Kann man an Schizophrenie erkranken ohne an Psychosen zu leiden?

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7 Antworten

Schizophrenie ist eine Unterform der Psychose. Konkret gibt es:

  • Paranoide Schizophrenie: Dieser Typ kommt besonders häufig vor und beginnt meistens zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Häufigste Beschwerden sind Wahn und akustische Halluzinationen. Oft nur geringe Minus-Symptomatik und Störungen der Psychomotorik.
  • hebephrene Schizophrenie: Früher Beginn zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr ist charakteristisch. Vorherrschend sind Minus-Symptomatik, Hypochondrie und affektive Störungen (z.B. depressive Phasen). Halluzinationen und Wahn kommen nur selten und geringfügig ausgeprägt vor.
  • katatone Schizophrenie: Diese Form der Erkrankung ist in den industiell entwickelten Ländern selten geworden. Sie äußert sich insbesondere in psychomotorischen Störungen, die sehr schwer sein können. Bei Katatonie mit Stupor, Hyperthermie und Elektrolytentgleisung kann der Zustand lebensbedrohend sein.
  • schizoides Residuum: Dieser Typ bezeichnet einen chronischen Zustand zwischen einzelnen akuten Schüben. Bleibende Beeinträchtigungen bestehen in sozialem Rückzug, Passivität, Antriebsverlust, emotionaler Abstumpfung. Es kann zu einer geringfügigen Beibehaltung von systematischem Wahnvorstellungen kommen.
  • Schizophrenia simplex: Dieser Subtyp ist durch einen langsamen und schleichenden Beginn mit geringfügiger Symptomatik und chronischem Verlaufgekennzeichnet. Es kommt vorwiegend zur Minus-Symptomatik

Andere Formen von Psychosen:

  • affektive Psychosen (psychotische Depression, Manie, manisch depressive Erkrankungen)
  • schizoaffektive Psychosen. Dieser Begriff wird für Formen der Psychose angewandt, bei der sich Symptome der schizophrenen und der affektiven Psychose mischen. Im Vordergrund steht vor allem die Negativsymptomatik.

Des weiteren können Psychosen organische sowie psychische Ursachen haben. Zudem gibt es die sogenannte substanzinduzierte Psychose (z.B. aufgrund des Konsums von Cannabis, Meskalin, LSD, Psilocybin etc.)

Eine Psychose heisst also nicht, dass man gleich Halluzinationen sieht.

Grundsätzlich geht man davon aus, dass bei einer Psychose und somit auch bei einer Schizophrenie als derer Unterform ein Überangebot des Neurotransmitters (Hormons) "Dopamin" vorhanden ist. Dort setzen Neuroleptika bzw. Antipsychotika an. Diese Medikamente dämpfen den Dopaminhaushalt im Gehrin. Heutzutage werden häufig die neure Generation von Neuroleptika verwendet bzw. atypische Antipsychotika. Bekannte Präparate sind z.B. Aripiprazol (Abilify) oder Quetiapin (Seroquel).

Es ist unmöglich deine Situation aus der Ferne einzuschätzen. Wenn du dir bezüglich deiner Diagnose nicht sicher bist, lasse dich von einem anderen Psychiater untersuchen. Sage ihm nicht woran du leidest sondern schildere einfach deine Symptome für eine Zweitmeinung.

Hoffe konnte dir ein bisschen weiterhelfen...

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Du kannst diese zwei Begriffe kaum voneinander isolieren, da die Schizophrenie häufig als Psychose des schizophrenen Formenkreises bezeichnet wird. Und da die Krankheit häufig in Schüben verläuft ist es verständlich, dass du in Phasen der Symptom Freiheit auch keinen Realitätsverlust verspürst und damit auch nicht in Verbindung gebracht werden möchtest.

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Um da antworten zu können müsstest du deine Symptomatik genauer erläutern.
Schau am besten mal im ICD-10 nach, welche Symptome man erfüllt haben muss.
Negativsymptome gehören zu einer der 9 Symptomen, aber du musst noch mindestens 1 anderes Symptom aus einer anderen Symptomgruppe haben.

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Bei mir kamen auch die Psychosen Jahre nach der negativen Symptomen. Also ja. Man kann an Schizophrenie leiden ohne Psychosen zu haben.
Du sollst auf jeden Fall Stress Situationen vermeiden u Drogen u Alkohol vermeiden !

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Die Schizophrenie ist eine Psychose.

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Denkbar ist es schon, z.B. bei Schizophrenia simplex. Es gibt auch andere Schizophrenieformen ohne psychotische Episoden. Diagnosestellung sollte aber den Ärzten überlassen werden.

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Muss man nicht, deswegen haben die einen komplett unterschiedlichen ICD Schlüssel.

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