Kann man den Buddhismus und den Hinduismus als Religion ernst nehmen?

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Servus Du,

nun weiss ich nicht wie tief Du die von Dir angesprochenen Religionen kennst. Aber scheinbar gut genug um Dir Dein Urteil lächerlich zu bilden. Denke ja doch nicht das Du so oberflächlich bist und aus NichtWissen andere Religionen lächerlich findest. Das wäre ja dann echt Dummheit. Und das unterstelle ich per se keinem.

Für meinen Teil: kenne ich diese Religionen gar nicht. Insoweit weiss ich das es sie gibt. Sie schaden mir auch nicht. Und wenn das einen anderen glücklich macht: Gerne. Dann freut mich das für denjenigen.

Selber bin ich mir meiner Religion echt glücklich und zufrieden.

Und bei anderen: halte ich es mit Liberalitas Bavariae...Leben und Leben lasse.

Sali Fabienne

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Also immerhin besser als zum Beispiel das Christentum.
Vor allem der Buddhismus fordert doch zum Nachdenken und Hinterfragen auf. Es hat mehr mit Philosophie zu tun, als die meisten Religionen. Das ist also alles andere als eine vorgefertigte Religion, die blind auf etwas vertraut. (Nun natürlich gibt es auch da extreme Auslegungen und Auslebungen, aber so ist das wohl überall.)
Tiere und die Natur zu verehren und ihnen dadurch auch nichts Böses anzutun ist doch eigentlich sehr schön. (Da hilft auch teilweise der Glaube an Reinkarnation.)
Außerdem könnte man sagen, das mit der Reinkarnation stimmt auch auf gewisse Weise: nachdem wir sterben werden wir zu Erde oder/und von Tieren aufgegessen. Pflanzen dringen in diese Erde ein und saugen Nährstoffe aus dem Boden. Tiere essen diese Pflanzen (und die Tiere, die uns gegessen haben) und so weiter.
Karma hat ja auch mit Ursache und Wirkung zu tun. Und wer sich gegenüber anderen nur schlecht verhält, dem wird wohl auch nicht gerne geholfen werden. (Hat in der Auslegung jetzt natürlich nichts mit Reinkarnation zu tun.)
Also ich finde diese Religionen (insbesondere den Buddhismus weitaus sympathischer als alle anderen Religionen, die mir gerade so einfallen. Müsste ich eine Religion wählen, wäre es definitiv der Buddhismus.

Im Buddhismus gibt es eine Lehre, die man selber erarbeiten und verstehen kann, und wo man selber an sich arbeiten kann. Im Gegensatz zum katholischen Glauben gibt es nicht so viel esoterischen Schnickschnack.

Der Buddhismus verträgt sich wesentlich besser mit anderen Religionen, da er nie einen Anspruch hatte, alleine gültig zu sein. Er bietet eine Lehre an.

Der katholische Glaube bietet keine Lehre an, sondern baut stark drauf, alleine selig machend zu sein. Und wer nicht dran glaubt, ist halt verloren und hat Pech gehabt. Aus deren Sicht. Aus katholischer Sicht ist das Wahrheit, keine Lehre.

Eine Gegenfrage zum Anfang: wie intensiv hast du dich bisher mit beiden Religionen beschäftigt? Meinem Eindruck nach nicht sonderlich stark.

Hättest du es nämlich getan, würdest du weder beim Buddhismus noch beim Hinduismus zuerst an "heilige Tiere" und Statuen denken, da beide Religionen um ein Vielfaches tiefgründiger sind. Ich selbst habe mich mit beiden Religionen befasst und finde, dass sie an Komplexität jede abrahamitische Religion (mit denen ich ebenfalls Erfahrung habe) in den Schatten stellen.

Ich mache dir aber im Grunde keinen Vorwurf - die Begriffe, die du im Fragetext nennst, werden am häufigsten im Zusammenhang mit beiden Religionen genannt. Die meisten Menschen im Westen werden so denken wie du.

Wenn dich das Thema wirklich interessiert, solltest du dir ein kleines Buch über die verschiedenen Weltreligionen zulegen. Davon gibt es sehr viele, sie sind günstig, oft mit hübschen Bildern und praktischen Tabellen ausgeschmückt und vermitteln einen ganz soliden Einstieg ins Thema. Dann wirst du sehr schnell merken, dass insbesondere der Hinduismus vollkommen anders ist, als er hierzulande oft wahrgenommen wird.

Ich kann nur etwas zum Buddhismus schreiben, weil ich mit dem Hinduismus keine Erfahrungen habe.
Da sind wir auch schon beim Wesentlichen: den Erfahrungen! Vorurteile aufgrund einiger Berichte ohne selbst dabei gewesen zu sein, kann sich jeder schnell über alles Mögliche aneignen. Solche Ausschnitte wie "Wiedergeburt, Charma, heilige Tiere, Statuen anbeten usw. " sind erstens nur Teilaspekte des Ganzen. Und zweitens vergleicht man solche Informationen, die "aus der Ferne" kommen - weil man nicht live dabei gewesen ist - mit dem was man bereits kennt, und bildet sich aufgrund eigener bereits bekannter Dinge eine Meinung über das Neue. Ob aber die bekannten Erfahrungen auf das Neue (Buddhismus, Hinduismus) übertragbar sind, müsste man fairerweise prüfen. Ich glaube, diese Überprüfung hast du noch nicht gemacht.

Ich habe an vielen buddhistischen Kurzveranstaltungen und mehreren mehrtägigen Seminaren teilgenommen, und würde den Sinn des modernen westlichen Buddhismus so beschreiben: Die Zufriedenheit und das Glück des Einzelnen sowie den Frieden in der Welt zu mehren. Oder wie es ein Slogan einer bestimmten buddhistischen Tradition ausdrückt: Friedvoll und glücklich zusammen leben!
Die buddhistische Lehre bietet ernstzunehmende Methoden an, wie das zu erreichen ist.

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