Kann man bei einer Kamera wenn man filmt den Hintergrund unscharf stellen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Auf den Manuell-Modus gehen und die Blende möglichst weit öffnen (natürlich den Lichtverhältnissen entsprechend). je weiter die Blende desto geringer die Tiefenschärfe und desto unschärfer der Hintergrund bei scharf gestelltem Objekt.

Es gibt 4 Faktoren, die die Schärfentiefe beeinflussen

1. Sensorgröße (größer-> HG unschärfer)

2. Blende (kleinere Blendenzahl -> HG unschärfer)

3. Brennweite (größe -> HG unschärfer)

4. Motivabstand (kleiner -> HG unschärfer)

Wenn du also einen unscharfen Hintergrund haben willst dann solltest du eine möglichstr große Brennweite und eine möglichst kleine Blendenzahl wählen. Die Sensorgröße kannst du bei einer vorhandenen Kamera ja nicht beeinflussen und der Motivabstand hängt ja am Ende dann auch wieder von der Brennweite ab, so dass du da beides gleichzeitig ja nicht ändern kannst...

Um den Hintergrund unscharf zu machen musst du die Blende öffnen und eventuell die Brennweite erhöhen. Je offener die Blende desto verschwommener wird der Hintergrund, die größere Brennweite verstärkt den Effekt. Öffneste du die Blende musst du allerdings darauf achten, dass deine Aufnahme nicht überbelichtet ist.

Wichtige Begriffe:

Brennweite:
Die Brennweite ist sozusagen der Zoom. Je größer die Brennweite, desto weiter holt man das Objekt an sich heran, desto kleiner die Brennweite desto mehr sieht man (größeres Blickfeld). Die Brennweite hat ebenfalls auf die Schärfentiefe Einfluss. Eine große Brennweite verstärkt den Effekt, dass der Hintergrund unscharf wird.

Verschlusszeit:
Die Verschlusszeit ist die Zeit, die der Sensor belichtet wird. Sie wird in Bruchteilen einer Sekunde angegeben. 1/100 ist also langsamer als 1/1000 wobei bei Kameras oft nur 100 bzw. 1000 am Display dargestellt wird und nicht dass 1/x. Freihändig versuche ich eine Verschlusszeit von 1/100 oder schneller einzustellen, damit die Aufnahme nicht verwackelt. Sind für Effekte länge Verschlusszeiten gewünscht ist ein Stativ ratsam.
Effekte durch Verschlusszeit: Bewegungsschärfe/Bewegungsunschärfe (Dynamik)

Blende:
Je größer die Brennweite umso mehr schließt sich die Blende (bei Objektiven ohne fester Brennweite). Eine geschlossene Blende hat eine hohe Nummer (f22), eine geöffnete Blende hat eine kleine Nummer (f4.5). Je mehr die Blende geschlossen ist, desto weniger Licht kommt durch das Objektiv, damit das Bild dennoch richtig belichtet ist muss die Verschlusszeit dementsprechend länger werden. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht kommt auf den Sensor und die Verschlusszeit muss für eine richtige Belichtung kürzer werden. Eine geschlossene Blende lässt einen tieferen Bereich des Bildes schärfer werden (die Schärfentiefe wird größer). Eine offene Blende lässt den Bereich des Bildes welcher scharf dargestellt wird kleiner werden.
Effekte durch Blendeneinstellung: Schärfentiefe (alles scharf, oder nur das fokussierte Objekte scharf, der Hintergrund unscharf).

ISO:
ISO ist die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je höher der ISO – Wert, desto Lichtempfindlicher wird der Sensor und benötigt weniger Licht für die Aufnahme. Damit der Sensor Lichtempfindlicher wird, wird das einfallende Licht elektronisch Verstärkt, ein hoher ISO – Wert führt zu Bildrauschen und schadet der Bildqualität.
Effekte durch ISO-Einstellung: Fotografierte Lichter (z.B. von Straßenlaternen) können durch die elektronische Verstärkung strahlender wirken.

Richtige Belichtung:
Für die richtige Belichtung müssen die Verschlusszeit, die Blende und die Empfindlichkeit des Sensors zusammenpassen.

Blende so weit offen wie möglich, evtl. bei hellem Licht mit Graufilter arbeiten. Dann Zoom nutzen, bringt noch geringere Schärfentiefe und der Hintergrund verschwimmt deutlicher.

Automatik AUS und von Hand auf das Motiv scharf stellen

Was möchtest Du wissen?