Kann man belangt werden, wenn man bei der Ersten Hilfe etwas verkehrt macht, beispielsweise weil man selbst gerade nervös ist?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nach § 323c StGB kannst du bestraft werden, wenn du in einer Situation, in der deine Hilfe erforderlich ist, um erhebliche Gefahr für einen anderen Menschen abzuwenden, das zumutbare Maß an Hilfe unterlässt.

https://dejure.org/gesetze/StGB/323c.html

Was genau "zumutbar" ist, hängt vom Einzelfall ab. Sowohl die äußeren Umstände als auch deine persönlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten werden hier einbezogen.

Unterm Strich musst du IMMER einen Notruf absetzen, wenn du erkennst, dass jemand vermutlich dringend Hilfe braucht.

Die weitere Hilfe hängt davon ab, ob für dich eine Gefahr besteht, wenn du aktiv eingreifst. Das können andere Autos an einer ungesicherten Unfallstelle sein, Stromleitungen bei einem Zugunglück, Feuer, Angst vor Gewalt in einer einsamen Gegend und vieles mehr.

Als Ersthelfer bist du nicht ausreichend ausgebildet, um in jeder Situation medizinisch korrekt zu handeln. Außerdem hast du nicht die notwendige Übung, um trotz Nervösität in allen Situationen strukturiert handeln zu können.

Dies berücksichtigt der Gesetzgeber in Deutschland. Man kann Menschen nicht zur Hilfe motivieren, wenn man gleichzeitig droht, sie für einen Fehler zu bestrafen.

Daher kannst du für KEINEN Fehler in der ersten Hilfe bestraft werden, solange du ihn nicht mutwillig begehst, um jemandem zu schaden.

Du bist allerdings nicht unbedingt abgesichert, wenn du jemandem ein Medikament verabreichst, weil du denkst, dass es ihm helfen könnte. Das kann ganz böse ins Auge gehen.

Wenn du aber jemanden beispielsweise reanimierst, weil du glaubst, er atme nicht, und es stellt sich heraus, dass er nur sehr tief bewusstlos war, kann dir überhaupt nichts passieren. Abgesehen davon, dass du einem Menschen damit in der Regel nicht schadest. Außer, dass du ihm möglicherweise einigen Rippen brichst, was nicht so schlimm ist.

Tip:

Mach einen Erste-Hilfe-Kurs, dann solltest du anschließend die wichtigen vier oder fünf Faustregeln kennen, die locker für die 10 Minuten Hilfe ausreichen, bis das erste Einsatzfahrzeug da ist.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Ich brauche hier nicht die Antworten von SaniOnTheRoad und Maxxismo wiederholen, die sind richtig.

Solange du die Situation für dich als Notfall erkannt hast und nach deinem Kenntnisstand und deiner momentanen Situation sinnvoll Hilfe geleistet hast, kann dir niemand was. Weder, wenn du bei der Hilfeleistung etwas falsch gemacht hast, noch wenn du die Situation nur als Notfall missverstanden hast.

Dass Notrufe absgesetzt werden, weil Situationen missverstanden wurden, passiert tagtäglich. Dann rücken die Einsatzkräfte wieder ab und alle sind froh dass nichts Schlimmes war.

Und dass Leute versucht haben, ihre Helfer aufgrund einer missglückten Hilfeleistung wegen Körperverletzung anzuklagen, gabs auch schon... und hatte noch nie Erfolg.

Die durchschnittliche Hilfsbereitschaft ist in Deutschland ohnehin schon katastrophal schlecht. Was glaubst du, was da passieren würde, würde man Hilfswillige auch noch zur Rechenschaft ziehen?

Hi,

Dabei kam die Frage auf, ob man, wenn man Erste Hilfe leistet, später dafür belangt werden wird, wenn man, etwa aus Nervösität, einen Fehler macht?

Die Antwort hierfür ist ein eindeutiges nein - ein Ersthelfer kann weder strafrechtlich noch zivilrechtlich belangt werden. Einzige Ausnahme: es wird bewusst falsch gehandelt.

Es wird von einem Ersthelfer lediglich Hilfe nach seinem Fähigkeiten, Kenntnisstand und entsprechnend der Zumutbarkeit in der Situation verlangt. Das ist zumindest das Absetzen des Notrufs.

Müsste man in dem Fall mit rechtlichen Schritten rechnen?

Bei Hilfeleistung musst Du nicht mit rechtlichen Schritten rechnen (hier würde es wohl nicht einmal zu einem Verfahren kommen) - bei unterlassener Hilfeleistung (§ 323c StGB) sind dir rechtliche Konsequenzen hingegen sicher.

Nebenbei: wenn man merkt, dass man unsicher ist, ist es meist an der Zeit, doch mal wieder einen Tag und 35 € für einen Erste-Hilfe-Kurs zu investieren. Meines Erachtens eine mehr als sinnvolle Investition.

LG

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Erste Hilfe im Ausland leisten - und wie - wieder mal?

Wiedermal - die Aussagen einiger im medizinischen Bereich in Nordeuropa.

Sollte man den Notruf 112 wählen und dann nachschauen ob er atmet oder vorher schauen ob er atmet z.B. wenn man alleine ist.

Die Empfehlungen scheinen sehr unterschiedlich zu sein.

Außerdem scheint es große Unstimmigkeiten zwischen 112 Alarm, der Feuerwehr, Hilfsorganisationen und der Rettung/Ambulans zu geben.

Erste Hilfe Kurse für Autofahrer sind nicht verpflichtend und es ist nicht verpflichtend Erste Hilfe zu leisten.

Das Problem war z.B. dass die Feuerwehr die Leute von der Notrufnummer über 6 Jahre "tyrannisiert" hat und die von der Notrufnummer nicht die notwendige Einsatzstärke rausschicken konnten. Außerdem bekam man die Antwort "dass die Männer jetzt schlafen müssen".

Auch mit der Ambulans gab es Ärger. Oft konnte man keine Ambulans z.B. zu einem Schlaganfall schicken weil alle Fahrzeuge im Einsatz waren.

In einem Fall ist auch nach 3 Anrufen die Rettung/Ambulans nicht eingetroffen. Die Polizei soll dann die Krankenschwestern 2 km von Einsatzort schlafend im Fahrzeug angetroffen haben. Sie haben anscheinend den Alarm nicht gehört.

Notärzte gibt es praktisch keine und Rettungshubschrauber sind Mangelware.

Die Feuerwehr geht jetzt mit getrennten Empfehlungen an die Bevölkerung raus und fordert die Bevölkerung auf definitiv vorher abzuklären ob Hilfe benötigt wird oder nicht.

Als Ersthelfer bist du nicht für Schäden versichert. Gesetz gibt es keines.

Was tun? Wie sich im Streit zwischen den Organisationen verhalten?

Es gibt tatsächlich Belege für diese Probleme:

https://www.expressen.se/kvallsposten/sos-operatorer-skramda-av-befal-skickade-inte-hjalp/

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