Kann man als Vermieter seine Mieter kündigen da man das Haus verkaufen möchte?

15 Antworten

Kann man als Vermieter seine Mieter kündigen da man das Haus verkaufen möchte?

Ja, sofern man n. § 573 Abs. 2 Nr. 3 BGB nachweist, dass der Eigentümer "durch die Fortsetzung des Mietverhältnisses an einer angemessenen wirtschaftlichen Verwertung des Grundstücks gehindert und dadurch erhebliche Nachteile erleiden würde."

Beispiele:

  • Ein völlig überschuldeter Wohnungseigentümer ist gezwungen, sein Eigentum zu veräußern und kann glaubhaft durch konkrete Angebote belegen, dass sich für eine leerstehende Immobilie ein deutlich höherer Preis erzielen liesse, der er aber zur unmittelbaren Abwendung seiner Privatinsolvenz benötigt  (BVG, Az: 1 BvR 1575/94).
  • Durch Bergbauschäden droht Unbewohnbarkeit; eine Sanierung würde die Abrisskosten übersteigen. Für einen Wiederaufbau fehlt es an Geld.
  • Die laufenden Unterhaltungskosten einer störanfälligen Elektrospeicherheizung oder feuchter Bausubstanz oder notwendige Instandsetzungen bzw. Erhaltungsmaßnahmen, etwa der maroder Elektroinstallation, alter Bleirohre oder eines morschen Dachstuhls lägen über den noch erzielbaren Mieteinnahmen. Der Eigentümer gibt daher seine defizitäre Vermietertätigkeit auf.
  • Der Eigentümer wäre zur Deckung seiner Pflegekosten einer vollstationären Heimunterbringung, wozu seine Mieteinnahmen nicht mehr ausreichen, zum Verkauf gezwungen. Die ausschl. an Eigennutzung interessierten Kaufinteressenten springen reihenweise ab, weil Ihnen eine zulässige Eigenbedarfskündigung des betagten, schwerstbehinderten Mieters zu ungewiß erscheint.

    G imager761

Im Übrigen steht dem Eigentümer immer die Möglichkeit einer einvernehmliche Beedigung des Mietverhältnisses durch Aufhebungsvertrag zu.

Gerade bei EFH ist die Selbstnutzung des Erwerbers der Regelfall, die er mit Grundbucheintragung auch ordentlich durch Eigenbedarfskündigung herbeiführen darf. Das weiß auch der Mieter oder man erklärt ihm die Rechtlage.

Die meisten Mieter sind dann bereit, mit ihrem VM einen Vertrag mit vorfristigem Auszug zuzustimmen, um sich die unausweichliche spätere Kündigung des Käufers wenigstens jetzt schon ordentlich vergüten zu lassen :-)

Wer da als Vermieter gegen Auszug innerhalb von 3-4 Wochen eine hübsche Summe anbietet, die die Umzugs- und Renovierungskosten der M für ihre neue Bleibe deckt, ihnen vertraglich zusätzlich noch einen mietfreien letzten Umzugsmonat, sofortige Kautionserstattung, Verzicht auf Schönheitsreparaturen und Betriebskostennachzahlung vorsieht, holt dieses Entgegenkommen beim Kaufpreis locker raus.

Da gewinnen beide Seiten :-) 

G imager761

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Lt. BGB gilt der Grundsatz "KAUF BRICHT NICHT MIETE".

Das bedeutet, eine Kündigung wegen beabsichtigtem Verkauf ist unwirksam. Der neue Eigentümer kauft quasi die Mieter des Hauses mit.

Darf der Vermieter einen Mieter deshalb gleich kündigen?

Sagen wir mal, man ist für einen Monat zahlungsunfähig und kann seine Miete nicht begleichen und teilt dies dem Vermieter mit.

Darf der Vermieter demnach gleich die Reißleine ziehen und den Mieter deshalb kündigen?

Natürlich wird vereinbart, dass die fehlende Miete die nächsten Monate in Raten abbezahlt wird !

Falls ja, kommt es oft vor, dass man seine Wohnung deshalb verliert, oder drücken die Vermieter da oft ein Auge zu?

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Mietvertrag kündigen wegen Mitbewohner?

Hallo zusammen,

ich bin im April in eine neue WG umgezogen. Eigentlich ist das Zimmer hier total super, aber es gibt ein sehr großes Problem: Den Mitbewohner.

Seine Hygiene ist wirklich grauenhaft, das ist der Wahnsinn. Er kocht täglich sagenhafte 4 mal mit zig Pfannen und Töpfen, welche er alle erst wieder "säubert" (Wasser drüberlaufen lässt), wenn er sie wieder benötigt. Essensreste werden einfach nur in die Spüle gekippt. Was runterfällt oder beim kochen spritzt, wird nie aufgehoben, weggewischt. Das führt dazu, dass man die Küche eigentlich jeden zweiten Tag komplett reinigen müsste. Es ist nicht auszuhalten.. Bad und Klo ähnlich, aber darum kümmere ich mich einfach, weil es da nicht so viel Arbeit ist.

Sein Zimmer ist zwar seine Sache, aber auch da stapelt sich alles nur, es stinkt säuerlich süß durch den Gang, wenn die Tür bei ihm offen steht. Er (39) ist arbeitslos und spielt mehr oder weniger den ganzen Tag Computerspiele.

Natürlich habe ich ihn schon oft auf die Probleme angesprochen und jedesmal gelobt er Besserung, geht mir dann immer aus dem Weg und 2 Tage später alles wieder von vorne.. ich bin es so leid, ich fühle mich unwohl und angeekelt in der Wohnung. Ich habe auch über 60 Stunden die Woche zu schaffen, so dass ich echt keinen Bock hab, diesem Kerl sein Zeug hinterherzuräumen und alleine Zu putzen. Für eine Putzfrau fehlt mir (und ihm sicher auch) das Geld.

Was würdet ihr an der Stelle tun? Mein Mietvertrag läuft offiziell bis 2019, kann ich da einfach kündigen wegen dem Mitbewohner? Ich würde eigentlich nur sehr ungerne umziehen, eigentlich ist hier alles perfekt (Lage, Preis, Größe), nur in der Küche finde ich es absolut unzumutbar.

Kann man ihm auch drohen, diese Katastrophe an den Vermieter (wohnt in einer anderen Stadt und bekommst nichts mit), weiterzugeben? Das würde ich auch nicht gerne, aber eigentlich sollte das sein Problem sein und nicht meines.

Habt ihr sonst noch Vorschläge, wie man die Situation verbessern könnte?

Gruß, Tailor

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Kann man Mieter kündigen, wenn der Vermieter alt und krank ist und sich um die Belange nicht mehr kümmern kann?

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Meine Mutter 85 und sehr krank, vermietet im eigenen Haus eine Wohnung. Das Haus ist alt und daher fallen auch in der Wohnung immer wieder Reparaturen an. Sie ist einfach nicht mehr in der Lage sich darum zu kümmern. Ich wohne zwar in der Nähe, aber möchte diese Tätigkeiten nicht übernehmen.

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Modernisierung des Bades! Ist das so rechtens?

Hallo,

wir wohnen seit mehr als 10 Jahren in einem Mehrfamilienhaus zur Miete.

Das Bad in unserer Wohnung ist knappe 50 Jahre alt (die Badausstattung ist ähnlich alt und versprüht den Charme der 60iger Jahre, also alte Badewanne, altes Klo, alter Spülkasten, 60iger Jahre Fliesen usw.) und unser Vermieter möchte gerne das ganze Bad sanieren / modernisieren. Es soll laut unserem Vermieter eine gründliche allumfassende Sanierung werden, also sämtliche alten Sanitärobjekte raus, anstelle von Badewanne nur noch eine Dusche, der Spülkasten fürs WC soll in der Wand verschwinden, sämtliche Fliesen sollen ersetzt werden, natürlich auch Einbau neuer Armaturen... wie gesagt: alles!

Vor ca. 6 Wochen (zweite Julihälfte) war der Vermieter mit fünf verschiedenen Handwerksfirmen bei uns in der Wohnung zur Visite, Ausmessung und Angebotseinholung.

Von Seiten des Vermieters hieß es dann, er würde sich melden, falls es mit den Handwerksfirmen (Angebote, Preise) klappt und er sich mit einer von denen einig wird. Außerdem erwähnte er beiläufig, dass die Modernisierung dann zeitlich wohl in den September oder Oktober fallen würde. Alles mündliche Aussagen im Hausflur.

Danach war wieder 6 Wochen Funkstille…

Jetzt heute der Anruf, mit der Ankündigung der Modernisierung, die in knapp 3 Wochen starten soll und ca. 2 Wochen dauern soll.

Ist das so rechtens? Ist es nicht so, dass der Vermieter drei Monate vorher schriftlich ankündigen muss wann er die Modernisierungsarbeiten genau vorhat (zumindest bei solchen großen Modernisierungsangelegenheiten)!? Wir fühlen uns etwas überrumpelt, weil eine Ankündigung des Modernisierungstermins drei Wochen im Voraus arg kurzfristig ist. Wir haben ja auch unsere eigenen terminlichen Verpflichtungen & Pläne (Job, Schule, Urlaub etc.). Eigentlich wollten wir in einer der betroffenen Wochen unsere Familie in Österreich für ein paar Tage besuchen. Und arbeiten und zur Schule müssen wir ja auch. Wie soll denn das funktionieren? Früher gemachte mündliche Aussagen a la „wahrscheinlich im September oder Oktober“ sind mir nicht spezifisch genug. Wir können uns ja nicht die gesamten zwei Monate freihalten. Wir brauchen doch auch Planungssicherheit.

Und wie ist das während der Sanierung? Wir müssen ja auch auf Klo und uns duschen. Wir können ja nicht vom Balkon defäkieren / urinieren und uns im nächsten See / Fluss waschen. Haben wir rein rechtlich ein wenig Mitspracherecht bei der terminlichen Gestaltung? Ist eine Wohnung ohne sanitäre Anlagen überhaupt bewohnbar? Wo gehen wir die Zeit über Duschen? Was ist zumutbar? Was sagt die Erfahrung? Was sagt das Recht?

Bin für jeden konstruktiven Tipp dankbar. Vielen Dank, ThomasGerl

Wobei mir nicht ganz klar ist, warum der Vermieter jetzt mit Gewalt das Bad renovieren will, vor allem da wir in etwa einem Jahr ausziehen. Wäre es für den Vermieter nicht sinnvoller das Bad zeitlich zwischen unserem Auszug und dem Einzug nachfolgender Mieter zu modernisieren?

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Dinge von nichtzahlenden WG-Mitbewohner einbehalten?

Hallo, mein WG-Mitbewohner zahlt regelmäßig seine Miete zu spät und will im Laufe dieses Monats ausziehen. Zum Glück! Aber auch diesen Monat hat er noch nicht gezahlt. Darf ich Wertgegenstände von ihm einbehalten, bevor er auszieht?

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