Kann man es wirklich ausschließen, dass es keinen Gott gibt und keine 72 Jungfrauen nach dem Tod?

23 Antworten

Gott ist als etwas definiert, das allmächtig und allwissend sein soll. Damit ließe sich Gott nur dadurch beweisen, dass es willkürlich in natürliche Prozesse eingreift, von denen wir eigentlich überzeugt sind, dass sie durchdringend verstanden sind. Dieses Verständnis ist prinzipiell nicht erreichbar, da wir es immer mit induktiver Logik zu tun haben, die nicht ganz so knallhart funktioniert wie deduktive Logik.

Gott ist in dem Sinn nicht mehr dieses Konzept, von dem wir bis zur Aufklärung glaubten, es gebe uns sämtliches Wissen, das wir brauchen in einem Buch (Koran, Bibel, Thora) und gut is'. Der Mensch hat festgestellt, dass er trotz eindringlicher Studien über die heiligen Schriften viele Dinge nicht wusste, die ihm nützlich sind. Dieses Wissen bricht aus dem Glauben an die heiligen Schriften aus, erlaubt aber dennoch den Glauben an eine göttliche Transzendenz, solange sie konsequent aus dem wissenschaftlichen Erkenntnisprozess herausgehalten wird.

Es ist aber nicht so, dass es nur keinen Beweis gibt.

- Gott ist arbeitslos- wir wissen zu 100% dass er die Arten nicht erschaffen hat, dass er die Erde nicht gebaut hat, dass er die Galaxie nicht durch seine Kraft zusammenhält, dass die Erde ein unglaublich winziger Teil des Universums ist, wir wissen ziemlich sicher dass das Universum selber eine begrenzte Lebensdauer hat, usw.

- wir wissen dass die Eigenschaften Gottes nicht kohärent darstellbar sind.

- wir wissen, dass die Quellen für angebliche Wundertaten von Göttern oder Propheten unzuverlässig sind und sich gegenseitig widersprechen.

- wir wissen aus der Ethnologie dass sich viele, viele Götterkonzepte unabhängig voneinander entwickelt haben und dass das ein Phänomen des magischen Denkens ist das bei Menschen überall und immer vorkommt. Wir haben Erklärungen dafür, welche psychischen und gesellschaftlichen Funktionen der Glaube an einen nicht existierenden Gott erfüllt. Seine Erfindung ist plausibel.

- Speziell beim Islam wissen wir, dass es sich beim Quran um eine Sammlung und Niederschrift mündlicher Vorträge handelt, die zum größten Teil aus christlichem und jüdischem mythischem Material besteht und aus Höllendrohungen.

- Wir wissen, dass es keinen guten Stopper für ethische Überlegungen macht, einfach zu behaupten Gott habe irgendetwas für gut erklärt. Wir kennen aus den christlichen/jüdischen und islamischen Büchern aus heutiger Sicht entsetzliche Gräueltaten, wie Massenvergewaltigung, Sklaverei, Völkermord und Kindesmissbrauch, die dort angeblich von Gott befohlen oder gutgeheißen werden. Das heißt, eine perfekte Moral wird uns eben nicht von irgendeinem Gott vorgegeben, zumindest nicht von den Göttern der Bücher wenn man sie beim Wort nimmt.

Richtig, mit der Logik kann man aber auch nicht ausschließen, dass Frauen nach dem Tod 72 junge Burschen bekommen oder dass es 20 Götter gibt

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende. 

Da hast du vollkommen recht. Leider trifft deine Argumentationsweise nicht nur bei deinem vermutlichen "Lieblingsgott" "Allah" zu (darauf schließe ich aus der Bemerkung mit den 72 Jungfrauen), sondern auch auf jede andere Gottheit, die sich der Mensch im Laufe der Jahrtausende ausgedacht hat.

Kannst du mir beweisen, dass es den Hindu-Gott Vishnu wirklich nicht gibt? Wie sieht es bei Zeus aus, kannst du beweisen, dass der tatsächlich nicht existiert? Und was ist mit Bondye, dem haitianischen Voodoo-Gott? Da du bei keiner dieser drei Wesen beweisen kannst, dass sie nicht existieren, musst du nun gemäß deiner eigenen Logik an alle drei glauben.

Die Tatsache, dass man die Nicht-Existenz von "etwas" nicht beweisen kann, ist kein rationaler Grund, auf die Existenz von "etwas" zu schließen. Sonst ist der Glaube an die Teletubbies, Harry Potter oder den großmütterfressenden Wolf genau so "rational" und "ernstzunehmen" wie der Glaube an irgendeinen "Gott".

Hast du schön gesagt.

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Sehr richtig! Ich persönlich nehme den Glauben an Teletubbies, Harry Potter, den großmütterfressenden Wolf und auch an das fliegende Spaghettimonster (FSM) ebenso ernst wie den Glauben an Gott, Alah usw.

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Ich glaube an gott, bzw. halte es für möglich das es ihn gibt, warum?

Glaube was du siehst, aber halte für möglich was du nicht beweisen kannst.

Sprich gibt es keinen beweis für, noch dagegen, halte es für möglich :)

Aber habe mal eine Frage an dich. Warum sollte es für dich oder Gott von bedeutung sein, dir nach deinem Tot, wenn du dich von allen Irdischen belangen gelöst hast, im Paradis 72 Jungfrauen zu geben?

Du bist ja von jeglichen Irdischen Wünschen gelöst. Geld, Sex, Gier, Hass, Wut, alles bedeutungslos.

Und wenn sich der Himmel, deinen Wünschen anpasst, kannste denn ganzen tag Rammeln :)

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