Kann man einen Diszi anfechten?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,
ich habe mir Deine Frage mehrfach durchgelesen und möchte Dir ebenfalls eine entsprechende Antwort geben.


Du hast von Deinem Vorgesetzten einen Auftrag erhalten, den Du nicht ausgeführt hast.
Dieser Auftrag sollte bis Freitag früh erledigt sein.
Hierzu warst Du jedoch nicht in der Lage, da Du am Donnerstag einen Wachdienst übernommen hast.
Dein Vorgesetzter hat Dich nicht beauftragt, das Büro bis Mittwoch Dienstschluss aufzuräumen.
Von daher hätte der Donnerstag völlig ausgereicht.
.
Der Vorgesetzte hätte Dich am Freitag früh also erst mal befragen müssen, warum Du den Auftrag nicht ausgeführt hast.
Vorher ist es überhaupt nicht möglich, auch nur im Ansatz eine Erzieherische Maßnahme aussprechen zu dürfen, da die allgemeinen Regelungen hierzu nicht beachtet wurden.
.
Darüber hinaus darf Dir der HptFw keine Disziplinarmaßnahme verhängen. Dies steht ausschließlich Deinem Disziplinarvorgesetzten zu (KpChef).
Dieser hat Dich zu dem Vorfall zu vernehmen und kann dann ggf. disziplinar ahnden.
Der HptFw hat aus meiner Sicht ein Dienstvergehen begangen, weil er Dir eine Disziplinarmaßnahme angedroht hat, wozu er nicht berechtigt ist.
.
Grundlagen für Disziplinarmaßnahmen ist die WDO (Wehrdisziplinarordnung).
.
Für Erzieherische Maßnahme (Allgeine, zusätzliche und besondere) gibt es den Erlass Erzieherische Maßnahmen.
Der HptFw dürfte "höchstens" berechtigt sein, eine zusätzliche EM zu verhängen (sofern die Voraussetzungen erfüllt sind).


Zusammenfassung:
Aus meiner Sicht kein Dienstvergehen, da Du am Donnerstag Wachdienst hattest und den Auftrag nicht ausführen konntest.
.
HptFw hat evtl. Dienstvergehen begangen, weil er Disziplinarmaßnahme angedroht hat (Anmaßung von Disziplinarbefugnis)


Such mal das Gespräch mit ihm und klär die Sache.
Nötigenfalls schalte Deine Vertrauensperson oder den Personalrat ein.
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Bei Fragen stehe ich Dir gerne zur Verfügung!

Danke schön für den Stern.

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Da ich selbst schon Erfahrung gesammelt habe was Disziplinarmaßnahmen angeht, gebe ich auch mal meinen Teil dazu. Wie schon richtig genannt wurde, kann nur ein Disziplinarvorgesetzter den Diszi ausschreiben, was wie ebenfalls richtig genannt in den meisten Fällen der Kompaniechef ist. Er wird dich in sein Büro holen, dir vorlesen was du verbrochen hast und du kannst dich zu der ganzen Sache äußern. Dein KpChef wird sich dann Gedanken dazu machen über die ganze Sache und am nächsten Tag wirst du nochmal zu einer Abschlussanhörung rangeholt zu deinem KpChef. Dort kannst du ggf. noch etwas zu deiner Aussage vom Vortag ergänzen, widerrufen oder schweigen, whatever. Dann irgendwann gibts nen Urteil (glaub noch einen Tag später oder so, bin mir da nicht ganz sicher) und das wird dir dann verlesen. Mit Ablauf des Tages hast du dann 1 Monat Zeit gegen das ganze Urteil einen Widerspruch einzulegen. Ich selbst habe mich quasi selbst dazu gezwungen kurz vor dem Ablauf der 4-wöchigen Frist zu widersprechen, da man mich (FWDL23) mit einer Geldstrafe von 400€ und Verkürzung auf FWDL15 belegt hatte. Durch die Revision die ich eingelegt habe, bin ich mittlerweile schon FWDL 17 und das ganze zieht sich noch ne Weile, also denk immer genau über deine Vor- und Nachteile nach und handle erst dann. Eigentlich finde ich nen Diszi in deinem Fall echt überbewertet. Vllt. solltest du mal mit dem HFw sprechen und ihm evtl. anbieten vor dem Zug einen Vortrag zu halten zum Thema Befehl und Gehorsam, kommt immer ganz gut an, wenn man die Initiative ergreift.

MkG, ich

Hallo, was soll ich sagen. Ich bin Soldat im Offieziersrang und habe ihre Frage gelesen. zum Sachverhalt: Der Hauptfeldwebel ist Unteroffiezier mit Portepee und kann somit kein Disziplinarvorgesetzter sein. Das widerum bedeutet er kann keine Disziplinarmaßnahmen sondern nur erziehrische Maßnahmen verhängen kann. Was das im einzelnen bedeutet, sollten sie als Soldat wissen, darum werde ich darauf nicht weiter eingehen. Ein weiterer Punkt ist das die Anweisung des HFw einen Befehl darstellte und Sie verpflichtet sind diesen unmittelbar auszuführen. In meinen Augen stellt ihr Handeln schon eine Gehorsamsverweigerung dar und ihr Disziplinarvorgetzter (Kp-Chef) ist damit durchaus berechtigt eine Disziplinarmaßnahme gegen Sie zu verhängen. Bei der Verhängung gilt immer das Prinzip der Verhältnsimäßigkeit aber grundsätzlich ist ihr Kp-Chef frei in seiner Entscheidung. Er wird aber sicher ihr bisheriges Auftreten als Entscheidungshilfe heranziehen.

ich bin begeistert - selten Offiziere gesehen (und ich war 12 Jahre in einem großen Amt in Köln) die es so treffend schreiben ... LOB - Übrigens: Es heisst Offizierrang - ohne S - es heisst ja auch nicht SchamSlippen

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@MrDeephouse

ja ich weiß und offizier schreibt man auch nicht offiezier. Kann schon mal vorkommen, oder?! Trotzdem danke für den Kommentar.

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@thomasholger

Wenn der Soldat bis Freitag das Büro aufräumen sollte, ist es doch dem Soldaten überlassen, wann er es macht. Ein Befehl ist doch nicht grundsätzlich unmittelbar auszuführen, oder doch? Und wenn der unmittelbar auszuführen ist, dann hätte der Hauptfeldwebel doch dafür sorgen müssen, dass ein Stellvertreter die Leistung kontrolliert, oder nicht? Somit ist der Hauptfeldwebel seiner Verantwortung nachgekommen, oder? Außerdem hätte das Büro von Montag bis Freitag ja schon schmutzig sein können, oder nicht? Liege ich richtg oder falsch? Ich bin keine Soldatin, aber ich finde meine Argumente fair.

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@tischbein

Wenn der HptFw den Auftrag erteilt, dass es bis Freitag erledigt sein soll, dann liegt es am Soldaten, wann er es macht.
Insofern hast Du recht.

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@tischbein

Berichtigung: Somit ist der Hauptfeldwebel seiner Verantwortung nicht nachgekommen, oder?

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https://www.google.de/search?q=barettabzeichen+panzergrenadier&hl=de-DE&source=android-browser&prmd=ismvn&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwic6raPk_LSAhVIZCwKHSMoABEQ_AUIBygB&biw=360&bih=482&dpr=3

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