Kann man die heutigen Flüchtlinge/Migranten mit den nach 1945 deutschen Heimatvertriebenen und DDR-Flüchtlingen vergleichen, ist das wirklich dasselbe?

Das Ergebnis basiert auf 49 Abstimmungen

Nein, das kann man gar nicht miteinander vergleichen. 63%
Ja, Flüchtlinge heute sind dasselbe wie Heimatvertriebene damals. 29%
Andere Antwort. 8%

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Da die BRD Rechtsnachfolger des III.Reichs ist, ist es ein Recht für Deutsche, gleich aus welcher Richtung hier anzukommen..

Das ist nicht gleich dem Asylrecht.
Gleich welcher Deutungshoheit.
Und nicht gleich Migration.

Will man Migration muß man die Rechtsgrundlage erstellen.

Is'n Problem, ob und welches Sozialrecht man will.
Will man die eigenen Bürger verarmen, wie es bereits geschieht, oder das soziale Gewissen schlechthin sein?

Ist diese Frage geklärt, dann wäre Platz in der kleinsten Hütte.

Es gab kein 3. Reich. Das hieß auch da nur Deutsches Reich und demzufolge ist die BRD Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches und nicht des 3. Reiches.

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die Heimatvertriebenen brauchten kein Asyl beantragen und sind auch keine Migranten !! richtig so.

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Gerade in der unmittelbaren Nachkriegszeit, war die Situation doch wesentlich dramatischer als heute.

Wohnraum?

Heute mögen in den Ballungsgebiten ein paar Wohnungen fehlen, damals lagen die Ballungsgebiete komplett in Trümmern, wegen der Flächenbombardements des Weltkriegs, d-h- das selbst die Einheimischen weitgehend in Ruinen lebten. Die Wirtschaft lag ebenfalls kriegsbeschädigt vollkommen am Boden, wurde Teilweise demontiert, das Transportsystem war weitgehend auch hin, teilweise (ver)hungerten die Leute:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hungerwinter_1946/47

Vor diesem Hintergrund: Was machte die Staatsbürgerschaft der Vertriebenen für die Situation insgesammt für einen Unterschied? Die Leute waren vollkommen mittellos, der Staat musste sie ernähren.

Arbeit in den Ballungszentren gab es keine, dazu mussten die Betriebe zunächst einmal wieder aufgebaut werden, was seine Zeit dauerte. In der Zwischenzeit hieß es Trümmer wegräumen und klarschiff machen. Trümmer wegräumen, bringt aber kein Einkommen, es sei denn man subventioniert es staatlich, aber dazu hätte es ja erstmal einen finanziell handlungsfähigen Staat geben müssen.

Neben dem, kam als Belastund noch die Versorgung der Kriegsinvaliden, Kriegerwitwen und Waisen oben drauf etc. etc.

Die lage war zu diesem Zeitpunkt dermaßen dramatisch, dass selbst die gewählte CDU-Regierung Adenauer einsehen musste, das die vollkommen chaotische Lage ohne größer angelegte Enteignungs- und Umverteilungsmaßnahmen nicht zu bewältigen war und erfand deswegen das Lastenausgleichsgesetz:

https://de.wikipedia.org/wiki/Lastenausgleichsgesetz

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Diese Zustände mit der heutigen Aufnahme von ein paar Asylanten in irgendeiner Form vergleichen zu wollen ist von vorne bis hinten vollkommen hanebüchen.

Andere Antwort.

Die Situation ist vergleichbar aber nicht deckungsgleich. Damals waren die Voraussetzungen schlechter und die Ansprüche geringer.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Lebe seit Geburt in Deutschland

die damaligen Heimatvertriebenen waren Deutsche, somit waren sie schon in der nächsten Generation vollkommen integriert. Man hieß schon Helga Müller und sprach deutsch und hatte eine deutsche Kultur. Das ist etwas ganz anderes. Auch waren es Heimatvertriebene, die konnten sich ihre Situation nicht aussuchen.

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@adelaide196970

Die heutigen Flüchtlinge können sich ihre Situation auch nicht aussuchen.

Und trotz der viel einfacheren Integrationsvoraussetzungen kam es auch damals zu Reibereien.

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@Kleidchen2

Die heutigen Flüchtlinge haben sich größtenteils D als Zielort ausgesucht. Die Vertriebenen damals wurden nach D geschickt bzw. dorthin gezwungen. Das ist der große Unterschied !

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@luibrand

die deutschen Heimatvertriebenen wechselten ja nur die Ortschaft innerhalb Deutschlands.

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@adelaide196970

Stimmt so nicht, denn die Gebiete, aus denen sie vertrieben wurden, wurden nach dem Mai 1945 annektiert und anderen Staaten zugesprochen (Russland, Polen, Tschechei, Rumänien).

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@luibrand

Die Vertriebenen damals wollten allergrößtenteils nach Deutschland. Das gilt auch übrigens für die nicht wenigen Russlanddeutschen viel später.

Damals wurden 14 Mio in das Gebiet der drei Westmächte gebracht, das war fast 30 %der damaligen Bevölkerung.

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@Kleidchen2

Wie Du schon sagst, sie wurden dorthin verbracht (zu Fuss). Kaum einer hatte die Mittel, sich diesem Exodus zu entziehen, und wenn, dann waren die schon anno 40 ausgewandert.

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Ja, Flüchtlinge heute sind dasselbe wie Heimatvertriebene damals.

Vorurteile gegen "die Kulturfremden" herrschten genauso und als Konkurrenten um Arbeitsplätze wurden sie ebenso betrachtet.

„Freilich läßt in vielen Fällen weder Mißtrauen noch Gleichgültigkeit ihrer neuen Umwelt die Übersiedler scheitern, sondern ein spezifisch ostdeutsches Charakteristikum: der Mangel an Eigeninitiative, der es ihnen unmöglich macht, sich der westdeutschen Gesellschaft anzupassen. Viele sind nicht fähig, so beobachtete Roland Schäfer, Sozialarbeiter im Frankfurter Verein für soziale Heimstätten, sich mit den "Konflikten des alltäglichen Lebens angemessen auseinanderzusetzen"“

("DDR-Flüchtlinge - Wie die Motten", Spiegel, 1979)

so ein Blödsinn. Der Spiegel !! 1979 also kurz vor dem Mauerfall. Ich hab einen aus der DDR geheiratet. Der ist deutscher als deutsch. Man müßte den Verfasser verklagen.

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@Karl1004

Gut ! Aber welche Flüchtlinge meint der Spiegel dann ? Die aus der DDR.? Die wenigen, die da kamen. Und die sind nicht anpassungsfähig?

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@adelaide196970

Macht keinen Unterschied. Die gegenseitigen Vorurteile, die in den Jahrzehnten der Trennung entstanden, waren nicht bis kurz vor 1989 wieder verschwunden.

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Nein, das kann man gar nicht miteinander vergleichen.

Die Situation nach WW2 mit über 12 Mio DP als eines der Kernprobleme der Nachkriegsgesellschaften war nun eine völlig andere als heute. Zudem die die deutsche Nachkriegsgesellschaft gar nicht zur Selbstversorgung fähig, sondern abhängig von den alliierten Versorgung (Hungerwinter 46/47)

#Ansonsten eine eher dumme Suggestiv- bzw Strohmannfrage, denn ich wüsste nicht, dass in der Diskussion die "Gleichheit" ein Argument wäre.

Der Vergleich von Heimatvertriebenen damals und Flüchtlingen heute ist ja nicht von mir, sondern wird gerne als "Argument" angeführt, von denjenigen, die meinen, man könne Millionen Flüchtlinge heute genau so integrieren wie damals Millionen Heimatvertriebene. Deshalb habe ich die Frage gestellt.

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@Karl1004

Mir ist dieses "Argument", speziell bzgl. "integrationsfähigkeit", nicht bekannt. Die andere Frage ist die nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, und da ist Luft nach oben

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@Karl1004

Und die Integration der Vertriebenen war nun mehr als rumpelig, zumal es ja faktisch um Mangelverteilung ging (Wohn- und Nahrungssituation bis 1950).

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