Kann man ein Kind abtreiben im 3. Monat?

13 Antworten

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Die Antwort ist ziemlich komplex; alle die hier schreiben, Abtreibung seien bis zum 3. Monat erlaubt und deshalb kein Problem irren doppelt;

gleichzeitig stimmt es, dass im Mittel etwa alle 5 Minuten ein Kind abgetriben wird in D, denn es gibt 100000 Schwangerschaftsabbrüche und 1 Jahr 525600 Minuten hat, womit pro 5 Minuten eine Abtreibung stattfindet (tatsächlich passieren die natürlich hauptsächlich werktags, da da halt die Praxen offen sind).

Zur komplexen Antwort:

Das ungeborene Kind hat eigentlich genauso das Recht zu Leben wie das geborene Kind. Es zu töten, ist eigentlich immer falsch und sollte eigentlich immer sein gelassen werden.

Nur geht es dabei, ob Abtreibungen zugelassen werden oder nicht, nicht nur darum, ob Abtreiben falsch oder richtig ist. Sondern auch darum, ob und wie der Staat das durchsetzen darf und kann.

Denn z.b. ein strenges Abtreibungsverbot hieße ja auch, dass Frauen, die abtreiben und denen man es nachweisen kann, bestraft werden müssten; man stelle sich einfach mal vor zum 1.1.2017 wird Abtreibung verboten und mit lebenslanger Haft geahndet, so wie Mord; würden dann wieder wie dieses Jahr 100000 Frauen abtreiben, müsste man die alle 100000 lebenslang in den Knast sperren; so als Vergleich, momentan gibt es ca. 2500 lebenslange Häftlinge in ganz Deutschland; allein deshalb wäre das schon ziemlich krass.

Aber selbst wenn man sagt, die treiben ab, also muss das halt sein, vergisst man eines: wann immer der Staat strafen will, muss auch Schuld beim Täter sein; und dafür ist es eben relevant, warum abgetrieben wurde.

und da fängt es gleich mal an, wenn eine Frau abtreibt, weil sie fürchtet aufgrund der Schwangerschaft zu sterben? Kann man eigentlich kaum von Schuld sprechen.

Wenn sie vergewaltigt wurde? Eigentlich auch nicht, denn das könnte für die Frau quasi ein Andauern der Vergewaltigung sein. Da kann man kaum von Schuld sprechen, wenn die Frau das tut, was aus ihrer Sicht notwendig ist, um quasi die Vergewaltigung endlich zu beenden.

Wenn sie 17 ist, keine Ausbildung hat, von den Eltern mit Rausschmiss bedroht wird und der Kindsvater droht, ihr das Kind aus dem bauch zu prügeln? auch keine Schuld.

Somit sieht man bereits nach kurzem Nachdenken, dass es einige Konstellationen gibt, bei denen Strafen überhaupt keinen Sinn machen.

Also ist der nächste Schritt, dass man Abtreibung verbietet, aber unter bestimmten Ausnahmen erlaubt bzw. nicht bestraft.

Genau das hat man getan, z.b. in D ab 1975.

Die Erfahrung ist nur, dass das nicht gut funktioniert. Denn wer außer der Frau selsbt kann wirklich beurteilen, ob eine der vorgesehenen Ausnahmen vorliegt? Theoretisch könnte das ein Arzt, Psychiater oder ähnliches, der die Frau entsprechende befragt und untersucht; so hat man das auch gemacht.

Wichtige Haken? 1. liegt es dann nahezu in der Willkür des Gutachters, ob die Frau abtreiben kann; 2. ist das ganze Ausnahmensystem völlig witzlos, wenn es zu viele Gutachter gibt, die freigibig mit "Abtreibungsgenehmigungen" sind

Funktioniert also auch nicht toll.

Die Lösung, bei der man letztlich gelandet ist, ist nun, dass die Frau sich beraten lassen muss und die Abtreibung dann innerhalb der ersten 12 Wochen nach Befruchtung strafrei ist, aber immer noch rechtswidrig. Dabei soll die Beratung der Frau Hilfen vermitteln und helfen, vieleicht doch sich gegen eine Abtreibung zu entscheiden.

Damit versucht man einerseits den Frauen wirklich Hilfe zukommen zu lassen (was ja gegen Abtreibungen helfen kann, wenn z.b. Frauen abtreiben, weil der Kindsvater sie bedrängt, dann könnte in der Beratung Hilfe aufgezeigt werden, was da statt Abtreibung gemacht werden könnte), aber gleichzeitig durch die Qualifizierung als rechtswidrig (und damit nicht "erlaubt" wie andere behaupten) weiterhin klarzustellen, dass Abtreibungen eigentlich nicht gemacht werden sollten.

(Zusätzlich hat man explizite Ausnahmen für Gesundheitsgefahr und Vergewaltigung)

Ob das gut so ist, darüber wurde und wird immer wieder viel gestritten; das "rechtswidrig, aber straffrei" ist aber auf jeden Fall verwirrend, da es einerseits der Frau, die ja eigentlich nicht abtreiben soll, möglichst kulant und helfend versucht zu begegnen, aber andererseits deutlich machen will, dass auch die ungeborenen Kinder das Recht haben zu leben.

Zusätzlich ist noch ein wichtiger Punkt, dass es nicht klar ist, inwieweit Verbote überhaupt die Zahl der Abtreibungen reduzieren; manche sagen gar nicht, andere sagen doch ein bischen; aber das spricht zusätzlich für einen helfenden Ansatz, denn wenn Strafen nichts bringen, dann hat der Staat sie auch eher sein zu lassen.

Noch eine Information am Rande, da es in deinem Umfeld wohl vorkommt:

Jegliche sexuelle Handlung an unter 14 jährigen ist eine im Prinzip strafbare Handlung.

Das ist für unter 14-jährige selbst ohne Konsequenzen, denn Strafen gibts auch erst ab 14; womit wenn zwei 13-jährige Sex haben, das zwar immer noch eine dem Gesetz widersprechende "Tat" ist, aber keiner der beiden würde bestraft.

Wenn jedoch einer von beiden über 14 ist, dann macht der sich sofort wegen sexuellem Missbrauchs von Kindern strafbar. Und wenn einer "hilft", der über 14 ist (z.b. Bett zur Verfügung stellen, Kondome besorgen, etc.) dann macht der sich auch strafbar, im Prinzip sogar dann, wenn er zwei 13-jährigem "hilft".

Die Lehre daraus: Halte dich vielleicht zurück bis du 14 (*) bist, denn es kann für deine Partner oder dein Umfeld ansonsten vielleicht ziemlichen Ärger bedeuten.

(*länger ist natürlich auch ok)

weil es dann Mord es, denn das Herz schlägt da schon

Das schlägt schon viel eher .... mit der Begründung wäre jede Abtreibung Mord.

Abtreibung hat nichts mit Alter zu tun, sondern mit der Dauer der Schwangerschaft! Lasst Euch aufklären!!!!

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Ja sorry Junge, so wird es halt in jedem Teenimütter folge und bei jeder Frauenärztin gesagt, boah ey

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@Floppihopp

Danke für die Beleidugung. Ich bin weder ein Junge noch ein Teen. Etwas Respekt gegenüber Erwachsenen kann man auch heutzutage noch zeigen!

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Hallo

Eine Abtreibung ist bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich (12. Wochen nach Befruchtung=14. SSW), das ist also der 98 Tag seit der letzten Periode, also rund 3 Monate.

Mit 13 Jahren kann man nur mit Zustimmung der Eltern abtreiben oder ansonsten über das Jugendamt.

Eine Abtreibung ist nicht Mord, das "Herz" schlägt eh schon vorher.

Abtreibungen gibt es in Deutschland rund 100'000. Das heisst, dass etwa alle 5 Minuten es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommt, die in einer Abtreibung endet. Wenn eine Frau kein Kind möchte, weil sie z. B. zu jung ist, in Schule etc., dann hat sie das Recht dazu.

Freundlichen Gruss

tm

Bis zum wievielten Monat kann man abtreiben?

Hallo Liebe Community,

Zu erst, nein ich bin nicht schwanger und möchte auch nicht abtreiben.:)

Es geht darum...eine bekannte meinte vorhin, sie kennt jemanden der Schwanger ist, und abtreiben will. Ich persönlich finde das es Mord ist, und wenn man Sex haben kann und schon nicht verhütet, kann man sich auch um ein Kind kümmern. Meine Bekannte meinte dann es wäre bis zum dritten Monat kein Mord, da es ein "Klumpen" ist und sich noch nichts entwickelt hat. Was mich dabei verwirrt ist das sie sagt bis zum dritten Monat, und das sixh da ja noch nichts entwickelt... Habe mal gehört das man nur bis zur 10 Woche abtreiben kann....

Kann mir die oben genannte Frage jemand beantworten? Und wie steht ihr zum Thema Abtreibung?

Liebe Grüße und Danke im vorraus

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