Kann man Denkmalschutz und Archäologie in einem Studiengang verbinden?

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4 Antworten

Man kann sehr wohl Baudenkmalpflege studieren, das habe ich z.B. getan. Berufchancen, naja. Wenn man Glück hat und in die Behörde kommt, aber wie wir wissen läuft alles mit Vitamin B. Gerade in der Denkmalpflege wird gern gespart was das Zeug hält.Als reiner Archäologe in der Denkmalpflege? Geht nicht. Das Studium der Baudenkmalpflege ist ein VOLLZEITSTUDIUM und geht sehr tief in die verschiedensten Bereiche der Architektur, die man als "normaler" Architekturstudent nicht mitbekommt. Ein vorheriges Architekturstudium lohnt aber auf jeden Fall. Jura für die Denkmalpflege? Das halte ich für ein Gerücht! Woher sollen die etwas von Baugeschichte, Kulturgeschichte etc wissen? Mag sein, dass viele Juristen in diesem Bereich arbeiten, das halte ich persönlich aber für völlig falsch. Ich kenne mich sehr gut mit den dazugehörigen Gesetzen aus (jedes Bundesland hat ein anderes), aber alle sind so formuliert, dass vieles Auslegungssache ist. Nicht umsonst wird in vielen Fällen die Denkmalpflege (bzw. die schützenswerten Güter) so häufig umgangen wie noch nie!

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Praktische Archäologie und Denkmalschutz gehen Hand in Hand!

Auch wenn meist zugunsten des Bauträgers darauf verzichtet wird, ein zu bebauendes Areal mit einem vorhanden Bodendenkmal im Sinne des Bodendenkmals NICHT zu bebauuen, ist doch die Verzahnung von Archäologie, Denkmalpflege und Bautätigkeit die einzige Chance, Bodendenkmäler vor der Zerstörung zu bewahren. Noch extremer ist die Verzahnung dort, wo historische Gebäude saniert werden.

Ein Studium nimmt darauf relativ wenig Rücksicht, denn das Archäologie-Studium ist nach wie vor recht theorielastig. Allerdings sind die meisten Stadt- oder Kreisarchäologien bei der Unteren Denkmalschutzbehörde angesiedelt, die entsprechenden Landesämter für Denkmalpflege haben einen Fachbereich Archäologie. Zudem gibt es ein Aufbaustudium Denkmalpflege (auch wenn das für Architekten mehr Sinn macht). Allerdings muss man auch so ehrlich sein und sagen, daß Stellen in diesen Bereichen relativ selten ausgeschrieben werden, da einfach wenige vorhanden sind.

Natürlich macht man sich, wie unten angedeutet, bei den Bauträgern nicht unbedingt beliebt. Aber das tun auch Naturschutz, Baudenkmalpflege und Kampfmittelräumung nicht, die alle ebenfalls Geld kosten, das der Bauherr nicht unbedingt einsieht. Wo über Jahre hinweg der Denkmalschutz akzeptiert, fällt die Akzeptanz zunehmend leichter, ich selbst musst noch vor 7-8 Jahren deutlich mehr diskutieren als heute.

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"Denkmalschutz" kann man nicht studieren. Wenn man im Denkmalschutz arbeiten will muss man Kunstgeschichte oder Architektur oder Jura studiert haben. Wenn man Archäologie studiert hat kann man nur zur "Bodendenkmalpflege" ( d.h. Archäologie) gehen, nicht zur Baudenkmalpflege.

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Du möchtest dich also unbedingt bei allen Planern unbeliebt machen? :-)

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