Kann man Christ sein, ohne an die Hölle zu glauben?

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Du müsstest die Frage präzisieren:

Kann man als Christ an einen liebenden Gott glauben, der Menschen, die sich verfehlt haben, mit ewiger Qual bestraft? - Wohl kaum.

Gibt es eine Hölle, die sich ein Mensch selbst bereitet? - O ja!

Ich kenne den einen oder anderen, der sich selbst zu Lebzeiten sein Leben zur Hölle macht: Hass, Gier, Sucht, ...

Ein Mensch kann einem anderen nur zeitlich begrenzt das Leben zur Hölle machen, aber sich selbst kann man es auch unendlich: Wenn man vor Gott seinen freien Willen ausübt, um sich endgültig von ihm loszusagen, vernichtet man sich selbst und erfährt den endgültigen Tod. Diese "Hölle" ist dann allerdings ohne Empfindung.

Wer an die Hölle glaubt, kann kein echter Christ sein, da diese Lehre unbiblisch ist.

"Hölle" bedeutet nichts anderes, als "Scheol" oder "Hades" — nämlich "Grab".

Was ist gemäß der Bibel die Strafe für Sünde?

Röm. 6:23: „Der Lohn, den die Sünde zahlt, ist der Tod.“

Wird man auch nach dem Tod noch für seine Sünden bestraft?

Röm. 6:7: „Wer gestorben ist, ist von seiner Sünde freigesprochen.“

Läßt sich eine ewige Qual für die Bösen mit Gottes Persönlichkeit vereinbaren?

Jer. 7:31: „Sie [abtrünnige Bewohner Judas] haben die Höhen des Tophet gebaut, das im Tal des Sohnes Hinnoms ist, um ihre Söhne und ihre Töchter im Feuer zu verbrennen, etwas, was ich nicht geboten hatte und was in meinem Herzen nicht aufgekommen war.“

Wenn soetwas nie im Herzen Gottes aufgekommen ist, wieviel weniger ist dann anzunehmen, daß er so etwas in noch größerem Umfang tun würde.

Würden Eltern ihr ungehorsames Kind bestrafen, indem sie es quälen? 

‘Gott ist Liebe’ (1. Joh. 4:8). Würde er etwas tun, was gute menschl. Eltern nie tun würden?

Es stimmt; einige Übersetzungen sprechen von einem "höllischen Feuer", und daß Menschen "in die Hölle, in das ewige Feuer", fahren (Matthäus 5:22; Markus 9:43). 

Insgesamt gibt es in den Christl. Griech. Schriften 12 Verse, in denen z. B. Luther das griech. Wort Gehenna mit "Hölle" oder "höllisches Feuer" übersetzt. 

Ist die Gehenna wirklich ein Ort feuriger Qual, während der Hades lediglich das Grab bezeichnet?

Das hebr. Wort "Scheol" und das griech. Wort "Hades" bezeichnen eindeutig das Grab. 

In den Hebr. Schriften ist die Gehenna das "Tal Hinnom". Hinnom war der Name eines Tales vor den Mauern Jerusalems, wo die Israeliten ihre Kinder im Feuer opferten. 

Später ließ der gute König Josia das Tal für diesen schrecklichen Brauch ungeeignet machen (2. Kö. 23:10). Es wurde zu einer gewaltigen Mülldeponie.

Als Jesus auf der Erde lebte, war die Gehenna somit der Müllabladeplatz Jerusalems. Durch die Hinzufügung von Schwefel unterhielt man dort Feuer, um den Abfall zu verbrennen. 

In dem Werk Smith's Dictionary of the Bible, Band 1 lesen wir: "Es wurde der allgemeine Müllabladeplatz der Stadt, ein Ort, wohin man die Leichen von Verbrechern und Tieren sowie jederlei Unrat warf." Lebende Geschöpfe wurden dort jedoch nicht hineingeworfen.

Die Bewohner Jerusalems verstanden somit, was Jesus meinte, als er den bösartigen geistlichen Führern sagte: "Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?" (Mat. 23:33). 

Jesus meinte nicht, daß diese geistlichen Führer gequält würden. 

Denke daran, daß Gott, als die Israeliten ihre Kinder in jenem Tal lebendig im Feuer verbrannten, sagte, so etwas Schreckliches sei nie in seinem Herzen aufgekommen! 

Jesus benutzte die Gehenna somit als ein passendes Sinnbild für vollständige und ewige Vernichtung. Er meinte, daß jene bösartigen geistl. Führer einer Auferstehung nicht würdig waren. 

Seine Zuhörer konnten verstehen, daß diejenigen, die in die Gehenna kämen, ähnlich wie Abfall für immer vernichtet würden.

Was ist denn der "Feuersee", der in der Offb. erwähnt wird?

Er hat eine ähnliche Bedeutung wie die Gehenna. 

Er bedeutet nicht Qual bei Bewußtsein, sondern ewigen Tod oder Vernichtung. 

Beachte, wie dies die Bibel selbst sagt gemäß Offb. 20:14: "Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geschleudert. Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee" — den Tod, aus dem es keine Auferstehung gibt. 

Dieser Feuersee ist symbolisch, denn Tod und Hölle (Hades) werden dort hineingeworfen. Tod und Hölle können nicht buchstäblich verbrannt werden. Sie können und werden jedoch beseitigt oder vernichtet werden.

Die Bibel sagt aber, der Teufel werde für immer im Feuersee gequält werden", mag jemand einwenden (Offb. 20:10). 

Was bedeutet das? Als Jesus auf der Erde lebte, wurden Gefängniswärter manchmal "Peiniger" genannt. 

Jesus sagte in einem Gleichnis über einen Mann: "Und sein Herr ward zornig und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlt hätte alles, was er ihm schuldig war" (Mat. 18:34, Luther). 

Da diejenigen, die in den "Feuersee" geworfen werden, in den "zweiten Tod" gehen, aus dem es keine Auferstehung gibt, werden sie sozusagen für immer im Tod gefangen gehalten. 

Sie bleiben wie unter der Aufsicht von Gefängniswärtern für ewig Tot. 

Die Bösen werden nicht buchstäblich gepeinigt, denn wie wir gesehen haben, ist ein Verstorbener völlig aus dem Dasein geschieden. Er hat kein Bewusstsein mehr.

Die Begebenheit, wo Lazarus und ein reicher Mann ihre Plätze tauschen, ist lediglich eine Metapher, um zu veranschaulichen, dass eine zuvor geachtete Geistlichenklasse geistig arm sein — und eine zuvor unterpriviligierte Gesellschaft plötzlich geistig reich sein wird.

Hallo :-)

Frage :-) Ich habe das auch so verstanden wie Du das erklärst , habe mich damit auch auseinander gesetzt. Dennoch ich frage Dich :-)

Die Bewohner Jerusalems verstanden somit, was Jesus meinte, als er den bösartigen geistlichen Führern sagte: "Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?" (Mat. 23:33). 

Jesus meinte nicht, daß diese geistlichen Führer gequält würden. 

In den Hebr. Schriften ist die Gehenna das "Tal Hinnom". Hinnom war der Name eines Tales vor den Mauern Jerusalems, wo die Israeliten ihre Kinder im Feuer opferten. 

von welchem Gericht dort spricht Jesus ?

"Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?" (Mat. 23:33). 

liebe Grüße Dir

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@Sternfunzel

Zu wem sagte Jesus diese Worte aus Mat. 23:33? Richtig: zu den Schriftgelehrten und Pharisäern — Menschen, die den Christus bewusst ablehnten.

Was erwartet solche Menschen? Ewige Vernichtung! Also ist der Ausdruck „Gericht der Gehenna“ ein symbolischer Ausdruck für ewige Vernichtung.

Jesus gab zu verstehen, daß diese Personen, wenn sie nicht vor ihrem Tod zu Gott umkehrten, ein endgültiges Strafurteil über sich bringen würden. In diesem Fall würden sie nichtmal eine Auferstehung bekommen.

In die Gehenna wurden keine lebenden Personen geworfen, sondern immer „nur“ Leichen. Deswegen ist „Gehenna“ kein Symbol für ewige Qual, sondern für ewigen Tod. Feuer beseitigt endgültig und gründlich — für ewig.

Es wurden dorthinein nur Leichen von Menschen geworfen, die man eines Begräbnisses in einer „Gedächtnisgruft“ (normales Grab damals) für unwürdig hielt, da man meinte, diese Menschen würden nicht mehr im „Gedächtnis“ Gottes auf eine Auferstehung „warten“.

Deshalb nutze Jesus diesen Ausdruck „Gericht der Gehenna“ als Symbol der ewigen Vernichtung für die, die sich aktiv der Gottesherrschaft widersetzen.

Damit ist nicht gesagt, dass Verbrecher keine Auferstehungs-Chance hätten. Sonst hätte Jesus bei seiner Hinrichtung dem Übeltäter neben ihm nicht eine Auferstehung in Aussicht gestellt (Luk. 23:43).

Dieser Verbrecher hatte lediglich nie eine Chance, sich für Gott zu entscheiden. Diese zweite Chance bekommt er in der Auferstehung, denn es werden auch „Ungerechte“ auferweckt (Apg. 24:15). Das sind Menschen, die bis zu ihrem Tod nie die Möglichkeit hatten, Gott kennenzulernen.

Liebe Grüsse ...

3

Klar kannst du das. Ich glaube auch nicht an eine Hölle. Die Zeugen Jehovas glauben auch nicht daran (ich selber bin aber kein ZJ, ich erwähne das nur).

Die Höllenvorstellung der katholischen Kirche ist geprägt durch:

  • die Kirchenväter (z.B. Augustinus)
  • germanische Vorstellungen (dazu könnte ich recht viel schreiben), schon das Wort "Hölle" ist germanischen, und nicht biblischen Ursprungs (da steht was von Gehenna, es gibt auch andere Begriffe)
  • mittelalterliche Vorstellungen
  • Künstler wie Dante Alighieri (der schrieb die "divina commedia") oder wie z.B. Hieronymus Bosch [und viele andere mehr]
  • eine "Bestrafungstheologie"

Man kann sehr eng am biblischen Text bleiben, ohne die katholischen Interpretationen.

Die Germanen kannten keine "Flammenhölle", entweder kam man zu Odin nach Walhall (wenn man ehrenhaft im Kampf gefallen war), oder eben nicht. Dann kam man zur Hél (daher "hell" (englisch) oder "Hölle"), da gab es aber keine Flammen, das war einfach ein verlassener Ort (selbst Göttersohn Baldur kam dorthin; dies war also keine "Bestrafung", sondern nur der Ort, wo man eben hinkam, wenn man keinen Einlass zu Odin fand).

Diese Vorstellung änderte sich erst mit der Christianisierung.

Nun mischten sich die Gedankenwelten. Werke wie z.B. "Muspilli" (870 n.Chr.) zeigen sehr schön die Vermischung von christlichem und altem germanischen Gedankengut. Und auf so einer Vermischung baute dann das Mittelalter auf, das ohnehin sehr "bestrafungsaffin" war.

Künstler griffen diese Bestrafungsideen auf.

Noch im 19.Jahrhundert übte die Hölle eine geradezu magische Wirkung auf manche Künstler aus. Berlioz malt in der "Symphonie fantastique" seine eigene Hinrichtung. Danach ist er in einem "Hexensabbat". In "la damnation de Faust" (eine Faust-Vertonung) malt er die Hölle + Mephisto sehr eindrucksvoll (der Himmel wirkt dagegen musikalisch sehr lau). In seiner Totenmesse ist das "Lacrimosa" musikalisch großartig. Ebenso das "Confutatis" von Mozart im Requiem. Ebenso das "Dies irae" von Verdi in seinem Requiem. Es scheint fast so, als ob gerade diese Höllenvorstellung die größten musikalischen Talente freigesetzt hätte.

Das ist alles musikalisch faszinierend, und dennoch manchmal geradezu masochistisch.

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