Kann man Arbeitszimmer zuhause absetzen, wenn man nur an bestimmten Zuhause arbeitet?

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6 Antworten

Die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer können nur dann als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn das Zimmer

> erstens ausschließlich oder nahezu ausschließlich beruflich genutzt wird (also nicht nebenbei auch noch privat) und

> zweitens den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt.

Da Du aber dreimal in der Woche am Arbeitsplatz bei Deinem Arbeitgeber arbeitest und nur zweimal zu Hause, ist Dein Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt Deiner beruflichen Tätigkeit, und die Aufwendungen können schon deshalb nicht steuerlich geltend gemacht werden.

"Versuchen" darfst Du selbstverständlich, die Kosten/aufwendungen abzusetzen.

Ob das Finanzamt Deinen Angaben/Begründungen allerdings folgt, ist eine ganz andere Frage!

Schwierig wäre es sicherlich zum Thema "Mittelpunkt", wenn die Aufteilung zwischen HomeOffice 50/50 wäre :-)

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@micholee

Sicher; ist sind dann immer auch Einzelfallentscheidungen unter Abwägung der ganz konkreten Gegebenheiten - und oft auch in Abhängigkeit vom jeweiligen Finanzamt/Finanzbeamten.

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@Familiengerd

Einen interessanten Bereich habe ich noch festgestellt. Man kann ja für ein Arbeitszimmer auch Nebenkosten abziehen. Also auch Kaminreinigung und Gartenreinigung. Diese Kosten sind aber bei mir bereits im Hauptvordruck Seite 3 gelistet. Mache ich das dann dort anteilig? Also anteilig Hauptvordruck Seite 3 und anteilig Anlage N Seite 2 (Arbeitszimmer)

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Dies kann man so pauschal nicht beantworten, denn es kommt auch darauf an was du überhaupt für eine Tätigkeit verrichtest.

Was z.B. hier im Forum geschrieben wurde, dass das Arbeitszimmer immer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellen muss, stimmt nicht immer.

Nehmen wir mal als Beispiel einen Lehrer, dessen Mittelpunkt der Tätigkeit findet immer in der Schule statt.

Nur dort hat er kein eigenes Arbeitszimmer und muss daher seine Vorbereitungen für den nächsten Tag im Arbeitszimmer zu Hause machen.

Und daher kann er dieses Arbeitszimmer auch steuerlich absetzen.

Den Antrag kannst du natürlich immer stellen. Ob dies2 Kosten als Werbungskosten anerkannt  werden hängt dann davon ab, wie du es begründest.

Dazu gibt es nur Einzelurteile. Eine Grundsatzentscheidung wurde dazu noch nicht herbei geführt. Dafür ist das Thema wohl gar nicht wichtig genug

Dann probiere ich ich es mal aus und setze den Schreibtisch und Stuhl in voller Höhe rein (ca. 250 Euro) und die Nebenkosten (Miete, Strom, Heizung) mache ich anteilig von der Größe der Wohnung. Von dem wiederum setze ich nur 2/5'tel an, da 3/5'tel nicht Home-Office ist. Hab jetzt nicht mehr geschaut, in welches Feld ich das eintrage. Kriege ich aber sicherlich schnell raus :-)

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@micholee

Anlage N, Seite 2, Zeile 42 sieht für mich einleuchtend aus. Wobei ich hier auch den Schreibtisch und den Stuhl inkludieren würde. Außer, der Schreibtisch und der Stühl gehören zu Arbeismittel, dann wäre es Zeile 41.

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man nur einen Arbeitszimmer absetzen kann, wenn man keinen Arbeitsplatz beim Arbeitgeber

Das ist definitiv falsch.

Wer nachweisen kann, einen Teil der beruflichen Tätigkeit zu Hause abzuwickeln (keine Ahnung wie groß der sein muss) und zudem über die entsprechenden Räumlichkeiten verfügt (eine Ecke des Wohnzimmers reicht nicht), hat durchaus Aussichten, dass ein Arbeitszimmer anerkannt wird.

So weit ich mich entsinne, kann die Größe des Zimmers zum "Hindernis" werden. Wer lediglich einen Schreibtisch bzw. Platz für einen Computer braucht ...

Schreib es in die Steuererklärung mit rein. Mehr als ablehnen kann es das FA nicht.

Du machst Dich mit solchen Angaben nicht strafbar. Du mußt als Normalbürger nicht wissen, ob es tatsächlich absetzbar ist.

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