Kann man den Buddhismus und den Hinduismus als Religion ernst nehmen?

17 Antworten

Ich kann nur etwas zum Buddhismus schreiben, weil ich mit dem Hinduismus keine Erfahrungen habe.
Da sind wir auch schon beim Wesentlichen: den Erfahrungen! Vorurteile aufgrund einiger Berichte ohne selbst dabei gewesen zu sein, kann sich jeder schnell über alles Mögliche aneignen. Solche Ausschnitte wie "Wiedergeburt, Charma, heilige Tiere, Statuen anbeten usw. " sind erstens nur Teilaspekte des Ganzen. Und zweitens vergleicht man solche Informationen, die "aus der Ferne" kommen - weil man nicht live dabei gewesen ist - mit dem was man bereits kennt, und bildet sich aufgrund eigener bereits bekannter Dinge eine Meinung über das Neue. Ob aber die bekannten Erfahrungen auf das Neue (Buddhismus, Hinduismus) übertragbar sind, müsste man fairerweise prüfen. Ich glaube, diese Überprüfung hast du noch nicht gemacht.

Ich habe an vielen buddhistischen Kurzveranstaltungen und mehreren mehrtägigen Seminaren teilgenommen, und würde den Sinn des modernen westlichen Buddhismus so beschreiben: Die Zufriedenheit und das Glück des Einzelnen sowie den Frieden in der Welt zu mehren. Oder wie es ein Slogan einer bestimmten buddhistischen Tradition ausdrückt: Friedvoll und glücklich zusammen leben!
Die buddhistische Lehre bietet ernstzunehmende Methoden an, wie das zu erreichen ist.

Eine Gegenfrage zum Anfang: wie intensiv hast du dich bisher mit beiden Religionen beschäftigt? Meinem Eindruck nach nicht sonderlich stark.

Hättest du es nämlich getan, würdest du weder beim Buddhismus noch beim Hinduismus zuerst an "heilige Tiere" und Statuen denken, da beide Religionen um ein Vielfaches tiefgründiger sind. Ich selbst habe mich mit beiden Religionen befasst und finde, dass sie an Komplexität jede abrahamitische Religion (mit denen ich ebenfalls Erfahrung habe) in den Schatten stellen.

Ich mache dir aber im Grunde keinen Vorwurf - die Begriffe, die du im Fragetext nennst, werden am häufigsten im Zusammenhang mit beiden Religionen genannt. Die meisten Menschen im Westen werden so denken wie du.

Wenn dich das Thema wirklich interessiert, solltest du dir ein kleines Buch über die verschiedenen Weltreligionen zulegen. Davon gibt es sehr viele, sie sind günstig, oft mit hübschen Bildern und praktischen Tabellen ausgeschmückt und vermitteln einen ganz soliden Einstieg ins Thema. Dann wirst du sehr schnell merken, dass insbesondere der Hinduismus vollkommen anders ist, als er hierzulande oft wahrgenommen wird.

Der Buddhismus ist keine klassische Offenbarungsreligion sondern orientiert sich an philosophisch-logischen Überlegungen, daher würde ich es auch eher als Lebensphilosophie anstatt als wirkliche Religion ansehen und empfinde sie als nicht falsch. 🤔

Über den Buddhismus muss ich bald referieren und für mich als Atheistin ist das da alles komplett unlogisch. Ich glaube an nichts, deshalb sind die Religionen generell für mich nicht logisch.

Aber wenn es Leute gibt, die daran glauben, finde ich es nicht schlimm und toleriere sie trotzdem in der Gesellschaft.

Atheisten glauben aktiv an die Abwesenheit eines Gottes, demnach glauben Atheisten. Denn bewiesen kann weder die Existenz noch die Abwesenheit eines Gottes.

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@phiLue

Da hast du Recht, da habe ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt. 😅

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@nerdygirl06

Da freut man sich einmal auf eine vom Sinn befreite Diskussion und dann wird einem Recht gegeben. 🤣

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Als Atheistin solltest du mit dem Buddhismus eigentlich keine großen Probleme haben, denn viele Buddhisten sind selbst atheistisch. Insbesondere außerhalb Asiens.

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@Indecisive

Ich meinte Hinduismus. Ich war nicht ganz aufmerksam, als ich die Antwort geschrieben habe. 😂😅

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@nerdygirl06

Okay, soll vorkommen^^

Ich könnte mir aber vorstellen, dass auch der Hinduismus für manche Atheisten nicht uninteressant ist. Da geht es um viel mehr als nur um viele bunte Götter und heilige Kühe :)

Bei deinem Refarat wünsch ich dir jedenfalls viel Glück!

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Also immerhin besser als zum Beispiel das Christentum.
Vor allem der Buddhismus fordert doch zum Nachdenken und Hinterfragen auf. Es hat mehr mit Philosophie zu tun, als die meisten Religionen. Das ist also alles andere als eine vorgefertigte Religion, die blind auf etwas vertraut. (Nun natürlich gibt es auch da extreme Auslegungen und Auslebungen, aber so ist das wohl überall.)
Tiere und die Natur zu verehren und ihnen dadurch auch nichts Böses anzutun ist doch eigentlich sehr schön. (Da hilft auch teilweise der Glaube an Reinkarnation.)
Außerdem könnte man sagen, das mit der Reinkarnation stimmt auch auf gewisse Weise: nachdem wir sterben werden wir zu Erde oder/und von Tieren aufgegessen. Pflanzen dringen in diese Erde ein und saugen Nährstoffe aus dem Boden. Tiere essen diese Pflanzen (und die Tiere, die uns gegessen haben) und so weiter.
Karma hat ja auch mit Ursache und Wirkung zu tun. Und wer sich gegenüber anderen nur schlecht verhält, dem wird wohl auch nicht gerne geholfen werden. (Hat in der Auslegung jetzt natürlich nichts mit Reinkarnation zu tun.)
Also ich finde diese Religionen (insbesondere den Buddhismus weitaus sympathischer als alle anderen Religionen, die mir gerade so einfallen. Müsste ich eine Religion wählen, wäre es definitiv der Buddhismus.

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