Kann man bei einer Religion rassistisch sein?

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11 Antworten

Rassismus ist theoretisch die Diskriminierung einer Rasse, praktisch ist die ganze Menschheit nur eine Rasse, also insofern ist der Ausdruck schlecht gewählt, aber abgesehen davon wird er im erweiterten Sinn auch oft allgemein für "Diskriminierung aufgrund der Herkunft" verwendet.

Die Beobachtung, dass man Religion wechseln kann (Staatsangehörigkeit auch), "Rasse" aber nicht, ist richtig.

Es gehört aber zu den Menschenrechten, dass auch Diskriminierungen aufgrund der Religion verboten sind.

d.h. du kannst nicht sagen, dass du jemanden nicht anstellst, weil er Religion X oder Y angehört, es sei denn, die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion ist Voraussetzung für die Stelle (z.B. Pfarrer).

Das wird übrigens in Deutschland nur ungenügend eingehalten, was mich sehr empört. In D gibt es viele religiös geführte Altersheime, Krankenhäuser, Kindergärten, die aber weitgehend vom STaat bezahlt werden, und die dürfen bei der Anstellung religiös diskriminieren, auch wenn die Religionszugehörigkeit bei der Arbeit nicht wirklich relevant ist.

Das ist kein religiöser Rassismus, wenn ein konfessioneller Arbeitgeber darauf achtet, dass der Betriebsfrieden erhalten bleibt.

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@marylinjackson

Wie bitte? Konfessionelle ARbeitgeber zwingen Arbeitnehmer ihrer Kirche beizutreten um den Betriebsfrieden zu erhalten? So etwas Absurdes habe ich selten gehört.

Damit würde man ja unterstellen, dass Friede nur bei konfessioneller Gleichschaltung möglich ist. 

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Also um diese Frage zu beantworten, sollte man erstmal die Definition von Rassismus anschauen. Dazu hab ich mal die Definition aus dem Duden genommen:

Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen

dem Rassismus entsprechende Einstellung, Denk- und Handlungsweise gegenüber Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen


Wie du sehen kannst ist bei beiden Definition das biologische Merkmal ausschlaggebend für den Rassismus. Da die Zugehörigkeit zu einer Religion keinem biologischem Merkmal entspricht, kann man das auch nicht als Rassismus werten.

Es gibt die Meinung, es gibt auch "Rassismus ohne Rasse". Ich heile diese Meinung nicht.

"Etwas haben gegen" kann Verschiedenes heissen. Wenn es nur auf Schlagworten beruht, ist es auf jeden Fall nicht besonders gescheit.

Es gibt noch andere Rassismen.

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Ursprünglich war Rassismus die Abwertung von Menschen mit bestimmten biologischen Eigenschaften ( nach dem Schema: schwarz gleich dumm )

Wenn jemand Menschen abwertet, weil diese einer bestimmten Religion angehören, dann ist lediglich die Grundlage für den Rassismus eine andere. War es im vorigen Beispiel noch ein biologistischer, so ist es hier eben ein kultureller Rassismus.

Es gibt auch einen sozialen Rassismus. Dabei werden Menschen als Minderwertig erachtet, die über ein geringes Vermögen / Einkommen verfügen. SozialrassistInnen fordern u.A., dass Menschen die ihr Geld vom Staat erhalten ( Hartz4, etc. ) das Wahlrecht aberkannt werden soll.

Wenn jemand Religionen im allgemeinen ablehnt und auf Grund schlechter Erfahrungen sehr emotional auf das Thema reagiert, ist er deshalb noch lange kein/e Rassist/in. Jedoch lässt sich mit Hass meist nur schlecht argumentieren, und man sollte auch hier nicht die Menschen abwerten die einer Religion folgen.

Religionen sind Weltanschauungen, genauso wie politische oder philosophische Strömungen. Je nachdem, ob ich deren Inhalte gut finde oder nicht, darf und soll ich dafür oder dagegen sein.

Ich bin kein Rassist, wenn ich etwas gegen den Kommunismus habe. Ich darf auch gegen CDU oder SPD sein. Den Nationalsozialismus zu hassen, ist sogar ein Gebot der Menschlichkeit. Und als Verfechter der Gleichheit aller Menschen in Würde und Rechten muss ich den Hinduismus wegen seines Kastensystems verwerfen.

All dies ist kein Rassismus, im Gegenteil, gerade als Antirassist muss ich den Nationalsozialismus und den Hinduismus wegen ihrer rassistischen Inhalte bekämpfen (einen Menschen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Kaste als minderwertig zu betrachten, ist auch Rassismus).

Es gibt nicht nur den biologistischen Rassismus, sondern auch institutionelle Rassismen. Denn ein institutioneller Rassismus verweigert bestimmten Gruppen Vorteile und Leistungen oder privilegiert andere. Vorurteile mit Hass oder anderen Ressentiments sind dann die Motive, sich über andere zu erheben, man kann es auch unbegründete Diskriminierung nennen.

Der institutionelle Rassismus betrifft religiöse wie soziale Gruppen, selbst Parteien sind im erweiterten Sinn betroffen.

jede religion verhält sich automatisch, ob gewollt oder ungewollt, etwas rassistisch. denn jede religion nimmt die absolute wahrheit für sich in anspruch und deklassiert alle anderen religionen und meinungen. der prozenzentsatz mag schwanken oder ansichtssache sein, aber ist fakt und realität!

Ich denke, dass nicht die Religion an sich das Problem ist sondern die Menschen, die sie ausleben. Es gibt Leute, die kann man als rassistisch beschreiben, Es gibt andere, auf die trifft das nicht zu. Und mit der absoluten Wahrheit haut das nicht immer hin. Es gibt Leute, die meinen, im Besitz dieser zu sein. Aber eigentlich ist das ausgeschlossen, da nur Gott allein darüber verfügen kann. Jeder, ob Christ, Jude oder Muslim kennt nur ein Stück der absoluten Wahrheit. Somit muss jeder insofern den Ball flach halten. Es wäre eigentlich sogar blasphemisch, wenn einer sagt, er kenne die absolute Wahrheit, die es ihm erlaube, andere herabzusetzen. ...

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Wenn man eine Religion automatisch mit einen bestimmte Ethnie gleichstellt, schon.

Sonst defintiv nein.

Hat nichts mit rassismus zu tun, da eine religion keine rasse sondern eine ideologie ist.

Nein. Darum heisst es ja RASSismus, weil es die diskriminierung winer RASSe (besser gesagt ethnie) ist.

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das würde ich als relativ betrachten wenn jemand sagt er ist gegen juden wird er von manchen als rassist angesehen wegen dem 2ten weltkrieg bei anderen religionen ist das uninteressant weil sie ja nicht in deutschland massenhaft umgebracht wurde in meinen augen sehe ich das schon so das man rassistisch ist wenn man gegen bestimmte religionen ist  genauso wenn du frauenfeindlich bist und diese als niedere wesen ansiehst ist halt immer eine frage der auslegung

Man muss hier klar zwischen dem jüdischen volk und der jüdischen religion unterscheiden.
eine diskriminierung des jüdischen volkes ist  rassismus. Eine diskriminierung der jüdischen glaubensgemeinschaft nicht.

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