Wie lebt es sich mit einem fremden Organ von der Lebenqualität und der Psyche her ?

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Das fremde Herz (eine Erzählung)

Der arme und der reiche Mann

Es war einmal ein reicher und angesehener Mann, der ein Bergwerk besaß und dort nach Bodenschätzen graben ließ. Er lebte in einem Schloss, umgeben von Kostbarkeiten, und wer ihn sah, wie er sich den anderen Menschen zeigte und wie er sich bewegte, dem kam sogleich in den Sinn: "Dieser Mann muss aus reichen und sehr noblen Verhältnissen kommen." Der Mann war sichtlich stolz auf seinen Besitz, seinen Erfolg und auf sein bisheriges Leben, und stets trachtete er danach, die sich ihm bietenden Genüsse auch auszukosten. Dazu setzte er sein Vermögen, sein Ansehen und seinen Einfluss auch so ein, dass andere ihm und seinen Interessen und Leidenschaften gerne dienten, so dass er auch nicht zu vermissen schien, dass er im Grunde allein in seinem Schloss lebte.

Vor den Toren seines Schlosses wohnte aber auch ein armer Mann in einem kleinen ärmlich aussehenden Häuschen, der sich redlich mühte, für sich und seine Familie den notwendigen Lebensunterhalt zu verdienen. Er arbeitete hart in der Grube des reichen Mannes und er fügte Zeit seines Lebens weder Mensch noch Tier ein Leid zu. Doch je älter er wurde, je schlechter war es um seine Gesundheit bestellt und je beschwerlicher waren die vielen Stunden schwerster körperlicher Arbeit in den schmalen luftarmen Schächten unter der Erde. Und doch fehlte es ihm und seiner Familie an vielem, weil das Einkommen eben dafür nicht reichte. Er lebte also von einem Minimum, während der reiche Mann weit mehr als das Hundertfache als sein Einkommen aus dem Bergwerk nur für sich allein beanspruchte.

Eines Tages wurden beide Männer sehr krank. Der reiche Mann, weil sein Herz vor Kälte nahezu aufhörte zu schlagen. Der arme Mann jedoch, weil er unter der Erde an seinem Arbeitsplatz zu wenig Luft bekam und zusammengebrochen war. Ein Arzt untersuchte den bewusstlos gewordenen armen Mann, und er spekulierte, ob durch den Sauerstoffmangel nicht vielleicht auch sein Gehirn eine Schädigung davon getragen haben könnte. Sein Herz schlug jedoch immer noch kraftvoll.

Im Hospital

Im Hospital waren derweil viele Ärzte und Schwestern Tag und Nacht um das Leben des reichen Mannes besorgt. Und in seiner Kirche zündete man eine Kerze an, vor der ebenfalls Tag und Nacht jemand beauftragt wurde, für seine Genesung zu beten. Doch auch die intensivsten und kostspieligsten Behandlungen, die nur denkbar sind, brachten keine entscheidende Besserung. Nur eine Herztransplantation würde sein Leben retten können, so sagten die Ärzte.

Auch der arme Mann wurde nun zum ersten Mal in seinem Leben in das Hospital gefahren, da er sich sonst eine Behandlung dort gar nicht leisten konnte. Ohne Zögern wurde geprüft, ob sich sein Herz eventuell als Spenderorgan eignen würde. Und die Ärzte waren von diesem Herzen sehr angetan. Und bald stellte sich heraus: Es wäre besonders geeignet, um dem Bergwerksbesitzer eingepflanzt werden zu können, der in einem anderen Stockwerk des Gebäudes medizinisch umsorgt wurde. Derweil sagte man der Familie des Bergwerkarbeiters, dass eine Wiederherstellung seiner Gesundheit kaum mehr möglich sei, da, wie es den Anschein hat, sein Gehirn bei dem Zusammenbruch wohl auch einen Schaden erlitten habe.

Und so kam es dann, dass man gar keine besonderen Anstrengungen mehr unternahm, um sicher zu stellen, ob das Gehirn tatsächlich einen Schaden davon getragen habe. Auch wurde sich nicht mehr darum bemüht, das Leben des armen Mannes vielleicht doch noch zu retten und ihn aus der schweren Bewusstlosigkeit zu erwecken, sondern alles war darauf ausgerichtet, die Organentnahme vorzubereiten. Und so kam es schließlich auch, dass sein Herz heraus operiert und dem reichen Mann eingepflanzt wurde. Als seine Familie die Hülle seines ausgeweideten Körpers noch einmal zu Gesicht bekamen, erschraken alle furchtbar. Warum haben sie ihren geliebten Mann und Vater nicht beim Sterben begleiten dürfen? Es sei plötzlich alles so schnell gegangen, so die Ärzte, so dass auch das Herz sozusagen in letzter Minute gerade noch habe entnommen werden können.

Das neue Herz

Der reiche Mann jedoch erholte sich überraschenderweise schnell von der schweren Operation. Und er schien mit dem neuen Herzen bald auch Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die man früher bei ihm gar nicht kannte. Dabei schienen zwei Seelen in seinem Inneren im Widerstreit zu liegen. Die eine Seele, die einfach ihr altes Leben, das sich fast nur um den Erfolg, den Reichtum und das Ansehen drehte, weiter führen wollte, so weit es eben der nun angeschlagene Gesundheitszustand des Menschen nur irgendwie ermöglichte. Und eine zweite Seele, die sich dafür zu interessieren begann, wie es auch anderen Menschen ergeht und ob sie mit ihrem Leben zurecht kommen oder nicht.

Oft wirkte der reiche Mann dabei unkonzentriert und orientierungslos. Und die in vielen Jahrzehnten gepflegten egoistischen Denkmuster und Verhaltensweisen, die sich nicht oder nur wenig für das Wohl anderer interessierten, behielten schließlich die Oberhand, auch durch die Beeinflussung seiner alten so genannten Freunde. Mit der Zeit konnte sich der Mann deutlich körperlich stabilisieren. Er legte sogar noch einmal zu an Reichtum und an Besitz. Er musste nur auf einige Facetten seiner Genusssucht verzichten. So hatten ihn die Mediziner ausreichend mit Ratschlägen versorgt, wo er vorsichtig sein müsse, was er unterlassen sollte, was er sich aber ohne weiteres weiterhin gönnen könne. Aus diesem Grund bedachte er auch das Hospital, das sein Herz durch ein ihm fremdes ersetzte, mit einer für seine Verhältnisse kleinen, aus Sicht des Hospitals jedoch großzügigen Spende. Desgleichen seine Kirche, in der einst für seine Gesundheit und für das Gelingen der Operation gebetet wurde.

Der plötzliche Tod

Manchmal schien er sogar - bis auf die immer wiederkehrenden Aussetzer und Anflüge von Orientierungslosigkeit - wieder der Alte zu sein, der er vor seiner Operation war.
Eines Abends saß er halb liegend in seinem Bett und blickte selbstzufrieden auf sein bisheriges Leben zurück. Reichtum und Erfolg waren ihm beschieden und dazu viele Menschen, die ihm Anerkennung und Respekt zuteil werden ließen und ihm viele seiner Wünsche erfüllten, und sogar, dem Spender sei es gedankt, ein neues Herz. Und für den Fall, dass die Zeiten schwieriger werden, konnte er auch auf vielerlei Art Vorsorge treffen. So dachte er bei sich: "Ich muss mir nun wirklich um meinen bevor stehenden Lebensabend keine Sorgen mehr machen", und er schlief über diesen seinen beruhigenden Gedanken ein.

Da hatte er in dieser Nacht unvermittelt einen außergewöhnlichen Traum. Während er schlief, erschien ihm im Traum plötzlich eine Gestalt, von der er sich nicht erinnerte, sie schon einmal gesehen zu haben. Das Wesen war kraftvoll und wirkte gütig. Jedoch hatte es einen sehr ernsten und auch traurigen Blick. Diese Gestalt beugte sich im Traum nun über ihn, und begann, mit sehr eindringlichen Worten zu sprechen: "Du Narr, noch in dieser Nacht wird deine Seele von dir genommen werden. Und wo wird dann alles das sein, das du dir erworben hast?"

Der reiche Mann erschrak über diesen Worten so furchtbar, dass er am ganzen Körper zusammen zuckte und erwachte. Ruckartig richtete er seinen Oberkörper auf: "Was war das? Und wer war das?"
Der Bergwerksbesitzer saß nun ganz aufrecht in seinem Bett und die Gedanken schossen ihm in den Kopf: "Das war doch nur ein Traum. Doch es war wie echt, es war real." Hastig versuchte er aufzustehen, um in seinem Schloss für alle Fälle nach dem Rechten zu sehen. War da vielleicht doch eine fremde Person in sein Haus eingedrungen und hatte sich über ihn gebeugt, als er noch schlief?

Doch kaum war er aus dem Bett aufgestanden, spürte er ein heftiges Stechen in seinem Herzen und in seiner linken Schulter, das ihn augenblicklich ausbremste und in einen Sessel fallen ließ. Panik ergriff ihn. Er hatte das Gefühl, als würde ihm von innen, aus seinem eigenen Körper heraus, zunehmend der Sauerstoff zum Atmen entzogen werden. In diesem Zustand kroch er wieder aus dem Sessel heraus zurück in sein Schlafgemach, öffnete weit das Fenster und entschied, sogleich einen Arzt zu rufen, auch wenn es mitten in der Nacht sei. Zuerst griff er jedoch zu seinen Morgen-Medikamenten und schluckte sogleich vorsorglich eine höhere Dosis. Doch darauf hin verlor er das Bewusstsein und fand sich unversehens wieder zurück in dem traumartigen Zustand, in dem er gerade zuvor noch erlebt hatte, dass eine fremde Gestalt sich über ihn gebeugt hatte: Wie im Fluge sah der reiche Mann nun seine vergangenen Lebensjahre vor seinem inneren Auge an sich vorbei ziehen, und er hatte keine Kontrolle mehr über die Situation. Ohne dass er dies wollte, sah er nun sein bisheriges Leben wie in einem Lebensfilm an sich vorbeiziehen. Es war ein mächtiger Sog, der ihn, ohne dass er es irgendwie beeinflussen konnte, zu den Stationen seines vergangenen Leben zurück trieb. Und während die Bilder auf ihn einwirkten, verstärkte sich in ihm das Gefühl, das meiste vielleicht doch falsch gemacht zu haben.

Und so verging die Nacht, und der Morgen dämmerte allmählich empor und damit auch die übliche Frühstückszeit im Schloss. Der Bergwerksbesitzer war entgegen seiner Gewohnheit nicht zum Frühstück erschienen, das ihm seine Köchin an jedem Tag zubereitete, und er reagierte auch nicht auf die Rufe der Frau, die darauf hin den Schlossverwalter rief. Der herbei gerufene Verwalter entdeckte ihn schließlich, sitzend auf einem Sessel, den Kopf nach vorne gekippt, den Telefonhörer auf seinem Schoß. Eiligst wurden gleich zwei Ärzte herbei gerufen, und sie waren sich schnell einig: Er ist tot. Offensichtlich ein Herzinfarkt. Nun war also auch sein neues, das fremde Herz nicht mehr zu retten.

Die Verwandten wurden verständigt, und der Pfarrer, der als nächster unverzüglich im Schloss eintraf. Er kannte sich gut aus in diesem Anwesen, wie einer, der dort seit je her ein und aus ging, und er begann zunächst damit, ein langes Gebet neben der Leiche des Verstorbenen zu sprechen, worauf hin alle anderen Anwesenden ihre Tätigkeiten unverzüglich einstellten und den Kopf, gleich dem Verstorbenen, nach unten senkten. Dann telefonierte der Pfarrer mit den Verwandten. Es ging dabei um das Testament und um die Erbschaft, und die Handwerker wurden verständigt, die Gruft in seinem Mausoleum für die baldige Belegung herzurichten.

Und in seiner Kirche wurde nun gleich ein ganzer Karton Kerzen ausgepackt und entzündet, und der Pfarrer bestellte einige Gläubige ein, die den ganzen Tag über vor den Kerzen beten sollten, damit die Seele des Verstorbenen den Himmel möglichst bald erreichen möge. Zudem bekamen die Arbeiter im Bergwerk eine Stunde frei, um auf vorformulierten so genannten Kondolenzbögen ihr Beileid und tiefes Mitgefühl auszudrücken.

Der arme und der reiche Mann im Jenseits

Der Körper des reichen Mannes war also unweigerlich tot. Doch wo befand sich jetzt seine Seele? Sie war nun hin und her gerissen zwischen Diesseits und Jenseits - unsichtbar für diejenigen, die sich auf der Erde intensiv über seinen Tod austauschten oder über das zu erwartende Erbe und die über die Zukunft des Schlosses und des Bergwerks nachdachten. Erst nach geraumer Zeit erkannte die Seele, dass es für sie kein Zurück mehr ins Diesseits gab. Und so streifte sie scheuen Blickes im Jenseits umher. Das Wesen im Traum hatte also die Wahrheit gesagt. Doch wie sollte es jetzt weiter gehen? Die körperlichen Schmerzen beim Sterben waren vergangen, doch die innere Unruhe und Angst nahm von Minute zu Minute zu. Da sah der einst Reiche plötzlich den früher armen Mann vor ihm stehen, der in dem kleinen Haus vor seinem Schloss gewohnt hatte und dessen starkes Herz seine irdische Lebenszeit um einige Jahre verlängert hatte.
Der arme Mann hatte im Jenseits bereits längere Zeit auf den reichen Mann gewartet. Und nun war also der Zeitpunkt gekommen, auf den er gewartet hat. Der einstige Arbeiter ging auf den Mann zu, der eben noch reicher Bergwerksbesitzer war, und fragte ihn, ob er ihm einiges sagen dürfe. Der gerade Verstorbene war einverstanden, denn er wusste ohnehin nicht, wie er sich sonst hier an diesem Ort orientieren könnte, und er war sogar ein wenig erleichtert, den Mann getroffen zu haben, der ihm schließlich nicht ganz unbekannt war.

Also sprach der einst arme Mann zu dem einst Reichen:

"Deine Lebenszeit war schon vor vielen Jahren abgelaufen. So wie auch die meine. Wie du weißt, hat man mir mein Herz aus dem Körper geschnitten. Es war ein Schmerz, wie ich ihn bis dahin noch nie kannte, obwohl ich schon lange Jahre viele Schmerzen ertragen musste."

Bereits bei diesen ersten Worten verschlug es dem gerade Verstorbenen schier die Sprache, und er verstand nur mühsam, was der einst arme Mann ihm nun berichtete. Und dieser sprach weiter: "Auch die vielen leidvollen und beschwerlichen Jahre vor den Toren deines Schlosses wären nicht notwendig gewesen, wenn du gütiger, gerechter und großzügiger gewesen wärst."

Leicht beschämt senkte der einst Reiche seinen Kopf. Da
berichtete der Mann, der auf ihn gewartet hatte, was nach seinem Tod und nach der Organtransplantation passierte:

"In allen den Jahren, in denen du mein Herz in deinem Leib trugst, bin ich nicht von deiner Seite gewichen, denn ich wollte immer nahe bei meinem Herzen sein, damit ihm nicht weiterer Schaden zugefügt würde. Dies alles war für mich eine zusätzliche Qual, nun auch aus dem Jenseits heraus ständig neben dir zu leben, wie einst auf der Erde. Das Maß deiner Lieblosigkeit war schon
lange voll, doch du hattest es nicht mehr in deinem Herzen spüren
können.

Denn du hattest ja ein falsches Herz, nämlich mein Herz. Doch
ich habe dies alles gespürt, in meinem Herzen, das nun auch mehr und mehr erkaltete. Ich fühlte mich dabei wie angekettet an deinen Leib, und ich kam nicht davon los. Und so wartete ich hier, um endlich wieder Ordnung zu schaffen zwischen dir und mir, und um diese schlimme Sache zwischen uns zu beenden. Ich wartete, bis du kommst. Und nun bist du endlich da."

Der einst Reiche war nicht in der Lage zu antworten,
und erneut machte sich eine diffuse Angst in ihm breit. Und doch war er auch ein wenig entspannt, da der Tod anscheinend nur wenig verändert hat. Sein Leben war offensichtlich nicht beendet, sondern ging irgendwie weiter. Auch wenn dies hier ganz offensichtlich nicht der Himmel war, in den ihn sein Pfarrer immer wieder hinein zu predigen versuchte. Doch wo war er dann? Schließlich formulierte er zögerlich doch einige Worte:
"Ich spüre immer noch dein Herz in mir, aber es ist für mich wie eine fremde Kraft."

"Das war es für dich immer gewesen", sagte der einst arme Mann. "Nur hast du die Fremde während deiner Erdenzeit nicht
wahrhaben wollen und dich ständig damit einschläfern lassen, dass dir das Leben angeblich noch einmal geschenkt worden sei. Doch nun ist diese Spanne Zeit ja auch beendet, und wir können jetzt eine gerechte Ordnung zwischen uns schaffen." Und der Mann, dem das Herz entnommen wurde, sprach weiter: "Alles, was du an Negativem getan hast, nachdem deine Erdenzeit in Wirklichkeit schon abgelaufen war, hast du auf Erden nun auch meinem armen Herzen eingraviert, bis dieses Herz ebenfalls kollabiert ist. Nun gibt es nichts mehr, was mich auf die Erde zieht und ich will sehen, wie ich hier in dieser Welt mit allem zurecht komme, was geschehen ist."

"Auch ich weiß nicht, wie ich hier zurecht kommen soll mit allem, was geschehen ist", antwortete der einst Reiche.

Zurück auf dem Operationstisch

Kein Pfarrer und kein Priester und auch nicht der Bischof, mit dem er gelegentlich verkehrte, hatten den gerade verstorbenen Bergwerksbesitzer je auf solches vorbereitet, was er hier erlebte. "Warte", so sprach der einst Reiche. "Was ist, wenn mir alles leid tut? Dass ich dich habe für mich arbeiten lassen und dir keinen gerechten Lohn dafür gab? Dass ich mir sogar dein Herz einpflanzen ließ, obwohl du es mir nicht freiwillig gabst?"

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@Mucker

Und der einst Arme antwortete: "Auf der Erde hätten dir deine Sünden und Fehler leid tun sollen. Das ist deine Lebensschule
gewesen", so der früher arme Mann. "Und hier in dieser Welt kommt man mit Scheinheiligkeit nicht voran wie in der anderen Welt. Du wirst hier zuerst alles spüren, was du verschuldet hast. Und ich bin nicht der einzige, an dem du schuldig wurdest. Es werden noch viele kommen. Wenn es dir dann aber wirklich leid tut, dann ist das auch für dich der Beginn eines besseren Lebens."

Der früher reiche Mann atmete bei diesen Worten erst einmal tief
durch. Und anders als vor einigen Stunden, als er am offenen Fenster in seinem Schloss nach Luft rang, bekam er jetzt genügend Luft. Dann griff er instinktiv an die Stelle in seinem Seelenkörper, an der er das fremde Herz wähnte, das seinem Menschenkörper einst an dieser Stelle eingepflanzt wurde, und er tat so, also reiße er es mit einem Ruck aus seinem Seelenleib heraus. Obwohl es also nur so schien, als würde er sich das fremde Herz aus seinem Körper reißen, war das Schmerzempfinden für ihn unsäglich. In diesem Augenblick erfüllte sein markerschütternder  Schrei die jenseitige Welt. Schwer atmend fiel er vor die Füße des anderen Mannes.

"Leider konnte dir diesen Schmerz keiner ersparen", so der einstige Arbeiter. "Es war der gleiche Schmerz, den auch ich fühlte, als mir das Herz entnommen wurde. Aber ich spüre, dass du umkehren möchtest". Und er sprach weiter: "Nun geh du deinen Weg und ich den meinen." Und der Mann, der so lange gewartet hatte, verschwand.

Der sich nun herzlos fühlende einstige Reiche lag immer noch auf dem Boden und wagte nicht aufzustehen. Ganz allmählich erfasste er, dass sein Seelenkörper seine Menschenhülle samt dem fremden Herzen ja komplett abgestoßen habe und er folglich auch kein physisches Herz mehr braucht. Doch warum dann dieser furchtbare Schmerz an der Stelle, wo früher das irdische Herz geschlagen hat? So lag er nun eine Zeitlang am Boden und stammelte hilflos einige eindringliche Gebetsworte, die sich sehr von den hohlen Gebetsformulierungen unterschieden, die er einst als Mensch gebetet hatte.

Als ihn schließlich die Resignation völlig zu überwältigen schien, näherte sich ihm auf einmal wieder das Wesen, das ihm einst im Traum seinen irdischen Tod angekündigt hatte. Es streckte seine Hand aus, und der Mann ergriff dankbar diese Hand. Darauf hin wurde er wie im Traum noch einmal zu dem Operationstisch geführt, auf dem sein todkrankes Herz gegen das fremde Herz des armen Mannes ausgetauscht worden war. Er sah, wie als Mensch noch sein richtiges Herz in seinem Körper schlug und wie
es die Ärzte gerade entnommen hatten, um es gegen das Herz des einst armen Mannes auszutauschen.

In diesem Augenblick jedoch griff er mit seinem Arm kräftig dazwischen und nahm dem Arzt sein entnommenes Herz wieder aus der Hand. Dann transplantierte er in seiner Gedanken-,
Bilder- und Empfindungswelt sein eigenes Herz wieder in seinen Körper zurück, ganz ohne Ärzte und Schwestern und ohne das Gebet eines Pfarrers. Und dieses Mal war der Eingriff völlig schmerzlos und unkompliziert. Im Gegenteil. Es ging alles wie von selbst, und er spürte, wie sich sein Nervensystem allmählich beruhigte und wie es ihm von Augenblick zu Augenblick wieder
besser ging.

http://www.theologe.de/theologe17.htm

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Lebe seit vielen Jahren mit einem transplantietem Herz. Vor der OP war fast jeder Tag ein Kampf mit Rollstuhl, Sauerstoff und unendlich vielen Medikamenten. Ich kann jetzt wieder in Teilzeit arbeiten und am normalen Leben teilnehmen. Besonders oft krank bin ich nicht und schon gar nicht schwer. Die Medikamente haben natürlich Nebenwirkungen, aber das positive überwiegt. Psychische Probleme habe ich keine, der Spender ist nicht wegen mir gestorben und es ist gut, dass man nicht erfährt, wer es war. - Aber es gibt durchaus Patienten, die nach det OP Probleme damit haben.

Ich habe ein kleines Mädchen als Patientin. Sie bekam mit knapp 1 Jahr eine Leberspende von einem verstorbenen Baby. Ich betreue die kleine Maus seit ihrem 6. Monat, also schon vor der Organspende.

Die Eltern befanden sich damals bereits im Ausnahmezustand, weil denen war klar das ein anderes Baby sterben muss um ihre kleine zu retten.

Nun ist die Familie unendlich dankbar für die Leber und die Rettung der Kleinen, aber ein fades Gefühl bleibt sagen sie.

Irgendwann wird die Kleine Fragen stellen, auch das wird eine Herausforderung werden. 

Ich denke das seelische lässt sich nur nachvollziehen und fühlen wenn man selber sehr nah am Geschehen oder selber betroffen ist. 

Die Eltern der Kleinen haben sich für den Wunsch nach einem Organ oft bis an die Grenze der psychischen und körperlichen Belastbarkeit gebracht. Auch ist die Ehe fast daran zerbrochen

Der kleinen Maus geht es gut. Ihre positive Entwicklung schiebt grübeln und neg. Gedanken erstmal in den Hintergrund....

Ich habe so eine Geschichte bei meinen Nachbarsfreunden. Der jüngste Sohn bekam mit 8 Monaten ein neues Herz.

Ich kann deine Schilderungen unterschreiben. Ich war und bin sehr nah dran, es ist so, wie du es beschrieben hast.

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