Kann man den Kampf gegen einer tiefen Trauer jemals gewinnen?

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12 Antworten

Das Ziel ist ja nicht - oder sollte nicht sein - den/die geliebte Person zu vergessen.

Die Erinnerungen an meine Lieben sind lebendig und schön. Ich finde, das ist gut und richtig so. Aber es sollte nicht mehr weh tun, nach so vielen Jahren. Denn eigentlich sind sie ja noch immer da.

Hast Du nicht manchmal das Gefühl, dass jemand über Dich wacht, auf Dich aufpasst?

Sieh es nicht ganz so dramatisch und theatralisch, erinnere Dich an die positiven und schönen Seiten. Eigentlich sind sie uns ja nur vorausgegangen.

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Hallo,

ich möchte dir gern meine Geschichte erzählen:

Ich, bzw. wir, haben vor 10 Jahren innerhalb von sechs Monaten zwei unserer vier Kinder verloren. Unser Ältester war 10 und unsere Tochter wäre bald auf die Welt gekommen.

Wie wir die erste Zeit überstanden haben weiß ich nicht, aber ich bin nur noch aufgestanden um meine anderen beiden Kinder zu versorgen. Mehr war es nicht außer ein reines versorgen.

Wir haben jeden Tag gekämpft, jeden Morgen denkst du: es ist noch nicht vorbei, und jeden Abend gehst du ins Bett mit den Gedanken, das jetzt wieder eine dunkle Nacht kommt, aber wenn du Glück hast, man nicht mehr aufwacht...

Irgendwann, ich kann den Zeitpunkt nicht benennen, stand ich auf und dachte: entweder du machst Schluss! oder du machst weiter...und von da an ging es wieder besser.

Das ist jetzt wie gesagt 10 Jahre her, mittlerweile habe ich hunderten Menschen geholfen die in ähnlichen Situationen waren, weil man oft, zumeist!, ohne Hilfe da eben nicht durchkommt.

Und heute kann ich sagen: Ja, ich lebe gerne, und ich bin aus tiefster Seele glücklich, denn wenn es diese schlimmen Erfahrungen nicht gegeben hätte, würden wir nicht unser Leben so führen wie wir es jetzt tun.

Sicher gibt es Tage die weh tun, aber ich kann an meine Kinder denken und von ihnen erzählen, ohne das ich weinen muss....einfach weil sie zu uns, zu unserer Familie, zu unserem Leben dazugehören.

Wenn dich dein Verlust so sehr belastet das es dein Leben einschränkt dann solltest du dir überlegen Hilfe zu holen. Denn dann kannst du vlt. auch irgendwann wieder richtig glücklich sein. :-)

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Der Schmerz verblasst irgendwann... Bei manchen Menschen... Bei andren sicher nie... Da Stimme ich dir zu....

Wenn ich mir z.b.vorstelle, dass man sein Kind verliert... Damit würde ich nie klar kommen...

Manchmal ist es auch nicht immer der Tod, der einem Menschen nimmt.

Die Ungewissheit bis zum eigenen Lebensende...nicht zu wissen was mit einem geliebten Menschen passiert, alles grausig...

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Das Leben muss weiter gehen, und die Zeit heilt alle Wunden (leider etwas abgedroschen, der letzte Satz, dennoch stimmt er). Am Anfang ist der Schmerz natürlich am größten. Am besten nimmt man dann ein Antidepressivum – z.B. hochdosiertes Johanniskraut – und stürzt sich in die Arbeit oder lenkt sich sonst wie ab. Ja das Grübeln und Sinnieren unterlassen! Später lässt dann der Schmerz allmählich nach. Am besten meidet man auch die Stätten, wo man mit dem geliebten Menschen länger verweilt hat, und man muss auf jeden Fall dessen Grabstätte meiden; andernfalls quillt der Schmerz erneut empor. Man muss sich also - d.h. seine Seele – schützen, will man nicht einen seelischen Schaden davontragen oder gar seelisch zugrunde gehen.

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nein, du kannst wenn du eine Person wirklich geliebt hast sie nicht ganz vergessen. es werden immer sogenannte Narben bleiben

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Ja du kannst es überwinden, aber dazu musst du den Schmerz zulassen und brauchst viel zeit zum verarbeiten. Am anfang ist das sehr schwer, aber nach und nach wirst du das schon schaffen.

Du musst nicht sagen es ist ok dass sie tot ist, darüber wirst du wohl immer traurig bleiben, aber irgendwann wirst du es akzeptieren können...

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Trauer ist eine normale menschliche Reaktion auf Verlust.
Sie ist der Preis, den wir zahlen müssen, um Gefühle wie tiefe Liebe empfinden
zu können. Und sie ist begleitet von tiefem Schmerz, einer großen Bedrücktheit, Freudlosigkeit, Mutlosigkeit und depressiven Stimmungen. Wie lange Trauer
dauert...das ist bei jedem unterschiedlich. Wir können nicht von uns erwarten, mal eben schnell ein neues Leben ohne die geliebte Person zu wickeln. Das Leben
kann und darf nicht weitergehen, als wäre nichts geschehen. Trauer muss einen Ort bekommen an dem sie sein darf.

Als ich vor vielen Jahren meinen Sohn verlor, kam ich
anfangs überhaupt nicht klar und letztendlich musste ich mir zeitweise
professionelle Hilfe holen...auch hat mir das Schreiben sehr geholfen. So konnte ich nach außen bringen, was innen zerreißen wollte. Der Trauer einen Ausdruck geben, das halte ich für wichtig. Jeder muss da seinen eigenen Weg
finden...schreiben, malen aber auch das immer wieder darüber sprechen dürfen sind Möglichkeiten.

Der Schmerz der Trauer sollte nicht verdrängt werden,
sonst holt sie uns immer wieder ein...sie muss durchlebt werden...man muss wohl richtige Trauerarbeit leisten, damit die Seele irgendwann wieder gesundet.

Trauer ist ein schwerer und langer Weg...und nein,  die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt uns nur irgendwann damit leben zu können.

Heute lasse ich den traurigen Augenblicken, die immer mal wieder auf mich einstürmen ihren Raum...lasse sie zu, halte sie aus. Ich bin dankbar für die Zeit, die mir mit meinem Sohn geschenkt wurde...und ich
kann wieder - trotz allem - tiefes Glück und Freude empfinden.

Ich wünsche Dir, dass auch Du einen Weg für Dich findest, Du erkennst, dass wir alle endlich sind und letztendlich alle einmal von dieser schönen Erde gehen müssen, der eine eher, der andere später, wenn
unsere Aufgabe hier auf Erden erfüllt scheint.

Herzlichst Sonja

 

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man muss halt damit leben. ob man es will oder nicht.

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Du hast dir die frage oder eher gesagt fragen ja schon selbst beantwortet

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Kommentar von Inahell
10.06.2016, 02:46

Naja ich wollte wissen wie es mit anderen Erfahrungen ist. Zum Beispiel ob es vielleicht jemanden gibt der auch noch nach 30 Jahren oft zu tiefst weinen muss. 

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Wenn man nicht mehr trauert, ist man entweder selber tot oder man hat den/die BetreffendeN vergessen. Beides möchte ich Dir nicht wünschen.

Was ich gerne empfehle: Die Tränen nicht als Kontrollverlust aufzufassen, sondern als etwas, das Dich auch über den Tod mit diesem Menschen verbindet.

Warst Du einmal in einer Trauergruppe? Das könnte helfen.

Wenn die Trauer nach einer so langen Zeit aber immer noch so heftig ist, würde ich auch über eine therapeutische Begleitung nachdenken.

Man soll Trauer nicht einfach pathologisieren. Aber manchmal gibt es schwere Verläufe, bei denen es einfach gut tut, die Trauer auch von einem Therapeuten begleiten zu lassen.

Dir alles Gute!

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Als meine Tochter gestorben war, bin ich zu einem Psychologen gegangen. Ich dachte auch, dass ich die Trauer niemals verkraften würden. 

Aber wie du schon sagst, man muss lernen, damit zu leben. 

Ich vermisse meine Tochter immer wieder. Aber dennoch ist es meine Pflicht, in ihrem Sinne zu leben. 

Mein Psychologe fragte mich damals: Wenn es umgekehrt wäre, wenn Sie gestorben wären. Würden sie wollen, dass Ihre Tochter ewig um Sie trauert? Nein, das hätte ich nicht gewollt. 

Und so konstruierte ich mir eine Fantasie, dass sie jetzt an einem anderen Ort ist. Dass es ihr dort gut geht. Und dass ich sie eines Tages wiedersehen werde. Das spendet mir Trost. 

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Man geht mit der Zeit gelassener damit um. Was mich über jahrzehnte stark belastet ist die Tatsache, daß ich beim Tod meiner Mutter in Urlaub war und ich nicht Abschied nehmen konnte. Es ist jetzt 30 Jahre her und es vergeht kein Tag wo ich nicht an sie denke.

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Kommentar von Inahell
10.06.2016, 02:51

Wow, ich hatte vermutet das es auch noch nach 30 Jahren schmerzt. Das es bei dir nun wirklich so ist beängstigt mich ein wenig. Du sagtest zwar du gehst gelassener damit um, doch wenn du jeden Tag an Sie denkst, dann muss dich das doch auch auf eine Art belasten ?

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