Kann man mit Autismus ein normales Leben führen?

13 Antworten

Eine gute Bekannte von mir ist Autistin und hat auch einen autistischen Sohn. Sie arbeitet sehr erfolgreich als OP-Schwester und ist top in ihrem Beruf.

Sie hat wohl von klein auf gelernt, sich einzufügen und anzupassen. Erzählt aber auch oft, wie schwierig es für sie gerade in der Kinder- und Jugendzeit war. Leider zum Teil auch sehr isoliert. Sie ist unheimlich verbissen, wenn sie etwas erreichen will und stopt auch erst, wenn sie es erreicht hat..

Ihr Sohn hat noch ein ADHS dazu und es fällt ihm ebenfalls sehr schwer sich einzufügen. Hatte starke Aggressionsprobleme zur Zeit. Allerdings macht die Familie irre viel an Therapie und Förderung und ich habe den Eindruck, er wird seinen Weg machen. Wohin ihn der führen wird, wird sich zeigen.

Ja man muss lernen sich anzupassen.

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Erstmal sind nicht alle Autisten gleich. Je nachdem wie schwer es ist gibt es schon Probleme aber es funktioniert. Ein Freund von mir ist auch autistisch und kann typerscherweise echt schlecht mit Menschen. Er hat aber einen Diplom gemacht und hat einen sehr gut bezahlten Beruf. Das finden einer Firma war allerdings schwierig da er meistens komisch ist und man halt damit umgehen muss und viele Mitarbeiter oder schon der Gesprächspartner beim Einstellungsgespräch haben damit dann Probleme und haben ihn nicht eingestellt oder es wurde ihm nahegelegt das Unternehmen zu verlassen. 

Er ist aber nie traurig deswegen gewesen, eher weil er keine Freundin findet weil er eine intellektuelle Beziehung will und viele Frauen seine Interessen nicht teilen und er recht schlau ist. Wenn ich was wissen will kann ich ihn fragen, er wusste bisher alles, von Hausmittelchen bis komplexe Arbeitsvorgänge die nichts mit seinem Fach zu tun haben und Steuererklärungen.

Das Leben ist dadurch vielleicht komplizierter aber er zumindest steckt das wunderbar weg, findet viel halt in der Familie und meistert es sehr gut. Das tolle ist wenn er eine Absage bekommen hat war er nicht traurig sondern eher das er was besseres findet weil er sich selber sehr hoch einschätzt und Leute die das nicht so sehen wandern bei ihm dann in ablage P. Von Freunden kann aber auch Kritik annehmen, auch wenn er selber Kritik sehr harsch äußert und es nicht so schön verpacken kann. Wieder ein Grund weshalb die Kommunikation auf Arbeit manchmal schwierig ist ^^

Muss man halt lernen, also das kommunizieren. Musste ich auch.

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Aspies sehr oft, aber die meinst du ja nicht.

Ich selbst bin frühkindliche Autistin und lebe vollkommen normal und selbstständig. Das ist aber sehr verschieden, die meisten frühkindlichen Autisten haben eine geistige Behinderung, bei denen gestaltet sich sowas dann eher schwierig. Auch bei den atypischen gibt es solche und solche.

Was ist diese "eigene Welt", von der Nicht-Autisten immer reden?

Ich bin Autist, Asperger-Autist.
Meist beantworte ich hier Fragen zum Thema Autismus, doch jetzt habe ich mal selbst eine.

Viele Nicht-Autisten schreiben immer wieder, Autisten würden "in ihrer eigenen Welt" leben.
Was ist diese "eigene Welt"? Was ist mit diesem Satz gemeint?

Wie gesagt bin ich selbst Autist, ich kenne auch viele Autisten, offline und online, viele von uns fragen sich immer wieder, was Nicht-Autisten damit eigentlich sagen wollen. Denn wir selbst empfinden das nicht so. Wir teilen die Welt mit den Nicht-Autisten.

(Und ja, an dieser Stelle schreibe ich ausnahmsweise bewusst "wir", obwohl ich sonst beim Thema Autismus sehr darauf achte, nicht zu verallgemeinern, aber in diesem Fall habe ich von so vielen Autisten das Feedback, dass sie alle gerne mal wüssten, was Nicht-Autisten damit meinen, dass ich "wir" schreiben kann.)

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Kann man Aufgrund von Autismus, bzw. Asperger Arbeitsunfähig sein und deswegen Sozialhilfe beziehen? Oder ist Autismus kein Grund nicht eine Ausbildung zu machen und dann zu arbeiten? Oder vielleicht sogar zu studieren? Oder würde ich das als Asperger-Autist nicht schaffen? Kann ich Sozialhilfe beziehen? Weil eigentlich ist Autismus ja eine Behinderung, nicht?

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Ich weiß dass behindert mittlerweile schon vom wort beeinträchtigt abgelöst wurde. Wobei behindert aus meiner sicht, behindert nicht diskreminierend und genauer als der ausdruck beeinträchtigt ist. Denn wer beeinträchtigt ist, muss nicht behindert sein, aber wer behindert ist ist automatisch beeinträchtigt. Ein mensch mit beeinträchtigung wäre ja dann nahezu jeder, weil sehschwächen, schlechtes hören oder eine verletzung bereits beeinträchtigungen sind. Deshalb verwende ich hier das wort behindert weil ich es als zutreffenderer ausdruck für den zustand der beeinträchtigt genannt wird ist. Für mich fallen autisten nucht automatisch unter behindert, weil die ausprägung von fall zu fall unterschiedlich ist. Ich empfinde den ausdruck "autist" für asperger patienten als diskreminierend, da es so mit einer ganz anderen form autistischer störungen, die nur "autismus" heißt gleichgesetzt wird. Und derunterschied zwischen autismus und asperger autismus ist wohl ein großer. Wieso bezeichnet man nun asperger autisten nur als autisten?

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