Kann man den Konsum eines Grünen Knollenblätterpilzes überleben?

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4 Antworten

Das Gift gelangt wie alle Stoffe, die im Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden, über die Pfortader zuerst zur Leber. Alle Nährstoffe gehen diesen Weg. Die Leber ist die Drüse, die alle Stoffe umwandelt und dann im Blut oder der Galle zum Zielorgan schickt.

Das Gift wird wie viele andere Stoffe in die Leberzellen aufgenommen. Dort hemmt es dann irreversibel bestimmte Prozesse der Eiweißbildung. Enzyme sind Eiweiße, von denen sehr viele in der Leber produziert werden. Sie ermöglichen sämtliche Stoffwechselprozesse. Ohne Enzyme findet quasi kein Stoffwechsel statt.

Ist die Enzymsynthese in der Leber erst mal gehemmt, funktioniert im Körper nichts mehr und der Mensch stirbt.

Solange jedoch noch Enzyme vorhanden sind, gibt es nur unspezifische Symptome. Erst wenn die alten Enzyme verbraucht sind, aber keine neuen mehr nachproduziert werden, kommt die Vergiftung zum Vorschein.

Wenn der Magen sofort entleert wird, bevor Gift aufgenommen wurde, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, kann man nur die Leber komplett durch ein Spenderorgan ersetzen und die Symptome der fehlenden Enzyme so gut wie möglich mit Medikamenten überbrücken.

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Hallo, bei einer erkannten Knollenblätterpilzvergiftung, also wenn sich der Pilz schon im Verdauungstrakt befindet und die Leber schon angegriffen ist, wird normalwerweise Silibinin verabreicht. In diesem Fall gibt man auch nach Beginn der Vergiftung auch weiterhin medizinische Kohle, da das Amanitin über die Leber und die Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase (weiß nicht mehr) wieder in den Darm zurückgeführt wird. Es wird in der Leber nicht abgebaut und so immer wieder in den Kreislauf eingespeist. Erst wenn die Kohle das Amanitin vollständig absorbiert hat, wird die Leber nicht noch weiter geschädigt.

Eine Knollenblätterpilzvergiftung kann überlebbar sein, wenn diese Maßnahmen schnell genug eingeleitet werden, zumindest steigen so die Chancen. Davon liest man i. d. R. nur nicht viel, sondern immer nur von den dramatischen Todesfällen.

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Ein Pilz ist bereits für einen erwachsenen Menschen tödlich. Wenn Vergiftungserscheinungen erkennbar werden, ist es schon zu spät.

"Die ersten Symptome des durch das Amanitin ausgelösten Amatoxin-Syndroms – wie etwa Brechdurchfälle – treten in der Regel erst 8 bis 12 Stunden nach dem Verzehr auf – zu spät, um noch durch Magenauspumpen wirksam eingreifen zu können. Seltener erscheinen Symptome schon nach 2 bis 8 oder erst nach 12 bis 36 Stunden. Sie klingen danach für zwei bis drei Tage wieder ab, um sich dann etwa fünf Tage nach dem Verzehr zu einem kompletten Leberversagen zu entwickeln. Der Tod tritt meist etwa zehn Tage nach dem Verzehr ein. Die einzige mögliche Rettung ist im späten Stadium und bei schwerer Vergiftung eine Lebertransplantation. "

Quelle Wikipedia

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Bei sofortigem Erbrechen, Magenauspumpen... dürfte man ihn wohl überleben. Das Gift muß ja erstmal resorbiert werden.

Aber  dann sollte man ihn doch besser gar nicht erst verzehren (-:, ist praktischer als ihn erst zu essen und sich sofort danach den Magen auspumpen zu lassen.

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