Kann man davon leben (Haupterwerb in der Landwirtschaft für ein Ehepaar (35)?

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5 Antworten

Nun ja, wenn ihr scharf drauf seid, immer auf Abruf zu sein (Kuh kalbt, Kuh verdreht sich den Magen, Kuh tritt sich auf´s Euter etc), 80 Stunden + pro Woche zu buckeln und ich meine richtig arbeiten, keine Kosten und Mühen scheut, keine Wochenenden mehr haben wollt (Kühe und Tiere allgem. kennen keine Feiertage) dann solltet ihr das unbedingt machen ;-)

Wir hatten ebenfalls Milchühe, Bullen, Färsen, Absetzer u. Fresser, ebenso Sauen, Enten, Hühner und Gänse (alles im größeren Stil) und sind froh, das nicht mehr machen zu müssen.

Die Milchpreise sind im Keller, Kontingente gibts keine mehr. Schweinefleisch ist das billigste Fleisch, was derzeit auf dem Markt ist, muss also extremst billig und dann in Masse fabriziert werden, um am Markt mitzuhalten. Hühner und alles Geflügel rentiert sich auch nicht wirklich, sofern man nicht Ställe baut die mehre tausend Tiere beherrbergen.

Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe ;-) Wer hier nicht selbst anpackt, sondern einen fertig studierten Agraringenieur anstellt oder einen landw. Meister, finanziert zwar diesem ein tolles Gehalt, selbst reicht´s aber dann hinten und vorne nicht mehr, Urlaub fällt so und anders weg.

Kommen wir mal zu ein paar anderen Punkten, die relevant wären:

  • hat von euch beiden jemand eine landwirtschaftliche Ausbildung?
  • kann zumindest einer von euch mit der Landtechnik (Schlepper und div Anbaumaschinen) umgehen? Wer sich mit der Hand das Kreuz lahm arbeitet, verliert extrem schnell die Freude bei der Sache
  • Seid ihr nicht zu sensibel? Ist nicht immer alles so romantisch auf´m Bauernhof, da stirbt auch mal ein Kalb oder eine Kuh muss geschossen werden. Packt ihr das?
  • Könnt ihr eure Tiere selbst versorgen mit Land und Feldfrüchten oder müsst ihr zukaufen?
  • Könnt ihr für die gewünschte Tierzahl auch genug Land kaufen oder zumindest pachten?
  • Wie wollt ihr es regeln, wenn einer "nicht mehr mag" und von heute auf morgen geht? Ich wünsche euch das nicht, aber wer schreibt, der bleibt. Denn Schönheit vergeht, aber Hektar besteht.


Ich persönlich würde euch unbedingt raten, euch vorher gut beraten zu lassen und zwar am besten bei eurem zuständigen Amt für Landwirtschaft und Forsten, die bieten auch teils Kurse an, um einige Fähigkeiten, Wissen und Fachkenntnisse zu erlernen, ohne die man schier aufgeschmissen ist, denn ein Meister wird die erste Zeit nicht drin sein, ebenso wenig wie Urlaub.

Bei Fragen gerne melden.

Wir haben selber Schweine und um davon leben zu können muss man zu diesen Zeiten und zu diesen Preisen etwa knapp 700 stück schon haben, sonst kann man das eher hobby nennen, da Schweinefleisch so wenig wert ist, das sich das fast nicht lohnt. 

Bei Kühen ist es das selbe, Kühe sind zurzeit ein schlechtes Geschäft und auch mit 50 Kühen ist der aufwand höher als am ende der Gewinn und man sollte dann noch Verträge zum verkauf der Milch abschließen, sonst bekommt nur etwa 18 cent pro Liter und das ist dann ein Verlustgeschäft.

Bei Hühnern usw. weiss ich das nicht 

Um Freizeit zu haben würde vielleicht schon einer oder zwei Leute reichen, zumindest wenn du die Tiere nicht gerade alle mit der Hand füttern willst.  Am ende könnte es tatsächlich auch für ein Gewinn reichen, auch wenn der Aufwand sehr hoch sein wird, man muss auch beachten das man erstmal nur kosten für Futter hat und es dauert bis man Geld verdient. 

Das ist so meine Meinung, wenn man Spaß an der Landwirtschaft hat, ist die Arbeit auch nicht schlimm. Man sollte aber immer überlegen, das man am Ende davon aber noch leben muss und zu diesen Zeiten ist es nicht so leicht Landwirtschaft zu betreiben. 

 

Mit soviel Geld kann man schon auswandern und sich ein Larifari Leben erlauben. Im Ernst: Ich finde Landwirt ist ein harter Beruf,ich selber habe auch einen naturbezogenen Beruf,mit der Natur und den Tieren arbeiten ist schon was schönes.....aber Freizeit und ob das Geld reicht...schwer zu sagen...schon mal beim Finanzberater oder diese die sich um selbstständige kümmern bzw werden wollen? Komme gerade nicht auf diesen Beruf....

dani12062002 17.01.2017, 19:26

Wie viele Wochenstunden hat denn ein Landwirt?

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PatchrinT 17.01.2017, 19:31
@PatchrinT

vielleicht solltest du dich einfach bei einer Landwirtschaft in deiner Nähe erkundigen,es wird dich keiner schief anschauen deswegen

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Also ohne größeres wissen meiner seits würde ich sagen das das funktionieren könnte, die Konkurrenz (massenbetriebe etc) allerdings extrem groß ist und das Angebot sehr vielfältig. Also die preise sind auch nicht sooo hoch für Fleisch und so glaub ich.

Ist jetzt nur meine nicht-experten Meinung

Hoffe konnte trotzdem helfen

Mfg. Eritsch

dani12062002 17.01.2017, 19:22

Vielen Dank für deine Antwort

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Es bestehen ziemliche Zweifel, ob die Frage ernst gemeint ist.

Wenn Du eine Althofstelle kaufst, ist sehr zweifelhaft, ob Du die massig nötige Fläche (hier ca. 50 ha) kurzfristig auch bekommst.

Weiterhin macht keiner aus dem Start den von Dir genannten Produktionsumfang ohne solide landw. Fachkenntnisse. Du scheinst ja keinerlei landw. Ausbildung zu haben.

Deine Frage nach Personal, um Freizeit zu haben, zeigt wie weit Du weg bist von der Wirklichkeit. Fremdarbeitskräfte wirst Du in der Aufbauphase gar nicht bezahlen können. Dazu müßte der Betrieb sehr gut eingefahren ein und schon bei 80 Kühen, 100 ha sein.

Was schon ein anderer sagte, ist der bessere Weg: Wandere lieber aus mit dem schönen Geld, in Deutschland geht alles kaputt.

Wenn ihr trotzdem unbedingt Landwirte in Deutschland werden wollt, bietet sich sehr an, das nicht selbstständig zu probieren. Evtl. läßt sich ein Modell finden, wo ihr Euch an einen existierenden Landwirt "anlehnen" könnt (evtl. GBR gründen...)

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