Kann man durch Überschreiben des gesamten Vermögens auf eine dritte Person jemand zeitnah enterben?

5 Antworten


Inzwischen hat sich aber meines Wissens das Erbrecht geändert. Gibt es
diese 10-Jahresfrist noch und wenn nicht, wie ist die Rechtslage heute?


Ja, ergänzt duch das sog. Abschmelzungsmodell, § 2325 III BGB.

Unverändert bleibt eine lebzeitige Schenkung an deine Schwester 10 Jahre nach Übergang ohne Anrechnung.

Der zu deiner Erbquote hälftige Pflichtteil bemässe sich dann an dem, was deine Mutter abzüglich ihrer Verbindlichkeiten und Bestattungskosten im Erbfall noch hinterliesse, ihrem sog. Reinnachlass.

Innerhalb dieser 10-Jahres-Frist würde, ab dem zweiten Jahr nach Übertragung alljährlich um jeweils 1/10 fallend, der abschmelzende Schenkungswert zur Pflichtteilsquote dem Nachlass hinzugerechnet und von diesem sog. fiktiven Reinnachlass dein PT berechnet.

Bsp: Sie hinterlässt im Erbfall 2017 noch 47 TEUR, nach Abzug aller Kosten verbleiben 40 TEUR. Von deinem gesetzlichen Erbe 20 TEUR kannst du auf Antrag von der alleierbenden Schwester 10 TEUR in Geld verlangen.

Sie hätte 2010 deiner Schwester 60 TEUR geschenkt. Restwert 2017 = 29 TEUR. Von den fiktiven (40+29=) 69 TEUR stünden dir Pflichtteil mit Ergänzung zu, 17,25 TEUR.

Das gälte natürlich nur dann, wenn du nicht erbunwürdig bist. Und nur für den Fall, dass du eine Schenkung beweisen könntest.

Im Übrigen darf sich deine Schwester vorab für Pflege ihrer Mutter einen Betrag aus dem Erbe entnehmen, der den Reinnachlass als alleinige Berechnungsgrundlage deiner Ansprüche erheblich mindert: § 2057a BGB.

Entweder durch Pflegpflichtvereinbarung in der Schenkungsurkunde geregelt 500 EUR/Monat oder n. § 2057b BGB je nach Pflegebedürftigkeit Pflegegeld für Angehörigenpflege (ab 1.1.2010 zwischen 440 Euro pro Monat in Pflegestufe I und 1.510 Euro in Pflegestufe III).

Im Ergebnis bist du damit vom Geldsegen deiner Mutter tatsächlich ausgeschlossen.

G imager761

Hallo ich würde dir empfehlen damit zu einem anwalt zu gehen zu gehen und ich fachgerecht beraten zu lassen, klar kostet das geld  aber dann hast du auch bessere chancen. So auf gerüchteküche und Dr. google würde ich hier nicht bauen.. das ist am falschen ende gespart.

Doch, die 10 Jahres-Frist gibt es immer noch, allerdings heißt es nun nicht mehr alles oder nichts. Der Anteil der für die Pflichtteilsberechnung dem Vermögen wieder zugerechnet wird, verringert sich pro Jahr um 10%, nach 6 Jahren also nur noch 60%

Erbrecht, kann meine Tochter später von Ihrem Bruder wegen des Erbes verklagt werden?

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Es gibt auch ein Testament, wo mein Sohn nichtmal erwähnt wird, mir ist natürlich klar, das er immer einen Anspruch auf den Pflichtteil hat, aber 25% von 0 ist 0, weil ich habe mein Haus und einige Wertgegenstände zu Lebzeiten verschenkt. Oder kann mein Sohn trotz einer solch klaren Sachlage erfolgreich eine Klage gegen meine Tochter starten, und auch gewinnen? Die Beweggründe wieso das so geregelt ist, möchte ich hier nicht erklären.

Ich gehe mal davon aus, das solch eine Klage keine Aussicht auf Erfolg haben kann, falls ich mich irre, bitte um Aufklärung.

Falls er sie trozdem verklagen würde, wie sieht es mit den Anwalts- und Gerichtskosten aus, wenn man wie im diesem Falls zu unrecht vor Gericht gezwungen wird...?

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"Bargeld i.H.v. x (Grundstück) geschenkt und ist aufs Pflichtteil anzurechnen".

Dann vielen doch die Grundstücke und das Geld (10 Jahresfrist ist ja schon vorbei) einfach aus der späteren Erbmasse raus, weil nicht angerechnet und keine Ausgleichung mehr erfolgen muß, ist ja schon passiert.

Natürlich müßten alle unterschreiben.

Und wer so blöd ist seinen Pflichtteil zu verlangen, bei dem wird der Wert des Grundstücks bzw. des Geldbetrages mitangerechnet. Dann hat er wahrscheinlich nichts mehr zu gut, außer meine Eltern gewinnen im Lotto.

Danke für die Antworten

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