Kann man Empath durch negative Erfahrung werden?

3 Antworten

Es gibt sicherlich eine Tendenz, Leid zu addieren, indem man zum eigenen erlittenen Leid noch das der anderen spüren will und noch dazu das eigene Leid über das Leid der anderen. Empathie führt leicht und beinahe automatisch in den Burnout.

Es gibt Menschen, die schlimme Erfahrungen gemacht haben und dennoch nicht daran zerbrechen. Ich denke da an eine Frau, die im Konzentrationslager ihre 9 Kinder verloren hatte. Sie trug ein Armband mit den Zähnen ihrer verstorbenen Kinder. Das mag makaber anmuten. Doch die Frau sagte, dass dieses Armband sie immer an ihre Verantwortung erinnere, anderen Kindern Gutes zu tun. Und sie gründete sofort nach ihrer Befreiung aus Bergenbelsen ein Waisenhaus, das sie bis zu ihrem Tod leitete.

Der Weg aus der eigenen Verletzung ist also durchaus die Empathie. Aber da darf man nicht stehen bleiben. Man muss einen Schritt weiter gehen. Ein Chirurg hilft seinem Patienten ja auch nicht dadurch, dass er am Operationstisch in Tränen ausbricht. Er nimmt sich der Krankheit seines Patienten an, weil er versteht und weiss, dass sie für den Patienten schlimm ist. Zur Empathie muss also unbedingt das Wohlwollen kommen. Man könnte statt "Wohlwollen" auch "Liebe" sagen.

Kann passieren. Auch bei der Entstehung der narzisstischen PS spielt auch Genetik mit rein, nicht nur das schlechte Umfeld.

Also gut möglich, dass er eine gute, tiefe Einstellung hat oder dass ihn sein Leben gezeigt hat, dass er Schlechtes schneller vergisst, wenn er anderen hilft? Es könnte aber auch eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung sein ;)

Oft können gewisse einfühlsame Fähigkeiten in der Entwicklung bei Kindern entstehen, wenn diese schwere Zeiten durchmachen. Wenn es sozusagen notwendig ist, immer auf der Hut zu sein, schärfen sich diese wahrnehmenden, einfühlenden Fähigkeiten, um mögliche Gefahren frühzeitig einschätzen zu können.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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