Kann man Früchte/Gemüse durch gezieltes züchten vergrößern?

7 Antworten

Das ist möglich. Und es wird bereits heute schon gemacht. Das bekannteste Beispiel dafür sind wohl die Riesen-Kürbisse (Cucurbita maxima), die botanisch gesehen zur gleichen Art wie die im Supermarkt erhältlichen Hokkaido-Kürbisse gehören. Rekordexemplare können über eine Tonne schwer werden! Auch andere Obst- und Gemüsesorten werden zu wahren Riesen herangezüchtet. So gibt es beispielsweise bis zu 1.4 kg schwere Tomaten. Was bei diesen Pflanzen möglich ist, ist es auch bei Bohnen.

Allerdings stellt sich die Frage, welchen Nutzen man davon hat. Riesengemüse sieht spektakulär aus, in der Regel geht der Riesenwuchs aber zu Lasten anderer Qualitäten, etwa der Lagerfähigkeit, der Haltbarkeit, der Empfindlichkeit und nicht zuletzt auch des Geschmacks.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Biologiestudium, Universität Leipzig

Ja natürlich

Die Urtomate war so groß wie Johannisbeeren.

Schon die Azteken hatten nachweislich durch Auswahl die Tomate dauerhaft vergrößert. So dürften die Azteken de ersten gewesen sein, welche durch gezieltes Züchten Pflanzen verändern konnten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten

Die Auswahl

Pflanzen lassen sich in aller Regel vegitativ vermehren. d.h. man nimmt ein Teil einer Pflanze und lässt diese neu bewurzeln. Bei Tomaten z.b. reicht ein Geiztrieb aus. Die neue Pflanze ist damit genetisch exakt identisch zur Mutterpflanze. Man nutzt dies indem man z.b. 100 Tomaten pflanzt und diejenigen mit den größten Früchten weitervermehrt.

Da die Pflanzen in der Regel auch in der nächsten Generation exakt gleich sind, dauert die Veränderung extrem lange. Daher wird diese Methode in der Regel nur zum Erhalt einer Sorte ausgewählt.

die Kreuzung

man kreuzt verschiedene Sorten über genetische Vermehrung (über Pollen). Die neuen Pflanzen ähneln sich stark aber sind nie gleich. Man wählt auch hier die größten Früchte aus.

Gentechnik

Man kann Apfel mit Birne genetisch kreuzen da beide Arten eng miteinander verwandt sind. Aber will man Apfel mit Erdbeere kreuzen wird man scheitern. Hier greift die Gentechnik ein, indem in die DNA einer PFlanze Gene der anderen eingepflanzt werden.

Dem grenzenlosen Wachstum stehen Physik und Chemie entgegen.

Eine Tomate kann nicht die Größe einer Melone erreichen, da sie dann so schwer wäre, das die Rispe sie nicht mehr tragen kann. Um wie die Melone auf dem Boden liegen zu können bräuchte sie eine Dicke Schale , sonst könnten Schädlinge und Pilze vom Boden die Schale durchdringen.

Eine Melone von einem Meter Durchmesser wöge 500 Kilo, wer soll die Transportieren? Außerdem würde sie durch den eigenen Innendruck zerplatzen oder die Schale müsste 5cm dick und Hart wie Eichenholz sein (siehe Weinfass). Die wird dann mit der Kettensäge am Strand geteilt.

Eine Bohnenschote müsste eine Wanddicke und Konsistenz eine Walnuss haben. ...und wieder würde der Stängel reisen.

Getreide mit riesigen Körnern ist nicht Züchtenswert (aber machbar), es fällt einfach um und kann nicht effektiv geerntet werden..

Der eingesetzte Energieaufwand um ausreichend stabile Strukturen zu schaffen um riesige Früchte zu tragen wird für die Pflanze einfach zu groß. Entweder man steckt die Energie in das Wachstum vieler kleiner Frücht oder man lässt Schalen wie Stahl und mannsdicke Stängel wachsen. (Welche Verschwendung)

Dann noch die Reifezeit..., eine Melone benötigt etwas 7...8 Monate um genügend Nährstoffe aufzunehmen. Eine Erdbeere etwa eine Woche. Eine Partytomate etwa 2 Monate...eine Fleischtomate ca 4Monate (Freiland). Die Chemischen Prozesse und die Nährstoffzufuhr brauchen eine gewisse Zeit. Eine Riesentomate mit normaler Pelle würde in 8Monaten von Pilzen befallen...

...Und wieder sind die Grenzen erreicht .

Alles hat seine Grenzen...

die meisten früchte sind auf qualität und aussehen gezüchtet, gewisse mutationen könnten aber möglich sein, fragt sich dann nur wer die erbse essen will. die schmeckt dann sicher sehr holzig und die schale wird sehr dick sein. abgesehen davon das der strauch an dem die schote wächst entsprechend große schoten versorgen und tragen kann.

i.d.R werden eher details weg gezüchtet, die kerne in der banane die früher so viele wie bei grünen gurken gewesen sind, oder die kerne der grünen gurke die früher mal steinig waren, etc

Ja, könnte man. Wird aber keiner wollen.

Die Wildformen aller Züchtungen an Gemüse sind viel kleiner, als das was wir kennen.

Wie lange würde das ca dauern? Also solche großen bohnen zu züchten

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@Dollarius

Das kommt auf dein genetisches Ausgangsmaterial an. Nehmen wir an du hast eine Sorte die besonders viele, kleine Früchte trägt und eine die wenige große Früchte trägt. Ziel ist eine Pflanze die viele große Früchte trägt. Du kreuzt die zwei Sorten und hast erstmal eine Filialgeneration(F1) an ziemlich durchwachsenen Pflanzen(nur die dominanten Gene setzen sich durch). Diese F1er kreuzt du nochmal untereinander um die rezessiven Merkmale in der Kombination rauszubekommen. Dann selektierst du wenige Pflanzen die die gewünschten Merkmale besonders stark tragen, und dann geht es an die Linienzucht. Also immer wieder die Pflanzen mit den besten Merkmalen untereinander kreuzen bis man eine reich tragende Pflanze mit riesigen Früchten hat.

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@Dollarius

Es wurde eine neuartige Beere entwickelt: Die Josta-Beere:
https://de.wikipedia.org/wiki/Jostabeere
Es ist eine Kreuzung zwischen Johannisbeere und Stachelbeere.
Die züchterische Entwicklung bis zur Marktreife dauerte 40 Jahre.
(Das habe ich mal gelesen, leider finde ich die Quelle nicht mehr.)

Auch die züchterische Entwicklung des roten Kanarienvogels dauerte 40 Jahre, so viel ich weiss:
https://de.wikipedia.org/wiki/Rotfaktorige_Kanarienv%C3%B6gel    

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