Kann man gegen sowas rechtlich vorgehen?

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1 Antwort

Hallo Kayzah,

da wird es extrem schwierig sein, den Ärzten irgendwie einen Fehler nachweisen zu können. Letztendlich versichert der Patient ja vor der Operation, über mögliche Risiken und Verletzungen aufgeklärt worden zu sein. Da muss den Ärzten wirklich schon ein mutwilliger Fehler nachgewiesen werden, um irgendwie rechtlich entschädigt werden zu können.

Bei mir wurde vor 17 Jahren während einer Operation ein schwerwiegender Fehler begangen, welcher auch nachgewiesen werden konnte. Trotzdem war der Operateur aber durch meine Unterschrift aus dem Schneider. Ich bin seit 17 Jahren sehr schwer krank, bin weitestgehend an Couch und Bett gefesselt und werde mit Opiaten und vielen weiteren Medikamenten behandelt. Durch diese ganzen Medikamente ist es jetzt soweit gekommen, dass viele meiner Organe den Geist aufgeben und es sieht so aus, dass mir nicht mehr wirklich viel Zeit bleibt. Vielleicht habe ich mit ganz viel Glück noch fünf Jahre, vielleicht auch 10, vielleicht aber auch nur noch wenige Monate. So genau weiß das niemand. Es kann jederzeit vorbei sein.

Fakt ist, dass ich versucht habe, gegen den Arzt rechtlich vorzugehen, aber ich hatte keine Chance. Durch meine Unterschrift war der Arzt aus dem Schneider und er treibt auch heute noch sein Unwesen.

Ich weiß inzwischen noch von mehreren weiteren Patienten, wo dieser Arzt Fehler begangen hat, aber in allen Fällen war der Arzt durch die Unterschrift der Patienten abgesichert. Es ist wie verhext. Man weiß, dass ein Fehler begangen wurde, aber kann trotzdem nichts machen. Letztendlich ging es mir nie um Geld oder so. Ich hätte einfach nur gerne mal ein "Es tut mir leid!" von diesem Arzt gehört, aber nein ... selbst dazu ist der liebe Herr sich zu stolz.

Du kannst jetzt allerhöchstens eine Meldung bei der Krankenkasse machen und diesen den Vorfall schildern. Vielleicht wird ein Gutachter eingeschaltet, um eine neutrale Meinung zu erhalten. Fakt ist, dass Du einen Arzt brauchst, welcher klar und deutlich sagt, dass ein Fehler begangen wurde und dies auch schriftlich bestätigt. Wenn Du diesen Arzt nicht findest, dann hast Du auch keine Chance, dass Deine Mutter in irgendeiner Art und Weise eine Entschädigung bekommt. Es gilt leider immer noch die Devise "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!" Soll heißen ... kein Arzt haut einen anderen Arzt in die Pfanne.

Wie gesagt ... mache eine Meldung bei der Krankenkasse  oder wende Dich an einen Anwalt für Medizinrecht (mach das aber bitte nur, wenn Deine Mutter auch eine Rechtsschutzversicherung hat, welche in solchen Fällen die Kosten übernimmt, denn ohne wird es sehr, sehr teuer). Am besten frage vorher bei der Rechtsschutzversicherung nach, ob die Kosten für den medizinischen Bereich abgedeckt sind. Letztendlich zahlen die Rechtsschutzversicherungen in solchen Fällen meist nur dann, wenn auch wirklich eine Erfolgschance gegeben ist.

Ganz ehrlich ... versprich Dir bitte nicht zu viel, denn es ist im Bezug auf die Gesundheit sehr, sehr schwierig, da Fehler von Ärzten nachweisen zu können.

Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Mutter alles Gute und ihr gute Besserung. Mach Deiner Mutter immer wieder Mut, aber fange nicht an, sie zu bedauern. Mitleid ist immer ein sehr schlechter Begleiter für erkrankte Patienten. Sei für Deine Mutter da und stärke sie. Damit hilfst Du ihr viel mehr, als wenn Du jetzt mit ihr zusammen ständig nur über ihre Beschwerden sprichst.

Viel Glück!!!

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