Kann man die Erwählung von Israel im AT mit der Erwählung aus dem NT zB. Römer 8/9 vergleichen?

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4 Antworten

Hallo Solagracie,

Deine gute Frage muss man mit "JA" und "NEIN" beantworten.

Zunächst zum Wort Israel:

*** it-1 S. 1239 Israel ***
ISRAEL: (Ịsrael) [Streiter (Beharrender) mit Gott; oder: Gott streitet].

Jakob streitete für Gott und steitete mit ihm um den Segen:

1. Mose 32:26 . . .Daraufhin sagte er: „Ich lasse dich nicht gehen, es sei denn, du segnest mich zuvor.“ 27 Da sprach er zu ihm: „Wie ist dein Name?“, worauf er sagte: „Jakob.“ 28 Dann sprach er: „Dein Name wird nicht länger Jakob genannt werden, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gestritten, so daß du zuletzt die Oberhand gewonnen hast.“

Wortbedeutung daher sinngemäß "Streiter für (oder mit) Gott" (Isra + EL wobei EL = Gott bedeutet).

Aus Jakob bzw. Israel kamen die zwölf Stämme Israels in's Dasein. 

Jeder Sohn Israels trägt einen Namen mit weiterer Bedeutung.

Durch Christus wurde das (mosaische) GESETZ beendet:

Römer 10:4 . . .Denn Christus ist das Ende des GESETZES, jedem zur Gerechtigkeit, der Glauben ausübt.

Bei Jesu Tod wurde er Vorhang vor dem Allerheiligsten zerrissen und so das Allerheiligste sichtbar für alle "entheiligt".  Die nach dem "mosaischen Gesetz" geregelte Anbetung wurde dadurch für beendet erklärt. Wichtig: Das "mosaische Gesetz" galt NUR für Israel!

Dann  wurde die Verkündigung der guten Botschaft für alle Völker und Nationen eingeleitet:

Apostelgeschichte 10:21 Da stieg Petrus zu den Männern hinab und sagte: „Seht! Ich bin es, den ihr sucht. Aus welchem Grund seid ihr hier?“ 22 Sie sprachen: „Kornẹlius, ein Offizier, ein Mann, der gerecht ist und Gott fürchtet und bei der ganzen Nation der Juden in gutem Ruf steht, wurde von Gott durch einen heiligen Engel angewiesen, dich in sein Haus kommen zu lassen und das, was du zu sagen hast, zu hören.“ 23 Daher rief er sie herein und nahm sie gastlich auf.. . .

Wichtig: Kornelius war KEIN Jude oder Israelit!

Apostelgeschichte 10:34 Darauf tat Petrus den Mund auf und sprach: „Bestimmt merke ich, daß Gott nicht parteiisch ist, 35 sondern daß für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist. 36 Er hat den Söhnen Israels das Wort gesandt, um ihnen die gute Botschaft des Friedens durch Jesus Christus zu verkündigen: Dieser ist der Herr von allen [anderen]. 37 Ihr wißt, wovon nach der Taufe, die Johạnnes predigte, in ganz Judạ̈a, angefangen von Galilạ̈a, die Rede war, 38 nämlich von Jesus, der von Nạzareth war, wie Gott ihn mit heiligem Geist und Kraft salbte, und er ging durchs Land und tat Gutes und machte alle gesund, die vom Teufel bedrückt wurden; denn Gott war mit ihm. 39 . . .

Kornelius war der erste Nichtjude, der die christliche Taufe empfing:

Apostelgeschichte 10:44 . .Während Petrus noch von diesen Dingen redete, fiel der heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. 45 Und die Treuen, die mit Petrus gekommen waren, die zu den Beschnittenen gehörten, staunten, weil die freie Gabe des heiligen Geistes auch auf Leute aus den Nationen ausgegossen wurde.

Kornelius wurde daher sogar in heiligem Geist getauft! Er folgt Christus treu nach. 

Welche Stellung hat er z.B.?

Römer 2:28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch besteht [die] Beschneidung in dem, was äußerlich am Fleisch [vollzogen] worden ist; 29 sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung ist die des Herzens durch Geist und nicht durch ein geschriebenes Recht. Das Lob eines solchen kommt nicht von Menschen, sondern von Gott. 

Steng genommen ist "Juda" nur ein Stamm der Stämme Israels.

Wortbedeutung:

*** it-1 S. 1415 Juda ***
JUDA (Jụda) [Lobgepriesen; (Gegenstand des) Lobpreis(es)]. 

*** it-1 S. 1427 Jude, Jüdin ***
JUDE, JÜDIN
[Zu Juda gehörend].

Das erfolgt durch Berufung.

Gibt es die Stämme heute noch?

Die buchstäblichen Stämme sind heute nicht mehr nachweisbar, denn als die Römer Jerusalem niedermachten gingen Abstammungsregister verloren.

Für welche Zeit nun  ist die Offenbarung geschrieben?

Offenbarung 1:10 . . .Durch Inspiration befand ich mich dann am Tag des Herrn, . . . 

Also noch deutlich viel später.

Weiter wird in der Offenbarung wird die himmlische Berufung wie folgt beschrieben:

Offenbarung 7:4  . .Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt waren, hundertvierundvierzigtausend, versiegelt aus jedem Stamm der Söhne Israels: 5 aus dem Stamm Juda zwölftausend versiegelt; aus dem Stamm Rụben zwölftausend;. . .

Daher findet bis zur Offenbarung einschließlich Har Magedon des Christus diese Einsammlung statt.

Offenbarung 7:3 . . .und sagte: „Beschädigt nicht die Erde noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Sklaven unseres Gottes an ihrer Stirn versiegelt haben.“

Wichtig: Es wird nicht der ganze Stamm berufen - sonders "aus dem Stamm" ...

An dieser Stelle gewinnt die Benennung der Stämme Bedeutung. 

Z.B. 

*** it-2 S. 266 Manasse ***
MANASSE
(Manạsse) [Vergessen Machender].

Das möge all die getauften Christen betreffen ist sehr trostreich sind.

Es gäbe noch viel zu sagen, lasen wir's gut sein!

Beste Grüße

JensPeter

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Kommentar von JensPeter
22.07.2017, 22:46

Daher nochmals zu Deiner Frage:

"Nein" was das buchstäbliche Israel anbelangt,

"Ja", was das "geistige Israel anbelangt:

Schwerpunkt hierbei:

Galater 6:15, 16 . . .Denn weder Beschneidung ist etwas noch Unbeschnittenheit, sondern eine neue Schöpfung [ist etwas]. 16 Und alle, die nach dieser Regel des Benehmens ordentlich wandeln werden, über sie komme Frieden und Barmherzigkeit, ja über das Israel Gottes.

Wobei von den Stämmen wie festgestellt auch Teile dem irdischen Bereich zuzuordnen sind (.. aus dem Stamm ...) Offenbarung 7:4 ff).

Mehr kann man heute dazu noch nicht sagen.

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Biblisch begründen kann ich es dir gerade nicht, aber ich denke es kann durchaus sein
Es ist nicht selten, dass es Parallelen und Verweise auf das AT gibt. Gott hat damals sein Volk ausgewählt und er tat es im NT ein zweites Mal, was nicht bedeutet, dass er nun die Israeliten benachteiligt, im Gegenteil, ich denke sogar, dass das Judentum immer noch von ihm bevorzugt ist.

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 ist Erwählung eine willkürliche Bevorzugung einiger 

i.R. ja - doch hier wie auch in anderen Schriften sind das reine Phantasien der Autoren dieser Schriften.
Es gab wohl in der Geschichte viele Völker, welche sich was Besseres wähnten als die Nachbarvölker - das war wohl fast die Regel - bis heute !!!
Daß solche Vorstellungen oft in die religiösen Schriften (und Ideologien !) einflossen war dann fast zwangsläufig.
Also - tu diese Texte nicht über bewerten und vertraue - falls du gottgläubig bist - auf die Gerechtigkeit Gottes.
Andererseits kann "Erwählung" auch als Beauftragung gedacht sein, Verpflichtung für den oder die, welche aufgrund ihrer "Veranlagung" (Lebenssituation im weitestem Sinne) eben mehr einbringen können zum Wohl anderer. Hier liegt die "Erwählung" schon in der Verteilung der Gaben (z.Bsp. auch Erkenntnis !), welche jedem Menschen unterschiedlich zu Teil sind.
Diese unterschiedliche "Zuteilung" könnte man als ungerecht ansehen, wenn nicht damit auch eine größere Verpflichtung verbunden wäre.
Und genau diese "Gedanken" werden auch in der Botschaft Jesu gebracht bzw. gehen auch aus den Texten des Römerbriefes hervor.


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Kommentar von Solagracie
17.07.2017, 12:50

Viktor,

in deiner Aussage die Schriften seien Phantasien der Autoren muss ich dir widersprechen. Das ist nicht so, denn es ist Wort Gottes, und nicht von Menschen.

Es geht mir auch nicht darum, das sich Völker bzw. Menschen als Erwählte als etwas besseres "fühlen", sondern es geht mir um den Erwählenden - d.h. Gott! Ich möchte verstehen, ob der Erwählung eine Ursache des Menschen zu Grunde liegt, oder ob Gott davon unabhängig in seiner Souveränität handelt.

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Gott machte mit Abraham einen Bund, weil er ihm treu diente:

"und ich werde aus dir eine große Nation machen, und ich werde dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen." (1. Mose 12:2)

Aus Abrahams Nachkommen [Abraham — Isaak — Jakob] wurde später das Volk Israel:

"Dann sprach er [Gott]: „Dein Name wird nicht länger Jakob genannt werden, sondern Israel“" (1. Mose 32:28)

Jakob hatte 12 Söhne — die Stammväter des Volkes Israel.

Gott machte 1543 v. u. Z. am Berg Sinai im Ergebnis seines Bundes mit Abraham auch mit dem Volk Israel einen Bund:

"Und nun, wenn ihr meiner Stimme genau gehorchen und meinen Bund wirklich halten werdet, dann werdet ihr bestimmt mein besonderes Eigentum aus allen [anderen] Völkern werden, denn die ganze Erde gehört mir. 6 Und ihr, ihr werdet mir ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation werden.‘ Dies sind die Worte, die du zu den Söhnen Israels sprechen sollst.“" (2. Mose 19:5, 6)

Leider verwarfen die Israeliten immer wieder den Bund, den sie mit Gott geschlossen hatten. Dafür mussten sie immer wieder die Folgen tragen: das Königreich zerfiel in das 2- und das 10-Stämme-Reich. 

Das 10-Stämme-Reich Israel wurde 740 v. u. Z. in assyrische Gefangenschaft geführt. Das 2-Stämme-Reich Juda geriet 607 in babylonische Gefangenschaft.

Da sich Gott als ihr "ehelicher Besitzer" betrachtete (Jes. 54:5), löste er seinen "Ehe"-Vertrag mit dem Volk Israel (Juden) damals nicht auf. Er befreite sie wieder aus der Gefangenschaft.

Erst als die Juden im 1. Jh. u. Z. seinen Sohn — den verheissenen Messias — ablehnten, beendete er seinen Vertrag mit ihnen. Jesus begründete diesen Schritt Gottes:

"Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind — wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel versammelt! Ihr aber habt nicht gewollt. Seht! Euer Haus wird euch verödet überlassen" (Mat. 23:37)

Im Jahre 70 u. Z. liess Gott zu, dass die Römer die Stadt Jerusalem einnahmen und über eine Million Juden töteten.

Zuvor aber schlossen Gott und Christus einen "Neuen Bund" — diesmal nicht mehr mit einer buchstäblichen Nation, sondern jetzt mit einem "geistigen Israel". In diesen "Neuen Bund" wurden sowohl Juden, als auch Nichtjuden aufgenommen. Das war am 14. Nisan 33 als Jesus das Abendmahl einführte. 

Damals sagte er zu seinen elf treuen Aposteln über den Becher mit Wein: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Luk. 22:20). 

Ihre „Beschneidung ist die des Herzens durch Geist und nicht durch ein geschriebenes Recht“ (Röm. 2:29). 

Durch das Schließen des neuen Bundes würde Jesus ihnen das Gesetz „in ihren Sinn legen und in ihre Herzen . . . schreiben“ (Heb. 8:10). 

Sie bilden eine neue Nation: „das Israel Gottes“ oder das geistige Israel. Sie besteht aus 144000 Personen, die mit Christus vom Himmel aus als Könige und Priester über die Erde regieren werden (Gal. 6:16; Offb. 14:1, 4).

Rechtskräftig wurde der neue Bund mit dem Vergiessen des Blutes Jesu. 

Als er hingerichtet wurde, riss der Tempelvorhang entzwei und gab den Blick auf das Allerheiligste frei, in das zuvor nur der Hohepriester Zugang hatte. Das symbolisierte, dass die in den neuen Bund aufgenommenen Personen in das Allerheiligste gelangen — also ewiges himmlisches Leben — erben werden (Mat. 27:51).

In Kraft trat der neue Bund Pfingsten 33, als Jesu treue Jünger mit heiligem Geist gesalbt wurden (Apg. 2).

Petrus schrieb an „Miterben mit Christus“: „Ihr aber seid ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation, ein Volk zum besonderen Besitz, damit ihr die Vorzüglichkeiten‘ dessen ‚weit und breit verkündet‘, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat“ (1. Pet. 2:9). 

Dieser Bund wird sich segensreich auswirken auf all die Menschen, die gemäß Psalm 37:29 "die Erse besitzen und für immer darauf wohnen" werden.

Diese unzählbare Menschenmenge wird in Offenbarung 7:9 "die grosse Volksmenge" genannt.

Es werden auch viele Millionen Verstorbene daraus Nutzen ziehen. Jesus versprach:

"Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören 29 und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens" (Joh. 5:28, 29)

Wir haben somit allen Grund, uns voll und ganz darauf zu verlassen, dass Gott seinen Vorsatz für die Erde und die Menschheit durch das messianische Königreich verwirklicht (Offb. 11:15).

Nicht mehr ein buchstäbliches Israel — sondern ein geistiges Israel ist jetzt das Volk Gottes. Dem gehören Menschen "aus allen Nationen" an.

"Geht daher hin, und macht Jünger aus Menschen aller Nationen" (Mat. 28:19)

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Kommentar von Solagracie
17.07.2017, 12:39

OhNobody,

Tut mir leid, aber dein Beitrag hat den Begriff "Antwort" nicht verdient. Ich kann keinen Bezug zur Frage herstellen und ich bitte dich doch nur Antworten zu geben, wenn du auch welche hast. 

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