Kann man bei einem Meldeamt oder Gemeindeamt ganz einfach Adressen rausfinden (wurde im TV gezeigt)?

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5 Antworten

Ja, natürlich kann man das problemlos machen. In Berlin zum Beispiel auch online.

Muss man wenn man da reingeht was ausfüllen oder Ausweis zeigen oder kann man da einfach so rein?

Man kann das persönlich machen und zeigt dann in der Regel seinen Ausweis. Oder man fragt einfach schriftlich an.

Grundsätzlich unterstehen auch Behörden dem Datenschutz. Möchtest Du nun von Behörden Daten wie zum Beispiel eine Anschrift erhalten, musst Du ein berechtigtes Interesse an den Daten nachweisen (können). Wenn Du also zum Beispiel noch nachweislich Geld von betreffender Person zu bekommen hast und einen Mahnbescheid beim Amtsgericht beantragen willst, sind die Kommunalbehörden zur Auskunft verpflichtet.

Möchtest Du nun von Behörden Daten wie zum Beispiel eine Anschrift erhalten, musst Du ein berechtigtes Interesse an den Daten nachweisen (können)

Für eine einfache Melderegisterauskunft benötigt man kein berechtigtes Interesse. Da benötigt man nur etwas Kleingeld.

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Gegen eine Gebühr erhält man diese Auskunft, es sei denn, für die Daten dieser Person existiert ein Sperrvermerk.

was heißt eine Sperrvermerk? Heißt das man kann sich davor "schützen", dass jemand die Adresse bekommt?

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@Einhornkeks

Kann man, aber nicht so ohne Weiteres. Da muss es gute Gründe geben, z. B. eine Gefährdung. Die Anschrift eines Richters oder Staatsanwaltes wirst du zum Beispiel nicht erfahren. Die bekommen nämlich ungern Besuch von Leuten, die sie mal verdonnert haben.

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Das stimmt leider. Wenn du den vollen Namen und entweder das Geburtsdatum und/oder seine letzte Anschrift kennst, dann prüft das Bürgeramt/Einwohnermeldeamt ob sie die neue Anschrift gespeichert haben.

Ist die aktuelle Anschrift nicht vorhanden oder wurde der Weitergabe der Daten widersprochen, wird dir das kostenlos mitgeteilt.

Ist die neue Anschrift bekannt, musst du vor deren Bekanntgabe ca. 5 € bis 10 € ( je nach Stadt unterschiedlich ) zahlen, bekommst eine Quittung und die Anschrift genannt.

Du kannst natürlich auch sagen:  "Ist mir zu teuer, möchte ich nicht zahlen." Dann darfst du wieder gehen, bekommst aber auch keine Auskunft über die neue Anschrift.

Man kann seiner Anschriften Weitergabe auch widersprechen. Allerdings nur, wenn du nachweisbar zum Beispiel körperlich schwer bedroht wirst. So zumindest beim sächsischen Meldegesetz.

Ohne trifftigen Grund kannst du also der Weitergabe deiner Anschrift nicht widersprechen, so das jeder Horst an deine Anschrift kann. Wenn er ein paar Daten von dir hat. ( siehe oben )

Das nervt mich tierisch. Datenschutz ole.  :/

Wenn du den vollen Namen und entweder das Geburtsdatum und/oder seine letzte Anschrift kennst, dann prüft das Bürgeramt/Einwohnermeldeamt ob sie die neue Anschrift gespeichert haben.

Es genügt, wenn so viele Daten genannt werden, dass diese im Ergebnis nur auf eine Person zutreffen.

Ist die neue Anschrift bekannt, musst du vor deren Bekanntgabe ca. 5 € bis 10 € ( je nach Stadt unterschiedlich ) zahlen, bekommst eine Quittung und die Anschrift genannt.

Auch die Auskunft darüber, dass die Person nicht bekannt ist oder eine aktuelle Adresse nicht bekannt ist, ist eine Melderegisterauskunft und daher gebührenprflichtig.

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@jurafragen

Auch die Auskunft darüber, dass die Person nicht bekannt ist oder eine aktuelle Adresse nicht bekannt ist, ist eine Melderegisterauskunft und daher gebührenpflichtig.

Quelle?

Ich musste in den Jahren 2006 bis 2014 KEINE Gebühr bezahlen, wenn die Anschrift nicht zu ermitteln war oder der Weitergab widersprochen wurde.

Auskünfte erhielt ich dabei über 4 verschiedene Bürgerämter in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Nordrhein Westfalen und Niedersachsen.

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@jurafragen

Es genügt, wenn so viele Daten genannt werden, dass diese im Ergebnis nur auf eine Person zutreffen.

Nichts anderes steht doch in meiner Antwort. Den vollen Namen muss man auf jeden Fall angeben. Dazu entweder das Geburtsdatum oder die letzte Wohnanschrift. Oder eben alles auf einmal.

Das sind die von dir geschriebenen genügend vielen Daten.

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@Moralbolzen

Quelle?

Gebührensatzung der jeweiligen Gemeinde.

Ich musste in den Jahren 2006 bis 2014 KEINE Gebühr bezahlen

Dann hast Du Glück gehabt.

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@Moralbolzen

Nichts anderes steht doch in meiner Antwort

Doch, da steht etwas ganz anderes.

Den vollen Namen muss man auf jeden Fall angeben

Nein.

Dazu entweder das Geburtsdatum oder die letzte Wohnanschrift

Nein.

Ich wollte über jemanden eine Auskunft haben, von dem ich nur das Geschlecht, den Nachnamen, das ungefähre Alter, die Tatsache, dass die Person verheiratet oder geschieden kannte und eine ehemalige Adresse hatte. Und diese Daten waren in diesem Fall eindeutig und ausreichend.

Die Vorschrift lautet (in den meisten Bundesländern wörtlich oder ähnlich):

Personen, die nicht Betroffene sind, und anderen als den in

§ xxx bezeichneten Stellen darf die Meldebehörde nur Auskunft über folgende Daten einzelner bestimmter Einwohner erteilen (einfache Melderegisterauskunft):1. Familiennamen,2. Vornamen,3. Doktorgrad,4. gegenwärtige Anschriften,5. die Tatsache, daß der Einwohner verstorben ist.
Dies gilt auch, wenn jemand Auskunft über Daten einer Vielzahl namentlich bezeichneter Einwohner begehrt

Das bedeutet:

Entweder muss eine enzelne bestimmte Person bezeichnet werden, wobei es nicht auf den Namen ankommt, sondern allein darauf, dass so viele Daten genannt werden, dass nur eine Person übrig bleibt oder - wenn eine Auskunft über eine Vielzahl von Personen begehrt wird - die Namen im Antrag zu nennen sind.

"Teilen Sie mir alle Frauen zwischen 40 und 50 Jahren mit, die in der Hauptstraße wohnen" funktioniert ebensowenig wie eine Auskunft darüber, wer alles im Haus Hauptstraße 55 wohnt. Schreibt man aber in dem Antrag, dass nur eine Person im Haus Hauptstraße 55 wohnt und man über diese Person Auskunft haben möchte, dann ist der Antrag zulässig und die Auskunft wird erteilt. Wird dagegen festgestellt, dass dort in Wirklichkeit mehrere Personen wohnen, so wird der Antrag abgelehnt, da die Daten nicht auf einen einzelnen bestimmten Einwohner zutreffen, sondern auf mehrere.

Wenn man in Berlin online eine Melderegisterauskunft einholt, so gelten schärfere Bestimmungen, dann ist ausnahmsweise tatsächlich der vollständige Name und entweder eine Adresse oder das Geburtsdatum, das ist dann im dortigen Gesetz aber auch so geregelt:

Einfache Melderegisterauskünfte nach § 28 Abs. 1

können auf automatisiert verarbeitbaren Datenträgern oder durch Datenübertragung erteilt werden, wenn
1. der Antrag in der amtlich vorgeschriebenen Form gestellt worden ist,
2. der Antragsteller den Betroffenen mit Vor- und Familiennamen sowie
mindestens zwei weiteren der auf Grund von § 2 Abs. 1 gespeicherten Daten
bezeichnet hat und 3. die Identität des Betroffenen durch einen automatisierten Abgleich der imMelderegister gespeicherten Daten des Betroffenen eindeutig festgestellt worden ist.
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@jurafragen

Was hast du nur für Probleme?! Es immer bis ins kleinste Merkmal vermeintlich besser zu wissen und richtig stellen zu wollen? Findest du das vertretbar?

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@Moralbolzen

Was hast du nur für Probleme?!

Im Gegensatz zu Dir habe ich keine Probleme.

Es immer bis ins kleinste Merkmal vermeintlich besser zu wissen

Vielleicht lernst Du ja etwas draus.

Findest du das vertretbar?

Und das sagt jemand, der ernsthaft geglaubt hat, die Bundesrepublik Deutschland existiere in Wirklichkeit nicht. Oder, dass man Postleitzahlen nur im Klammern setzen muss, um Porto zu sparen.

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