Kann man eine Depression auch ohne Therapie Psychologie usw. Meistern?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo ChrissisHamster,

eine Depression ist eine Erkrankung, die ja nicht ohne Grund entstanden ist. Da fragt sich natürlich, wie sinnvoll und hilfreich es ist, auf eine professionelle Behandlung zu verzichten. Wie könnte denn so eine Behandlung aussehen und was kannst Du selbst gegen eine Depression tun?

Oftmals verschreiben Ärzte Antidepressiva, die stimmungsaufhellend und antriebssteigernd wirken und nicht abhängig machen. Besonders in der ersten Einnahmephase muss man mit Nebenwirkungen rechnen, die in der Regel jedoch nach 2-4 Wochen abnehmen. Viele empfinden die Einnahme eines Antidepressivums als sehr wirkungsvoll, da es außerdem dabei hilft, Konzentrationsprobleme zu überwinden.

Beachte bitte: Die medikamentöse Behandlung sollte vorzugsweise von einem Facharzt (Nervenarzt oder Psychiater) durchgeführt werden, da dieser sich am besten mit der Wirkung und Anwendung von Psychopharmaka auskennt. Es kann auch manchmal sein, dass nicht gleich das erste Medikament anschlägt oder nicht gut vertragen wird und auf ein anderes gewechselt werden muss. Daher ist es es wichtig, dem Arzt immer wieder Rückmeldungen zu Wirkung und Nebenwirkungen des Medikaments zu geben. Solltest Du Dich mit einem bestimmten Medikament absolut nicht wohlfühlen, dann ist die Rücksprache beim Arzt unbedingt notwendig. Alles Weitere kann er dann entscheiden.

Was bei leichten bis mittelschweren Depressionen als pflanzliches Mittel sehr gut hilft ist Johanniskraut. Es ist nebenwirkungsarm und wird von den meisten gut vertragen. Allerdings sollte man sich ein entsprechend hochdosiertes Präparat vom Arzt verschreiben lassen - die frei verkäuflichen Präparate in Drogeriemärkten sind dagegen zu schwach in der Dosis.

Da Medikamente allein oft nicht ausreichen, könntest Du Dich auch an einen Psychotherapeuten überweisen lassen. Ein sehr gutes und bewährtes Verfahren zur Behandlung einer Depression ist die sog. "kognitive Verhaltenstherapie", bei der Du lernen kannst, negative Gedanken und Gefühle zu überwinden. Sie wird in der Regel von einem psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt. Allerdings musst Du mit einer gewissen Wartezeit rechnen, bis Du mit der Therapie beginnen kannst.

Über die eben beschriebenen fachlichen Hilfen hinaus, kannst Du selbst einiges tun, um Deine Depression zu überwinden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass es nicht leicht für Dich ist, aktiv zu werden, da die Depression möglicherweise Deine Kräfte lähmt. Sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen erfordert enorme Kraftanstrengungen, doch Du wirst sehen, es lohnt sich! Es gehört eben zum Wesen einer Depression, das Gefühl zu haben, nicht in der Lage zu sein, in irgendeiner Weise aktiv zu werden. Dennoch könnte man versuchen, dieses Gefühl zu überwinden, indem man etwas tut, was nicht zu schwer ist. Fang doch mit ganz kleinen Schritten an, z.B. mit einem kurzen Spaziergang.

Es ist ganz verständlich, dass Du so schnell wie möglich wieder aus Deiner Depression herauskommen willst und Du machst Dir womöglich Vorwürfe, dass Du nicht mehr so leistungsfähig bist wie früher. Vielleicht sagst Du Dir innerlich immer öfter: "Ich bin doch zu nichts mehr zu gebrauchen". Doch mit solchen Selbstvorwürfen raubt man nur sein Selbstwertgefühl und verschlimmert die Depression.

Ganz wichtig ist es gerade jetzt, dass Du nachsichtig und geduldig mit Dir selbst bist. Mach Dir immer wieder klar, dass es eben Zeit braucht, aus Deinem Tief wieder herauszukommen und dass eine Depression nicht ewig dauert. Viele haben sie überwunden und sind wieder völlig gesund geworden!

Da die Depression vorübergehend Deine Leistungsfähigkeit hemmt, solltest Du Dir nie zu viel an einem Tag vornehmen. Lerne es, immer nur kleine Aktivitäten durchzuführen und belohne Dich , wenn Du sie geschafft hast.

Wenn man eine Depression hat, dann saugt man negative Gedanken quasi wie ein Staubsauger in sich auf. Außerdem drehen sich Deine Gedanken wahrscheinlich ständig um Deine eigene schlimme Situation und immer wieder kommt Dir Negatives in den Sinn. Was könntest Du gegen die Negativspirale tun, in der Du gefangen bist? Versuche doch einmal ganz bewusst über Folgendes nachzudenken: Gibt es etwas in Deinem Leben, wofür Du dankbar sein kannst? Welche Menschen sind für Dich da und lieben Dich? Gibt es weitere Menschen, die Dir helfen könnten? Gibt es etwas, was Dir guttun würde, um Dich für eine gewisse Zeit von Deinen negativen Gedanken abzulenken?

Manchen hilft es, wenn sie im Laufe des Tages mehrmals etwas Schönes und Angenehmes tun und es ganz bewusst wahrnehmen. Ein Beispiel: die geliebte Tasse Tee oder Kaffee in Ruhe trinken und versuchen, die damit verbundene Freude bewusst wahrzunehmen. Oder: In einer sonstigen angenehmen Situation verweilen und das Schöne daran eine ganze Zeitlang bewusst auf sich wirken lassen. Das wirkt wie Streicheleinheiten für Deine Seele! Probiere es doch einmal aus!

Bei der Behandlung einer Depression hat es sich sehr bewährt, sich möglichst mehrmals am Tag körperlich zu bewegen (sofern aus Sicht des Arztes nichts dagegen spricht). Anfangs kann das ein kurzer Spaziergang sein, den Du im Laufe der Zeit etwas ausdehnen könntest. Das Laufen schafft das Gefühl, etwas geleistet zu haben und baut Dein Selbstwertgefühl auf. Ganz abgesehen davon, was die frische Luft und das Licht in Deinem Körper bewirken, wirst Du feststellen, dass beim Laufen Deine Grübeleien über Negatives nachlassen oder sogar ganz verschwinden. Andere Möglichkeiten der Bewegung wären z.B. Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeiten. Auch wenn es einen anfangs große Überwindung kostet sich in Bewegung zu setzen, wird man feststellen, dass sich die Stimmung mehr und mehr aufhellt.

Wenn man depressiv ist, dann sucht man verständlicherweise Hilfe und Trost bei anderen. Leider sind in unserer hektischen Zeit viele mit ihren eigenen Problemen und Sorgen beschäftigt und haben nicht immer die Gedanken frei, einem anderen mitfühlend und geduldig zuzuhören. Wenn Du das schon erlebt hast, dann kann das für Dich sehr verletzend sein.

Da ich in meinem Leben auch schon viele schlimme Dinge erlebt habe und nicht immer jemand da war, der mir hilfreich zur Seite stand, konnte ich dennoch erfahren, dass es jemanden gibt, der um den Schmerz des Herzens weiß und auf jeden Fall mit den Leidenden mitfühlt. Ja, ich spreche von Gott. Heutzutage haben viele den Gedanken an ihn verloren und erwarten keine Hilfe aus dieser Richtung. Wenn man sich jedoch mit seinem Wort, der Bibel, ein wenig beschäftigt, findet man dort viele sehr trostreiche Gedanken, die einem echt wieder Auftrieb geben können.

Ein Text, der mir besonders gut gefällt und mir sehr zu Herzen geht ist dieser: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Ja, wenn man Gott als Freund hat, dann gibt das einem im Leben großen Halt und Sicherheit. Darüber hinaus besteht gem. der Bibel die Aussicht, dass eines Tages sämtliche Krankheiten, wozu natürlich auch Depressionen gehören, sowie alle andere Leid für immer verschwinden werden. Sind das nicht sehr hoffnungsvolle Aussichten?

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du es mit Hilfe anderer schaffst, Deine Depressionen zu besiegen und wieder Freude am Leben findest! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Vielen Dank für den Stern! :-)

0

Es gibt andere Wege als Pillen zu schlucken. Ohne Therapie geht es aber meines Erachtens nach nicht. Im Mittelalter gab es keine Psychologen und Psychoanalytiker und keine Psychiater. Die Menschen mussten irgendwie klar kommen oder untergehen.

Das Problem ist, dass ein Mensch, der eine echte tiefe Depression hat, sich eine Besserung einfach nicht vorstellen kann, dieser Zustand aber unerträglich ist. Früher oder später spielt man mit dem Gedanken Schluß zu machen...

Genau davor kann und soll dich eine Psychotherapie schützen, denn eine Depression kann sehr lange dauern, aber die gute Nachricht ist: Sie ist auch ohne Suizid endlich! Sie geht vorbei!

Hallo ChrissisHamster,

wurde bei dir eine Depression festgestellt?

Wenn ja dann erkundige dich Gründlich bei einschlägigen Seiten wie der Deutschen Depressionshilfe und ähnliches!

Es gibt verschiedene Arten von Depression die auch verschiedene Ursachen haben und die Intensität einer Depression ist auch verschieden!

Beispiel: Hast du ein Problem mit der Schilddrüse dann helfen Schildrüsenhormone und die Depression ist weg!

Hast du Mobbingprobleme oder andere wäre es nur vernünftig möglichst frühzeitig eine Verhaltens- oder Gruppentherapie zu beginnen damit du nicht in eine schwere Depression landest!

Ich kann dir Tipps gegen Psychisch bedingte Depression schicken aber dazu muss ich schon etwas mehr wissen!

  • Was war der Auslöser bzw. die Situation dafür?
  • Was bekommst du bereits?
  • Was bist du bereit zu ändern? Darauf kommt es nämlich an!!!

Liebe Grüße,

Jürgen

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Laut Therapeut keine Depression?

Hallo :) mir ist beswusst, dass wahrscheinlich keiner von euch Psychiater oder Therapeut ist, dennoch würde ich gerne eure Meinung dazu hören. Es geht mir seit etwa 7 Jahren schon sehr schlecht. Ich bin seit einer weile stationär in Therapie (intervalltherapie, also jetzt ein paar wochen zu hause). laut Depression - tests habe ich eine schwere depression und eigentlich 100% der Symptome einer Depression treffen auf mich zu. Ich habe auch noch Borderline, heißt ich empfinde vor allem negative Gefühle, die leider jeden Tag vorkommen, viel intensiver und als unerträglich. Ich möchte nun eigentlich ein Antidepressivum nehmen, weil es mir jeden Tag extrem schecht geht und mich das auch am zur Schule gehen hindert und ich keinen Antribe habe, aber da ich laut ihm eben keine depression habe, verschreibt er mir keine. Ich habe nun einen Therapeuten wechsel angesprochen, weil es mir durch die Therapie mit ihm nunr noch schlechter geht. Er hat auch nie eine Begründung genannt, wieso ich keine Depression habe, auch nicht, als andere Ärtze meinten, ich hätte eine. Meine Frage ist jetzt: kann mir mein Therapeut Medikamente verweigern, wenn es mir so schlecht geht, dass alles viel zu anstrengend und ein normaler Alltag nicht möglich ist? Danke :) Liebe Grüße Cassy97

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?