Kann man gegen einen rechtskräftigen Titel vom Inkassobüro nach 2 Jahren noch Widerspruch einlegen, wenn nein, welche Möglichkeiten hat man dagegen vorzugehen?

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3 Antworten

Es gibt folgende Möglichkeiten:

1. Falls der Titel nicht ordnungsgemäß zugestellt wurde (da bist du in der Beweispflicht), zählt die 2-Wochen-Frist ab dem Moment, wo der Titel erstmals nachweisbar zugegangen ist. Klassisches Beispiel ist ein Umzug und die Zustellung an alter Adresse, wobei man den Umzug dann mit einer Auskunft beim Meldeamt beweist.

2. "Der Titel verstößt gegen die Gerechtigkeit schlechthin." So formuliert es der Bundesgerichtshof. Die Hürde klingt bereits recht hoch und das ist sie auch. Echte Beispiele findet man kaum, wo diese Hürde jemals genommen wurde.

3. Der Titel basiert auf Straftaten. Beispielsweise auf einer Nötigung. Man wurde beispielsweise bedroht vom Gläubiger, ja nicht zu widersprechen, sonst würde man eines über die Rübe bekommen.

4. Es gibt neue Erkenntnisse oder Beweislagen, so dass man den Titel nachträglich angreifen kann. Auch hier muss man aufpassen, denn Erkenntnisse, die man bei verständiger Prüfung schon vorher hätte haben müssen, zählen nicht.

Ergo: Wege gibt es, aber die Hürden sind teilweise sehr hoch. Vielleicht erzählst du mal etwas zu deinem Problem, dann kann man dir auch helfen bzw. sagen, ob ein Gang zum Anwalt aussichtslos ist oder vielleicht Sinn ergeben kann.

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Hat die Inkassobude überhaupt einen Titel, oder behauptet sie das nur?

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Kommentar von mepeisen
22.10.2016, 07:54

Berechtigte Frage. In dem Zusammenhang kann man auch mal an Personenverwechslungen denken. Solange keine Details vom TE kommen, kann man insgesamt nur mit "Vielleicht" antworten.

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Die möglichkeit zum widerspruch hast du vergehen lassen, es gab sicher einen mahnbescheid, dann ging es vor gericht und wurde geprüft und nun wurde der titel erwirkt.

Dir bleibt also nur bezahlen. Wenn du beweisen könntest, dass du denen nichts schuldest, warum hast du das nicht vorher vorgelegt?

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Kommentar von kevin1905
21.10.2016, 11:27

Im Mahnverfahren wird nichts geprüft.

Erfolgt kein Widerspruch auf den MB erhält der Gläubiger Meldung, dass er nun den Vollstreckungsbescheid beauftragen kann.

Ergeht auf den VB auch kein Einspruch ist das Dingen rechtskräftig.

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