.

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Dafür wendest Du sie aber gut an. DH.

:-)))

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Du kannst "besser" (folgerichtiger) denken, aber nicht so reden. Dazu mache einen Rhetorik-Kurs.

Wie am besten Philosophie studieren? [Autodidaktisch]

Hallo,

ich habe eine Frage an alle, die bereits Philosophie studieren (und am besten in höheren Semester sind) und die Wissen, wie ein solches Studium abläuft und aufgebaut ist.

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Meine Frage: Wie sieht ein Philosophiestudium aus? Wie geht man am besten an ein Studium der Philosophie heran, wenn man es nicht an der Uni, sondern privat macht?

Was ich bereits weiß, ist, dass ein Philosohiestudium aus der theoretischen Philosophie, der praktischen Philosophie, Geschichte der Philosophie und natürlich dem Lesen von Primärtexten besteht. Wie sind hier die Schwerpunkte?

Ich habe mal vor 5 Jahren "Denker des Abendlandes. Eine Geschichte der Philosophie" von Bertrand Russell gelesen, aber nicht alles verstanden, eher das wenigste. Jetzt habe ich mir die fünf Reclam Bände "Grundkurs Philosophie" von Wolfgang Detel gekauft: 1. Logik, 2. Metaphysik und Naturphilosophie, 3. Philosophie des Geistes und der Sprache, 4. Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, 5. Philosophie des Sozialen.

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