Kann man einen Zeitungsartikel beanstanden / widerrufen?

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10 Antworten

Dein Freund kann eine GEGENDARSTELLUNG schreiben und der Zeitung zuleiten. Die Zeitung ist presserechtlich verpflichtet, diese Gegendarstellung zu veröffentlichen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gegendarstellung

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Kommentar von Steme
02.09.2013, 20:06

Es hat gute Gründe, weshalb man so wenige Gegendarstellungen liest. Was erstmal in die Welt gesetzt wurde, verschwindet auch nicht so schnell. Das gilt auch für bereits gebildete Meinungen. Wenn eine Person sich wehement gegen Aussagen wehrt, ohne dass das rechtlich bestätigt wird, denken Leser der Zeitung erst recht, dass an den Anschuldigungen was dran sein muss.

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Dein Freund kann eine Gegendarstellung nach dem Pressegesetz seines Bundeslandes verlangen.

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Im Allgemeinen wird in solchen Berichten weder ein vollständiger Name noch ein Bild der betreffenden Person veröffentlicht.

Der hier vorgeschlagenen Gegendarstellung fehlt damit jede rechtliche Grundlage.

In Deutschland dürfen Zeitungen in sehr weitem Rahmen auch unwahres schreiben, sie sind nicht verpflichtet das Veröffentlichte zu beweisen - Und das ist gut so!

Das sollte auf der anderen Seite aber auch jedem bekannt sein, es gibt nicht nur die Zeitung mit den vier großen Buchstaben, die öfter mal Unsinn schreibt.

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Ja. Aufbewahren und einen Anwalt nehmen, vor Gericht gehen. Das wird dann allerdings ziemlich teuer werden. Ansonsten stehen die Chancen wohl eher schlecht, wenn es schön gedruckt wurde.

Ich schätze nicht dass die Zeitung da irgendetwas machen würde, wenn man sich persönlich beschwert.

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Man kann eine Gegendarstellung verlangen.

Diesen Text muss man dann aber selbst schreiben. Man kann nicht verlangen, dass die Zeitung selbst einen anderen Artikel in einer Form schreibt, die einem gefällt. In der Gegendarstellung muss man jede falsche Behauptung benennen und die gegenteilige Position, die man für richtig hält. Beispiel: "In der Ausgabe vom 23.08.13 wurde behauptet, ich hätte Praktikantinnen sexuell belästigt. Richtig ist aber, dass ich meinen Praktikantinnen niemals auf eine Weise nahe gekommen bin, die nicht dienstlich gerechtfertigt wäre".

Ob es sinnvoll ist, Gegendarstellungen zu verlangen, sei dahin gestellt. Man erhöht damit auch die Intensität, mit der eine nicht genehme Berichterstattung sich im Bewusstsein festsetzt und zieht sie in die Länge.

Es kann auch durchaus passieren, dass die Zeitung noch mal tiefer recherchiert und Beweise für ihre Berichterstattung bringt, die sie dann zur Gegendarstellung passend veröffentlicht.

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Klar mit Anwalt. Normal bringt die Zeitung dann auch eine "Richtigstellung" heraus.

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Wenn nachweisbar Verleumdung stattfindet kannst du das natürlich anzeigen. In der Folge muss die Zeitung das dann richtigstellen (sowas findet man meist irgendwo in der Mitte der Zeitung im Kleingedruckten). Das dauert aber ewig. Um reißerische 'Berichterstattung' kümmert sich der deutsche Presserat. Der kann Misbilligungen und Rügen bei Missachtung des Pressekodex aussprechen, die letztendlich in der Zeitung auch abgedruckt werden müssten. Wenn eine Zeitung das nicht macht, hat das aber auch keine Konsequenzen. Sprich: Presse hat mehr oder weniger Narrenfreiheit auch wenn sie gegen Persönlichkeitsrechte verstößt.

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Kommentar von HerrRumpel
02.09.2013, 21:06

Deine Antwort ist sachlich falsch!

1.

Du behauptest:

Wenn nachweisbar Verleumdung stattfindet kannst du das natürlich anzeigen.

Richtig ist:

a) Eine Strafanzeige kann IMMER erstattet werden, ohne dass es im Einzelfall darauf ankommt, dass der Anzeigeerstatter Beweise für den wahren Sachverhalt vorlegen kann. Vielmehr sind die Ermittlungsbehörden (Staatsanwaltschaft, Polizei) verpflichtet, den wahren Sachverhalt "von Amts wegen" festzustellen. Im Strafrecht gilt also (anders als im Zivilrecht) der Amtsermittlungsgrundsatz.

b) Speziell bei der von dir angesprochenen Verleumdung (§ 186 Strafgesetzbuch) konstituiert das Gesetz sogar eine Umkehrung der Beweislast. Wer einer Verleumdung bezichtigt wird, muss beweisen, dass die von ihm behauptete Tatsache wahr ist. Dies ergibt sich aus dem Wortlaut des § 186 StGB.

2.

Du behauptest:

In der Folge muss die Zeitung das dann richtigstellen (sowas findet man meist irgendwo in der Mitte der Zeitung im Kleingedruckten). Das dauert aber ewig.

Richtig ist:

a) Eine Gegendarstellung ist nach dem jeweils geltenden Landespressegesetz UNVERZÜGLICH zu veröffentlichen. "Unverzüglich" bedeutet im Sprachgebrauch der Juristen "ohne schuldhaftes Zögern". Somit ist die Zeitung, der eine Gegendarstellung vorgelegt wird, zu deren Veröffentlichung in der nächsterreichbaren Ausgabe verpflichtet. Wenn es sich um eine Tageszeitung handelt, wird die Gegendarstellung in der Regel einen Tag nach deren Posteingang veröffentlicht. Es kann also nicht die Rede davon sein, dass die Veröffentlichung "ewig" dauert, wie du es behauptest.

b) Die Gegendarstellung ist in gleicher Placierung und Aufmachung wie der Artikel zu veröffentlichen, auf den sich die Gegendarstellung bezieht.

3.

Du behauptest:

Presse hat mehr oder weniger Narrenfreiheit auch wenn sie gegen Persönlichkeitsrechte verstößt.

Richtig ist:

Die Presse hat keine "Narrenfreiheit". Jeder Bürger, dessen Persönlichkeitsrechte durch Presseberichterstattungen verletzt werden, kann auf Unterlassung, Schadensersatz und Schmerzensgeld klagen. Dies geschieht in der Bundesrepublik Deutschland so häufig, dass es zwischenzeitlich zahlreiche Rechtsanwälte gibt, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert haben. Eine nicht unwesentliche Rolle dürfte dabei spielen, dass sich seit dem bahnbrechenden Soraya-Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im Jahr 1973 die Zahl der Urteile mehrt, in denen Presseorgane zu teils hohen Schmerzensgeldzahlungen verurteilt wurden, weil sie das Persönlichkeitsrecht der jeweiligen Kläger verletzt haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Soraya-Urteil

5

Eine gegendarstellung kann man da machen. Die MUSS gedruckt werden. Vlt googelst du mal danach. Viel erfolg

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Hmm ich denke mal das seine Eltern dem Bild von ihm zugestimmt haben.

Und ansonsten ist in Deutschland Pressfreiheit oder wie der quatsch heisst

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Kommentar von Steme
02.09.2013, 20:08

Pressefreiheit ist kein 'Quatsch' sondern ein hohes Gut. Leider wird diese von manchen Medien gerne mal Missbraucht um Quoten zu steigern.

1

Wende dich an einen Rechtsanwalt.

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