Kann man heute problemlos nach Japan reisen?

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9 Antworten

Ein paar Negativ-Fakten zu Beginn: Eines ist natürlich klar: Radioaktiver Fallout macht nicht an einer Präfekturengrenze halt.

Nun gibt es nach Regenfällen in der Präfektur Fukushima immer wieder Berichte von angestiegenen Werten, selbst in Bereichen die als dekontaminiert klassifiziert wurden.

Auch wurde in anderen Landesteilen, darunter Tokyo, radioaktives Material aufgefunden, dass in Verbindung zur Fukushima-Katastrophe zu stehen scheint.

Da Kraftwerksbetreiber TEPCO einige Versäumnisse erst nach Jahren einräumte, ist auch nicht gerade vertrauenerweckend.

Strahlungsschäden treten, ausser bei extrem hoher Radioaktivität nicht sofort auf, es gibt also theoretisch die Möglichkeit von Folgeschäden bei hoher Belastung..

Somit bestehen durchaus berechtigte Gründe, zumindest misstrauisch zu sein.

Allerdings gibt es auch eine ganze Reihe an Faktoren, die dafür sprechen, dass einem Japan-Besuch nichts gravierendes im Wege steht:

Zeitraum: Seit Beginn der Krise am 11. März 2011 sind mehr als zwei Jahre vergangenen und auch wenn die Halbwertszeit von einigem radioaktiven Material deutlich länger ist, dürfte ein nicht unwesentlicher Teil beispielsweise auf den Pazifik hinausgeweht worden sein.

Fläche: Anders als es auf der Karte manchmal aussehen mag, ist Japan ziemlich gross. Von der Region Tohoku, wo die Präfektur Fukushima liegt, bis nach Kyushu oder sogar Okinawa liegen zig tausend Kilometer.

Doch selbst wenn man nicht ganz so weit reisen will, ist man nicht in Lebensgefahr.

Japan hat neben den japanischen Alpen auch große Wälder, so dass abgesehen von der Stadt Fukushima keine größere Stadt in Nähe zum Kernkraftwerk liegt.

Eine akute Gefährdung sehe ich daher in keiner der japanischen Großstädte.

Lebensmittel: Nachdem zu Beginn tatsächlich Belastungen von Lebensmitteln nachgewiesen wurden, haben die Behörden die Grenzwerte weiter verschärft.

Reis wird jetzt auch aus China bezogen, so dass man sich genau so gut Sorgen über einie mögliche Pestizidbelastung machen könnte.

Örtliche Fischer verzichten auf den Fischfang, da sie sich der Tatsache bewusst sind, dass viele Menschen keinen "Fukushima-Fisch" kaufen werden, so lange nicht alle Bedenken beiseitigt sind

Das Risiko an "verstrahlten" Fisch, oder andere Lebensmittel zu gelangen, ist also eher gering.

Sperrgebiet: Die eigentliche Sperrzone um das AKW Fukushima Daiichi und Bereiche innerhalb von Gemeinden, die aufgrund hoher Radioaktivität auch langfristig nicht bewohnbar sind, wurden abgeriegelt und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich,

Du kannst dich also nicht versehentlich in gefährliches Gebiet verirren.

Allerdings gibt es nach der Einführung des Zonenmodells tatsächlich einige Gemeinden im ehemaligen Bereich der Evakuierungszone, die wieder betreten werden dürfen

In den kommenden Jahren besteht für sie die Aussicht, dass ihre Einwohner wieder gänzlich zurückkehren dürfen, wenn die Dekontaminationsarbeit abgeschlossen ist.

Ob die früheren Einwohner dies dann auch machen, ist eine andere Frage.

Offizielle Stellen: Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat lediglich eine Teilreisewarnung ausgegeben, die sich nur auf Fukushima bezieht.

Daneben gibt es natürlich Blogs von Privatpersonen und Bürgergruppen in Japan, die alle sehr atomkritisch sind und davon abweichende Positionen vertreten - jedoch keine verbindlichen und offiziell anerkannten Angaben sind und in der Regel auf Messungen von Privatpersonen beruhen.

Ob man nun tatsächlich nach Japan reist, oder nicht, muss natürlich letztlich jeder selber entscheiden - ich persönlich sehe jedenfalls keine Lebensgefahr.

Sonstiges: Seit dem ersten Tag der Katastrophe berichtet die Webseite http://www.spreadnews.de/ täglich über die aktuellen Entwicklungen vor Ort (Ausnahme Wochenenden und Feiertage) und ist für mich der erste Anlaufpunkt für deutschsprachige Informationen.

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Hallo, harut22. Fuku ist natürlich für jeden tabu, aber das restliche Japan, 99,9999999xxx % wird dich mit offenen Armen freundlichst empfangen. Fahr hin und lern die wunderbaren Menschen + grandiose Natur sowie den faszinierenden Shinto - Glauben kennen. Das Land hat es nicht verdient als Atomwüste verschrieen zu werden. Schau mal: Hiroshima und Nagsaki waren auch Atomwüsten ( herzl .Grüße von Big Brother U.S.A.! ) und sind nun, bzw. waren es schon nach kurzer Zeit wieder, voll bewohnt, wobei die Zuzügler keine Strahlenschäden haben. Nur eben Einwohner + Nachfahren, die in den Genuß der warmen Zuwendung jemandes kamen, der längst gewonnen hatte und eben schnell noch gestohlene Technik testen wollte bevor es verboten wird. LG und alles Gute im Sonnenland.

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Im Gegenteil, die Medien übertreiben einfach maßlos. Ganz besonders die deutschen.

Vom Auswärtigen Amt gibt es eine Teilreisewarnung für das Gebiet um Fukushima, der Rest Japans kann bedenkenlos besucht werden.
Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts: http://www.auswaertiges-amt.de/sid_72EA8CD3B005479AC4A58CCB9AF7F355/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/Nodes/JapanSicherheit_node.html

Aus radiologischer Sicht ist ein Aufenthalt, außer in den gesperrten Gebieten in ganz Japan unbedenklich.
Bei den gesperrten Gebieten handelt es sich um
- den von der japanischen Regierung festgelegten 20-km-Umkreis um das Kernkraftwerk sowie
- das gesamte Gebiet der außerhalb dieses Umkreises gelegenen Ortschaft von Iitate sowie um Teile der Ortschaften von Katsurao, Minamisōma und Kawamata.

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Wenn du nicht gerade neben dem Kraftwerk schwimmen gehst, wird es da keinen Grund zur Besorgnis geben. Sicherlich bekommst du da auf dem Flug mehr Strahlen ab, als im Land selber.

Aber wenn du dir so viele Sorgen machst, dann solltest du vielleicht Zuhause bleiben.

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Solange du nicht nach Fukushima reist, wo du im übrigen auch gar nicht erst hinkommst, da alles abgeriegelt ist, ist die einzig bestehende Gefahr, dass du dich in einem Restaurant an Kugelfischer vergiftest. Da ist es aber wahrscheinlicher, dass dein Flugzeug abstürzte, also brauchst du dir keine derartigen Gedanken zu machen - es ist alles sicher!

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Kommentar von ilknau
26.08.2013, 19:06

Grins - da muß man seinen Küchenmeister aber schon sehr beleidigt haben ehe der einen mit Fugu vergiftet - denn Koch muß einen speziellen Lehrgang absolvieren ehe er an F. darf :- )

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Ich würde mir mehr Sorgen machen verückt zu werden wegen der Sprache die man nicht versteht. Dem Ungewohnten Essen, ...

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Man nehme:

  • die Meeresströmung
  • die Luftbewegung zu den vier Jahreszeiten
  • und errechne sich die Halbwertszeiten

Diejenigen unter uns welche in den 1950er und 1960er Jahren aufgewachsen sind wurden mehr radioaktiv belastet - als du es bei einem Zwei Wochen Aufenthalt - weitab von Fukushima je schaffen wirst.

Du lebst ja nicht dort auf Dauer.

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Ähhhm, alles wird gut. Es sollte überhaupt kein Problem sein, Japan zu besuchen. Da wir Deutschen alle ohne Sorgen in den Schwarzwald fahren oder nach Finnland oder nach Brasilien fliegen, ist Japan, auch die kleine Region Fukushima, überhaupt kein Problem.

Warum, ließ mal weiter :-) :

Die biologische Wirkung von ionisierender Strahlung misst man mit der Einheit Sievert Sv. Es gilt 1 Sv sind 1000 mSv oder 1000 000 µSv, also 20 mSv = 0,02 Sv oder 20 000 µSv OK :-)

Durchschnitts-Werte : (Sv=Sievert) BRD, Österreich, Dänemark, Belgien um 2,5 m Sv pro Jahr; Finnland um 8 mSv pro Jahr; Frankreich, Griechenland, Spanien, Schweiz um 5 mSv pro Jahr; Schweden um 6 mSv pro Jahr. Eine Röntgen-CT des Bauches belastet den Menschen mit etwa 20 mSv. Röntgen-Durchleuchtung beim Setzen eines Herzkatheter um 300 mSv pro Untersuchung. Klassische Röntgenaufnahme um 0,1 mSv pro Aufnahme. Das Essen einer Banane entspricht 0,1 µSv.

In Nord-Spanien, Süd-Finland, Mittel-Frankreich, im Süden des Schwarzwaldes und in West-Österreich liegt die Belastung durch die natürliche Hintergrunstrahlung/Radioaktivität über 10 mSv pro Jahr [ww.world-nuclear.org/uploadedImages/org/info/NaturalbackgroundradiationEurope.gif]. In Guarapari-Brasilien um 175 mSv pro Jahr und in Ramsar-Iran um 262 mSv pro Jahr

Rechnung für Fukushima : (siehe auch /jciv.iidj.net/map/) In der kontaminierten Zone um das KKW Fukushima-Daiichi liegt die meiste Belastung unter 1000 nSv pro Stunde. 1000 nSv/h = 1 µSv/h =24 µSv/Tag (1 x 24) = 8760 µSv pro Jahr (24 Stunden x 365 Tage) =8,76 mSv pro Jahr. Also bekommen die Japaner dort jetzt hauptsächlich eine Belastung ab, welche z.B. auch die Finnen haben,. Vereinzelt (Hotspots) steigt jedoch die Belastung in der Zone um das KKW-Fukushima Daiichi bis auf 30 µSv/h (30 µ x 8760 = 262800 µ), was nach beschriebener Umrechnung 262,8 mSv pro Jahr sind, wie in Ramsar.

Quellen: en.wikipedia.org/wiki/Banana equivalent dose , de.wikipedia.org/wiki/Guarapari , en.wikipedia.org/wiki/Background radiation , ww.world-nuclear.org/info/inf30.html , de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung, de.nucleopedia.org/wiki/Strahlenrisiko , ww.100-Gute-Antworten.de

[ww.kerngedanken.de/2013/03/die-welt-nach-fukushima-teil-1-gefaehrliche-orte/]Würde man dasselbe Dosimeter in der Stadt Guarapari in Brasilien aufstellen, würde er etwa 20 µSv/h anzeigen. Guarapari hat etwas über 100’000 Einwohner. Das sind etwa so viele wie aus der Region von Fukushima evakuiert wurden. Die Stadt erhielt diese hohe radioaktive Strahlung aber nicht durch einen katastrophalen Unfall, sondern durch natürliche Quellen.“

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Hast du Nachrichten niemals gelesen?

Eine neue Nachricht vor 4 Tagen:

Etwa 300 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser sind laut offiziellen Angaben am Reaktor in Fukushima ausgetreten.

Das Leck ist das größte, das seit Havarie des AKW entdeckt wurde. Die japanische Atomaufsichtsbehörde stufte das Ereignis zu einem "ernsten Störfall" hoch.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/fukushima-japan-erklaert-radioaktives-leck-zu-ernstem-stoerfall-a-917677.html

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Kommentar von Norbert1981
26.08.2013, 19:29

Deswegen wenn man in Japan Fische, Garnelen, Muschel, Tintenfische usw. essen wollte, muss man unbedingt aufpassen, weil viele radioaktiv verseuchte Wasser direkt ins Meer geflossen sind.

Auch beim Trinken muss man aufpassen.

Ansonsten kannst du ruhig nach Japan fliegen.

Wenn du aber grosse Angst vor Erdbeben hast, dann bleibst du besser zu Hause.

Fuehlbare Erdbeben gibt es in Japan nahezu jeder Woche.

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