Kann man für den folgenden Fall bestraft werden?

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4 Antworten

Hallo theringledude,

für eine Straftat kann nur derjenige verurteilt und somit bestraft werden, der die Tat begangen hat oder bei der Verwirklichung der Tat geholfen hat. Letzteres wird Beihilfe genannt und das Gesetz sagt zur Beihilfe folgendes:

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§ 27 StGB - Beihilfe

(1) Als Gehilfe wird bestraft, wer vorsätzlich einem anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat Hilfe geleistet hat. 

(2) Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafdrohung für den Täter. Sie ist nach § 49 Abs. 1 zu mildern.

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Untätiges daneben stehen wie im Fall Deiner Frage langt nicht um wegen Beihilfe belangt zu werden. Du bist auch nicht verpflichtet den Täter von seiner Tat abzuhalten.

Aber wenn Du neben dem Täter stehst und ihm durch Ratschläge bei der Tatausführung hilfst, droht Dir eine Verurteilung wegen Beihilfe.

Gleiches gilt, wenn Du bei der Tatausführung zwar nicht selber Hand anlegst, aber dadurch hilfst/geholfen hast indem Du Beispielsweise:

  • die Tatmittel, sprich die Dosen besorgt hast
  • Schmiere stehst und aufpasst, dass der Täter nicht bei Sprayen erwischt wird
  • den Täter durch verdecken Sichtschutz gibst
  • den Täter zum Tatort gefahren ist, weil er selber nicht in der Lage war zum Tatort zu kommen

Auch in diesen Fällen droht eine Verurteilung wegen Beihilfe.

Oftmals ist die Grenze zwischen Täterschafft und Beihilfe aber auch recht fließend. Beispiel. Du hättest nicht  nur wie im Fall Deiner Frage untätig gestanden, sondern dem Täter die Spraydosen während des Sprayens angereicht. In dem Fall hättest Du schon keine Beihilfe mehr geleistet, sondern wärst Mittäter und könntest genauso bestraft werden wie der Täter selbst.

Letztendlich ist für eine Verurteilung entscheidend, ob man Dir:

  • die Täterschaft oder
  • die Mittäterschaft oder
  • die Beihilfe

beweisen kann und wie von JuraErstie bereits angeführt:

die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft hat ja grade die Verpflichtung deine Schuld zu beweisen, in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten oder auch, im Zweifel unschuldig

Schöne Grüße
TheGrow

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Kommentar von GoimgarDE
27.02.2016, 11:18

Ja jetzt kommt aber das DICKE aber: Der TE ist alls Zeuge gegenüber einem Richter Aussage Pflichtig. Außer es gibt Gründe wie eine Nahe Verwandtschaft oder Verlobung/Ehe mit dem Angeklagten die zu einem Zeugnisverweigerungsrecht führen. Der Richter wird dem TE auch nicht glauben das er keine Angaben zur Person des Täters machen kann.


Insofern ist der TE trotzdem am allerwehrtesten.

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Kommentar von theringledude
27.02.2016, 13:29

Ich danke dir für deine große Hilfe es würde mich freuen wenn du zu vielleicht späteren Fragen zu diesem Fall noch bereit stehen wirst. Vielen Dank

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Kommentar von theringledude
27.02.2016, 13:43

Wenn Person B jedeglich für Beihilfe verurteilt wird muss Sie dann auch für den Sachschaden  aufkommen?

Person B wurden bei seiner ersten Festnahme übrigens nicht seine Rechte vorgelesen. Erst später als er für langere Zeit festgehalten wurde (1std.). Außerdem wurde die minderjährige Person B auch befragt.

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Also um einer Strafe wirst du wohl nicht herum kommen, außer du verpetzt Person A und Person A unterstützt deine Aussage.... (weil du sonst nichts beweisen kannst und in diesem Falle musst du deine Unschuld beweisen und nicht die Polizei deine schuld)

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Kommentar von JuraErstie
27.02.2016, 04:13

So ein Unsinn, die Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft hat ja grade die Verpflichtung deine Schuld zu beweisen, in dubio pro reo - im Zweifel für den Angeklagten oder auch, im Zweifel unschuldig.

Was als Beweis gilt ist nochmal was
anderes, aber keiner muss seine Unschuld beweisen, sonst würde unser ganzes Strafrechtssystem nicht funktionieren.

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Hi, Person B könnte als Mittäter bestraft werden, wenn man Person B als "Schmiere" sieht. 

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Wenn man denjenigen begleitet und einfach daneben steht und blöd guckt dann ja, aber wenn man zufällig jemanden sieht, der eine Straftat begeht, dann muss man sich nicht selbst in Gefahr bringen in dem man eingreift.

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