kann man beim Meditieren auch liegen oder muss man so eine komische Sitzposition haben?

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5 Antworten

Ich bin Buddhist und habe ein paar Jahre Meditationserfahrung, daher möchte ich gerne versuchen, dir bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen.

Meditation

Grundsätzlich ist Meditation nicht von einer bestimmten Haltung abhängig, den Meditation selbst ist keine isolierte Technik.

Meditation ist für mich ein Zustand entspannter Achtsamkeit, weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Die verschiedenen Techniken, die gelehrt werden, sind letztlich nur unterschiedliche Ansätze, um diese meditative Erfahrung zu machen.

Tatsächlich beeinflussen sich aber Geist und Körper gegenseitig und so hat eine gute körperliche Haltung auch eine positive Auswirkung auf den Geist.

Die verschiedenen Sitzpositionen werden bereits seit langer Zeit geübt, weil sie sich als besonders sinnvoll bei langer Meditation erwiesen haben.

Es geht also nicht darum, irgendwelche asiatischen Gebräuche nachzuahmen, sondern es gibt praktische Gründe die dafür sprechen.

Sitzhaltung

Beim Sitzen im Lotossitz, halben Lotossitz oder der burmesischen Sitzhaltung bilden die Knie ein stabiles Fundament für den übrigen Körper.

Kopf und Rumpf können aufrecht ausgerichtet werden, dass sie entspannt aufeinander ruhen. So kann man langfristig konzentriert und entspannt sitzen.

Dabei sollte man ein Meditationskissen, einen Stapel Handtücher, oder eine fest zusammengelegte Decke als Sitzunterlage nutzen.

So kann das Becken natürlich nach vorne Kippen, das Gewicht auf beide Knie verteilt und eine entspannte, aufrechte Haltung bewahrt werden.

Natürlich kann man aber auch auf einem Stuhl meditieren, etwa wenn man bereits medizinische Probleme mit den Knien hat.

Liegen

Meditation im Liegen scheint verlockend, hat aber meiner Meinung nach auch einige Nachteile, die dagegen sprechen.

Vor allem ist Liegen eine sehr bequeme Position, die zu Schläfrigkeit verleitet - und Halbschlaf, oder Trance ist nicht Ziel der Meditation.

Es fällt auch nicht jedem leicht, in Rückenlage zu atmen und so fühlt sich mancher selbst mit Nackenkissen und Knierolle körperlich unwohl.

Liegen ist keine Haltung, die man während des Alltags einnimmt. daher kann man die meditative Praxis schlechter in den täglichen Ablauf integrieren.

Übt man Meditation im Sitzen, fällt es leichter, auch zwischendrin, etwa beim Bahnfahren, oder Warten auf den Bus, meditativ zu sein.

Was ist zu tun?

Nichts

Meditation bedeutet, sich ganz dem Augenblick zu öffnen, achtsam zu sein und ihn so wahrzunehmen wie er ist. Wir erfahren die Gegenwart.

Sobald wir durch Meditation etwas erreichen wollen, ein Ziel haben, oder uns etwas von der Meditation erhoffen, sind wir nicht mehr meditativ.

Es geht nicht darum, sich zu "optimieren", oder gar in irgendeiner Weise "besser werden" zu müssen. Meditation kennt kein Leistungsdenken.

Alles was man macht ist, die Aufmerksamkeit auf das Meditationsobjekt, wie zB den Atem zu richten, und zum Beobachter zu werden.

Aufkommende Gedanken müssen nicht "verdrängt" oder "beseitigt" werden, sondern man lässt sie vorbeiziehen, wie Wolken am Himmel.

Wann immer man merkt, dass man sich in einer Gedankenspirale befindet und der Geist zu plappern beginnt, richtet man die Achtsamkeit wieder auf den Atem.

Bewahre die Haltung und sei achtsam. Das ist alles.

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Hallo...

das ist eine Frage, die eigentlich gar nicht zu beantworten ist, denn du suchst über die Gedanken ein Mittel, um die Gedanken loszuwerden. Jedenfalls ist das eine weit verbreitete Ansicht.


Ich meditiere seit vielen Jahren täglich zwei Mal 45 Minuten, doch wenn ich dieses Tun bzw. Nichttun beschreiben wollte, muss ich passen.

Angefangen habe ich wie die meisten, nämlich über Ratgeber usw.


Leider erlebte ich nie das, was in den Büchern so glorreich und verherrlichend beschrieben wurde und allmählich wollte mir mein Ego einreden, dass das überhaupt nichts bringt. Ich hatte ständig den plappernden Affen im Kopf usw.

Je mehr ich versuchte, es richtig zu machen, um so mehr habe ich falsch gemacht.

Heute kümmere ich mich nicht mehr um rechte Haltungen usw, habe alle Bedienungsanleitungen beiseite gelegt und gehe in eine innere Haltung,die am besten mit folgendem Bild zu beschreiben ist: Ich liege in einem Behandlungsstuhl wie beim beim Zahnarzt und gebe mich den Göttlichen oder Kosmischen Kräften demütig und voller Vertrauen hin und bitte die Liebe, sie möge tun oder zulassen, was für meine Entwicklung dran ist.

Wenn dabei Gedanken aufkommen, schaue ich ihnen zu, ohne sie aktiv zu vertiefen oder auszuschmücken. Das ist dann eher die Haltung, dass ich zu faul zum Denken bin.


Manchmal mache ich auch die Erfahrung "Den Seinen gibts der Herr im Schlaf".:-))

Du siehst, es gibt keine eindeutige Antwort auf deine Frage, denn Meditation wird - zumindest für mich - immer ein subjektives Geschehen sein.


Ich wünsche dir viele gute Erfahrungen bei den ersten Schritten..

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Liegen geht, wenn man nicht dabei schläfrig wird, bzw. wenn es gelingt die Schläfrigkeit zu überwinden.

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Hier eine geleitete Meditation im Liegen: http://www.gal-bayern.de/TdA_Vortrag_20090404_2_56kbits.mp3

Im Allgemeinen gilt, das jeder das Meditieren lernen muss. Denn Meditation ist ein Übungsweg. Wie alles was man noch nicht kann, muss auch Meditation gelernt und beständig geübt werden, um das Bewusstsein langfristig weiter zu entwickeln. Aus Erfahrung weiß ich: Es lohnt sich! Aber ich empfehle unbedingt: Suche einen Lehrer/in und eine sich regelmäßig treffende Gruppe.

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Du solltest dies in einer für dich bequemen Stellung tun. Wenn es liegen ist, dann eben im Liegen.

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