Kann man gleichzeitig zwei Psychotherapien machen?

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5 Antworten

Nein das geht nicht und ist ambulant auch nicht sinnvoll.

Übrigens dient eine Analytische Psychotherapie nicht der Aufarbeitung der Vergangenheit (wie soll das auch gehen, denn das ist ja geschehen und nicht rückgägngig zu machen), sondern, wie jede Richtlienenpsychotherapie, der Behandlung von Menschen mit krankheitswertigen psychisch bedingten Symptomen.

Ach so. Aber das wird da doch so behandelt, dass man viel über die Vergangeheit spricht oder? Wenn nicht, was ist denn DANN der Unterschied? Warum ist es nicht sinnvoll?

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@La123

Aber das wird da doch so behandelt, dass man viel über die Vergangeheit spricht oder?

http://de.wikipedia.org/wiki/Analytische_Psychotherapie

So wie du dir das vorstelltst: nein. Es gibt auch analytische Behandlungen, in denen wenig über die Vergangenheit gesprochen wird (außerhalb der biografischen Anamnese, wie sie auch in der Verhaltenstherapie erhoben wird)

In der analytischen Psychotherapie wird angestrebt, dass sich ungelöste innerpsychische Konflikte auch in der Therapie zeigen, dh einen Weg nach Aussen über ein "Inszenieren" (etwas blödes Wort) im "hier-und-Jetzt" in der Beziehung zum Therapeuten suchen (sog. "Übertragung"). Im besonders geschützten Rahmen der therapeutischen / analytischen Beziehung sollen diese dann besser verstanden und schließlich gemeinsam bearbeitet ("durchgearbeitet") werden (ein für beide sehr fordernder und für den Patienten dazu oft sehr schmerzhafter Prozess). Hierzu ist es oft nötig, Symptome "auflaufen" zu lassen, es wäre hinderlich, wenn diese schnell beseitigt würden, bevor sich diese und deren konflikthafte innerpsychische Ursachen einen Weg in die Übertragung gesucht hätten, was aber Zeit (oft viel Zeit) benötigt.

Dengegenüber liegt die Stärke der Verhaltenstherapie in einer verhältnismäßig raschen Möglichkeit, Symptome (und damit Leiden) zu reduzieren. Dazu wird neben symptombewältigenden Strategien idR Leiden verursachendes und aufrechterhaltendes Verhalten und Denken strukturiert und systematisch verändert, und dann neues Denken und Verhalten gezielt abgestuft eingeübt; der Therapeut ist hier eher jemand, der diesen Prozess anleitet und begleitet.

Die Psychotherapie-Richtlinen weisen klar daraufhin, dass eine Kombination von übenden (Verhaltenstherapie) und psychodynamischen Verfahren (tiefenpsychologisch-fundiert und analytisch) sich gegenseitig aufheben und daher nicht kombiniert werden dürfen.

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Hallo, bestehe drauf, dass dir das Thema Vergangenheit sehr am Herzen liegt. Nur so kann aufgearbeitet werden. Es soll ja auch für die Zukunft sein. Und wenn du alles alte nicht bearbeitest, wird die Zukunft auch nicht besser. Man lernt aus seinen Krisen. Notfalls musst du dir jemand anderes suchen. Viel Erfolg ...

dies ist aber nicht Gegenstand einer Verhaltenstherapie

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einfache antwort: ja

ich würde das nicht so kompliziert betrachten, alles was dir hilft ist gut. jeder kann zu mehreren menschen vertrauen aufbauen. das braucht immer seine zeit, ganz normal also. und verschiedene menschen haben verschiedene blickwinkel auf das was du erzählen und verarbeiten möchtest. es gibt ja nicht nur eine "wahrheit". wenn dir danach ist, dir noch einen zweiten therapeuten suchen, dann machs einfach. solange du dich echt auf diese sitzungen einlässt, ist das völlig in ordnung.

PS: gibt auch menschen, die so etwas als eine art "hopping" betreiben, nur aus einem grund: um auszuweichen wenn es an einer stelle schwierig wird (und nur so tun, als würden sie etwas unternehmen) doch du selbst kennst dich am besten, wirst also wissen, ob es dir etwas bringt.

Naja, aber so eine Psychotherapiesitzung kostet 100€ und damit es was bringt müsste ich ja schon zu jeder Therapie 2 mal im Monat gehen. Das kann ich mir nicht leisten und meine Eltern sollen das auch nicht bezahlen...

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Naja, aber es werden ja anscheinend nicht zwei Von der Krankenkasse bezahlt. Solche Sitzungen sind Teuer. Eine Stunde kostet 100€. Und ich müsste da ja shcon 2 mal pro Monat hingehen, weil es sonst nicht bringt.

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Nein, es wird jeweils nur eine Therapie bezahlt, wenn du der Meinung bist die falsche Therapieform zu machen, würde ich dir raten, zu wechseln. Ich würde dir zu einer tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie raten. Am Anfang ist jeder Therapeut fremd, so wie es bei deiner ja auch war, man steigt ja nicht gleich in die tiefsitzenden Probleme ein, sondern arbeitet sich langsam heran, dass Tempo bestimmt der Klient. Wenn du aber an die für dich falsche Therapieform festhältst, wird es dich langfristig weniger fördern und helfen. Und so schnell wirst du auch keinen freien Platz finden

tiefenpsychologische fundierte Psychotherapie

Das ist die analytische oder?

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@La123

Was spricht eigentlich dagegen, das in einer Verhaltenstherapie aufzuarbeiten?

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@La123

Das ist die analytische oder? >

nein, eine Analytische Therapie heißt auch anaylische,

Was spricht eigentlich dagegen, das in einer Verhaltenstherapie aufzuarbeiten?>

weil es nicht dem Inhalt der Verhaltenstherapie entspricht, wenn du einen Apfelkuchen kaufst, sind ja auch Äpfel drin und keine Kirchen.

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@Peta67

Vor dem einen möglichen Wechsel, natürlich erst bei der KK anfragen,wegen der Kostenübernahme, hatte ich vergessen anzumerken

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Hm. Glaub ich nicht. Wie wärs mit einem Klinikaufenthalt? Zwar ist da auch wieder jmd Fremder, aber es wäre mehr Zeit und intensivere Betreuung..

Naja, aber so wie ich das mitbekommen habe, gehen nur die richtig schlimmen Fälle in eine Psychiatrie... Außerdem würde es mir da wahrscheinlich sowieso gut gehen, weil ich nicht zu Hause bin, da wäre ich bestimmt schnell wieder draußen. Aber danke für den Tipp!

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@La123

Du musst ja nicht sofort in die Psychiatrie. Es gibt ja auch Fachkliniken, z.B für Essstörungen und Psychosomatik an sich (wenn dich deine Störung körperlich krank macht). Ich weiß ja nicht, worum's bei dir geht und du brauchst es auch nicht zu sagen. Aber es gibt oft viel mehr Möglichkeiten als man denkt ;-)

Alles Gute!

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